Schutz für Esel in Ostafrika

Die Bedeutung von Traditioneller Chinesischer Medizin und somit auch die Nachfrage nach Produkten tierischen Ursprungs nehmen weltweit in rasantem Tempo zu. Insbesondere der Handel mit verarbeiteter Eselshaut floriert. Gleichzeitig sinkt die Eselpopulation weltweit, denn auch die Zucht kann den Bedarf nicht decken. So sind die Tiere zu einem raren Gut geworden – mit besorgniserregenden Folgen auch in Ostafrika.

Auswirkungen von Ejiao auf die Eselpopulation weltweit

Ejiao nennt sich ein Produkt, das seit Jahrhunderten im asiatischen Raum und in der traditionellen chinesischen Medizin aus Eselshaut gewonnen und als Gelee oder Pulver in Gerichten und Getränken sowie in Pflegeprodukten wie Cremes verarbeitet wird. Einst war das vermeintliche Heilmittel als Prestigeprodukt nur wenigen hochrangigen Chinesen vorbehalten. Mit dem wachsenden Wohlstand der Bevölkerung und der allgemeinen Expansion traditioneller chinesischer Medizin auch in Europa wuchs das Interesse über alle Gesellschaftsschichten hinweg: Bereits heute lassen sich Produkte mit Ejiao über den Onlineversandhandel auch in Deutschland erwerben.

Die Eselpopulation hat sich seitdem radikal verringert: Allein in China sank sie von schätzungsweise 11 Millionen in 1992 auf weniger als drei Millionen in 2019. Auch global betrachtet sind die Zahlen besorgniserregend: Einer Nachfrage von bis zu fünf Millionen Eseln pro Jahr steht einer letzten Schätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aus dem Jahre 2006 eine Population von 41 Millionen Esel weltweit gegenüber. 

Die Zucht bietet keine Chance, der hohen Nachfrage gerecht zu werden: Esel tragen im Schnitt 12 bis 13 Monate und bringen meist nur ein Fohlen zur Welt. Um den Bedarf decken zu können, müssten riesige Herden gehalten werden, die einen immensen Einsatz von zahlreichen Ressourcen wie Wasser und Futter bedürfen würden.

Beschaffung von Eseln in Afrika

Um der Nachfrage nach Eselshaut für Ejiao gerecht zu werden, wurden einige Schwellen- und Entwicklungsländer als neue Märkte erschlossen, die eine hohe Eselpopulation aufweisen. Laut Schätzungen der FAO leben auf dem afrikanischen Kontinent 27 Prozent der Esel weltweit. Insbesondere in den ärmeren Regionen der Länder gelten die Esel als Lasttiere für die Bevölkerung als unersetzlich. 

Infolge gingen einige afrikanische Länder direkt gegen den Handel an:

Simbabwe, Burkina Faso, Mali, Ghana verhängten Lizenzstopps für den Bau oder Betrieb von Eselschlachthäusern. Südsudan, Uganda, Senegal, Botswana, Sudan und Niger verboten den Export oder Handel nach China oder ließen die Schlachtung von Eseln für den Export von Eselshäuten nach China unterbinden. 

Existenzielle Bedrohung auch für die Menschen

Drastische Auswirkungen haben die Entwicklungen auch auf die lokale Bevölkerung, wie Gespräche mit Vertretern der Gemeinden in den Dörfern Tansanias und rund um die Schlachthäuser in Kenia darlegten. Eselbesitzer sind oft die Ärmsten der Armen und benötigen ihre Tiere zum Überleben. Die Tiere gelten für die Menschen als treue Begleiter, die helfen, das Wasser von den kilometerweit entfernten Wasserstellen in die Dörfer, Kinder in die Schulen, Kranke in Krankenhäuser und die Ernte vom Feld auf die Märkte zu transportieren.

 

In Tansania...

… eröffneten 2014 in Dodoma und Shinyanga zwei Esel-Schlachthäuser, die bis heute agieren. Nur kurzzeitig wurden im Juni 2017 die Exporte von Eselprodukten aus Tansania verboten, im Januar 2018 dann aber wieder erlaubt. Seit Anfang 2017 beobachten wir von der Welttierschutzgesellschaft eine sich häufende Zahl von Eseldiebstählen insbesondere in den abgelegenen Dörfern, wo die Menschen mit Eseln zur Selbstversorgung leben und somit drei bis vier Tiere pro Familie halten. Diebe fallen nachts in die Dörfer ein. Die Esel, dann meist ungeschützt auf den Weiden, werden an Ort und Stelle gehäutet oder gänzlich gestohlen und in die Schlachthäuser transportiert. Mehr zur Situation in Tansania lesen Sie hier: https://welttierschutz.org/report-aus-tansania/

Seit Jahren engagieren wir uns in Tansania umfangreich für den Schutz der Esel.

  • Wir leisteten regelmäßige Soforthilfen und bauten kurzfristig in den akut von Diebstählen betroffenen Dörfern insgesamt 160 Gehege, wodurch die 4.000 Esel vor Diebstählen geschützt wurden. In den bisher erreichten Dörfern wurde seit Bau der Gehege kein Esel mehr gestohlen! Mehr dazu lesen Sie hier: https://welttierschutz.org/soforthilfe/esel-diebstahl-in-tansania/
  • Außerdem sind wir mit unseren Partnern auf den hiesigen Tiermärkten und in den Schlachthäusern selbst aktiv. Dort stellen wir durch Kontrollen und Informationsmaterial sicher, dass die Tierschutzstandards bekannt gemacht werden und die Mitarbeiter*innen ihren Umgang mit den Tieren verbessern. Dabei müssen unsere Partner oft eingreifen, um akute Tierquälerei zu stoppen: Diese beginnt vielfach schon auf ihrem Weg zum Markt in den Transportern, in die viel zu viele Tiere auf zu kleiner Fläche geladen werden. Auch eine Versorgung bleibt den Tieren während des Transportes oft vorenthalten und so überleben viele die Fahrt nicht. Auch auf dem Gelände der Schlachthäuser müssen die Tiere oft ohne Wasser und Futter in der sengenden Hitze unnötig leiden. Hier greifen wir ein, versorgen die Tiere und weisen die Mitarbeiter*innen an, sich an die geltenden Tierschutzgesetze zu halten. An die offiziell genehmigten Schlachtzahlen von 20 Tieren pro Tag wird sich in dem Schlachthaus von Shinyanga nicht gehalten. Das liegt neben der weiterhin wachsenden Nachfrage nach Eselsprodukten auch daran, so der Verdacht unserer Partner, dass die wenigsten Esel legal hier sind. Ein großer Teil der Tiere wird in den Dörfern schmerzlich vermisst. Hier lesen Sie den detaillierten Report aus Tansania: »https://welttierschutz.org/report-aus-tansania/
  • Seit 2020 sind wir zudem durch ein großflächiges Projekt im Nordwesten des Landes, in den Dörfern rund um das Schlachthaus in der Region Shinyanga, im Einsatz. Neben dem Bau von weiteren schützenden Esel-Gehegen, betreiben wir durch Öffentlichkeits- und Informationsarbeit, zum Beispiel über Radiospots und Treffen mit lokalen Autoritäten, wichtige Vorsorge und stellen sicher, dass Familien über die Situation und die ausgehenden Gefahren informiert wurden. Die Menschen werden darin gestärkt, den Schutz ihrer Tiere zu verbessern und sich deutlich gegen den Eselhandel positionieren zu können. Hier finden Sie Informationen über das Projekt im Detail: https://welttierschutz.org/projekte/nutztiere/eselschutz-tansania/
  • Als Anfang 2021 das Schlachthaus in Shinyanga kurzerhand geschlossen wurde, die Händler*innen aber dies nicht erfuhren und Esel weiterhin anlieferten, gingen wir erneut in den Soforthilfe-Einsatz, um das Überleben der gestrandeten Tiere zu sichern: https://welttierschutz.org/soforthilfe-esel-tansania/
  • Mai 2021: Das Schlachthaus ist wieder geöffnet. Entgegen der Hoffnung einer dauerhaften Schließung, erhielten die Betreiber des Schlachthauses Anfang Mai die Erlaubnis, den Betrieb wiederaufzunehmen. Täglich dürfen nun, so die offiziellen Zahlen, wieder bis zu 20 Esel geschlachtet werden. Mit der Wiedereröffnung des Schlachthauses sind nun auch die Sorgen der lokalen Eselhalter*innen vor Diebstählen wieder allgegenwärtig. Ganz offensichtlich zu recht, denn eine Visite unserer Partner legt den Verdacht nahe, dass dort deutlich mehr Esel als erlaubt geschlachtet werden. Außerdem mussten wir schreckliche Zustände in und um das Schlachthaus feststellen. Unser Einsatz bleibt aktiv: Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern sind wir weiterhin für die Esel da!

In Kenia…

… ist die Lage ebenso verheerend. Das Land gilt als das Zentrum der Exporte von Eseln aus Ostafrika nach China. In den letzten Jahren wurden Millionensummen in den Bau von vier Esel-Schlachthäusern investiert, in denen zusammengerechnet 800 Esel am Tag, 300.000 Tiere im Jahr geschlachtet und verarbeitet werden können – ohne Rücksicht auf geltende Tierschutzgesetze.

  • Zunächst konnten wir mit Hilfe unseres lokalen Partners Dr. Solomon Onyango 2019 die Situation in den Esel-Schlachthäusern Kenias dokumentieren– mit schockierenden Ergebnissen. In allen vier Schlachthäusern wiesen die bis zu 500 Tiere einen sehr schlechten Zustand auf. Während sie im Außenbereich oft tagelang ungeschützt vor der sengenden Hitze ausharren müssen, werden sie weder mit Wasser noch Futter versorgt. Die Tiere sind stark unterernährt und teilweise durch Knochenbrüche schwer verletzt. In den Innenbereich des Schlachthauses werden sie von den Mitarbeitern durch rohe Gewalt und Schläge getrieben. Die Tötung der Tiere schockiert besonders: Keines der Schlachthäuser nutzt eine adäquate Methode zur Betäubung der Tiere. Entweder wird ihnen mit einem stumpfen Metallstab so oft auf die Stirn geschlagen, bis sie ihr Bewusstsein verlieren oder es kommen  Elektroschocker oder Sonden zum Einsatz – keine dieser Methode ist aus Tierschutzsicht akzeptabel und hat einen qualvollen Tod der Tiere zur Folge. Die Situation war absolut unhaltbar!
    Den detaillierten Report zur Dokumentation der vier Esel-Schlachthäuser finden Sie hier: https://welttierschutz.org/report-esel-schlachthaeuser-in-kenia/. Weitere Informationen über Dr. Solomon Onyango lesen Sie im Interview hier: https://welttierschutz.org/esel-sind-wie-freunde-fuer-mich/

Wie wir vom Direktor der Veterinärdienste in Kenia erfuhren, fehlte es aber weiterhin an einer gründlichen Datenlange im Land, weshalb Aktionen von Seiten der Regierung ausbleiben. Als Argumente für den Erhalt der Esel-Schlachthäuser wurde hingegen häufig angeführt, dass sie Arbeitsplätze schaffen würden und die Menschen nun Möglichkeit hätten, ihre alten oder kranken Tiere gewinnbringend zu verkaufen. Diese Argumente überwogen in der Diskussion dem Tierwohl – und den gravierenden Auswirkungen auf die Leben der Menschen.

  • Um das zu ändern, haben wir uns 2019 in Kenia großflächig – in 32 von landesweit 47 Bezirken – durch eine sozio-ökonomische Studie einen Überblick verschafft: Unser Partner vor Ort, Dr. Solomon Onyango, war mit Unterstützung lokaler Kolleginnen und Kollegen im Einsatz und suchte das Gespräch mit Eselhalterinnen und Eselhaltern: Wie geht es ihren Eseln? Welche Rolle spielen die Tiere im Alltag? Zusätzlich prüfte ein weiteres Team auf juristischer Ebene die Gesetzeslage, auf die der Betrieb der Schlachthäuser und der stark gewachsene Handel mit Eselhäuten fußen. Sie ermittelten, welche Gesetze es zum Schutz der Esel gibt und welche Lücken es zu füllen gilt.
    Hier zeichnete sich schnell ab, dass die vier Betriebe die Atmosphäre vor Ort negativ verändert haben und vor allem Nachteile für die dort ansässigen Menschen mit sich brachten: Besonders die Zahl der Diebstähle häufen sich, was Existenzängste mit sich brachte. Wenn die Hilfe durch das Lasttier über Nacht wegfiel, standen die Menschen vor dem Nichts und konnten sich auch kein neues Tier leisten. Denn die wachsende Nachfrage nach Eseln steigerte auch den Wert der Tiere. Der Preis für einen Esel war in Kenia seit Inbetriebnahme der Schlachthäuser um über 300 Prozent (von 4.000 auf 12.000 Kenia-Schilling) gestiegen.

    Die entstandenen, umfangreichen Daten – von Hunderten Eselhalterinnen und Eselhaltern und ihren fast 2000 Tieren – und die vorliegenden Erkenntnissen aus den Schlachthaus-Besuchen vervollständigten das Gesamtbild zur Lage der Esel in Kenia. Sie waren die Ausgangssituation, um den Druck auf die kenianische Regierung zu erhöhen!

Im Februar 2020 erhörte die kenianische Regierung die Rufe der Eselhalter*innen und ihrer Unterstützer*innen mit dem Entzug der Betriebslizenz der vier Esel-Schlachthäuser. In den Monaten danach folgten gerichtliche und politische Auseinandersetzungen um den weiteren Betrieb der Schlachthäuser, die im Mai 2021 vorerst mit einem Urteil des Obergerichts in Naivasha endeten, das den Esel Schlachthäusern den Betrieb leider wieder gestattete.

Lesen Sie im Folgenden eine Chronik dieser wechselvollen Ereignisse der letzten Monate (Stand: Mai 2021):

Februar 2020: Schließung der Esel-Schlachthäuser angekündigt

Völlig unerwartet verkündete Peter Munya vom kenianischen Landwirtschaftsministerium vor lokalen Eselhalter*innen, dass die Schlachtung von Eseln und der Handel mit Eselsprodukten gestoppt werde. In seinem Statement führte der erst im Januar ernannte Staatssekretär die sinkende Eselpopulation und damit einhergehende Belastung für die lokale Bevölkerung als Gründe auf. Unser Optimismus ist zum aktuellen Zeitpunkt noch gedämpft, denn diese Aussage zeigt nur dann eine Wirkung, wenn ihr auch Taten folgen. Lesen Sie mehr dazu hier: https://welttierschutz.org/eilmeldung-kenia/

April 2020: Schließung der Schlachthäuser ist rechtskräftig

Die einst erteilte Erlaubnis, Esel für den Export zu schlachten, wurde durch die Veröffentlichung in der Gazette Kenias jetzt revidiert – mit sofortiger Wirkung ist somit der rechtliche Rahmen für ein Verbot der Schlachtung von Eseln für den Export nach China geschaffen! Damit ist nicht nur die grausame Schlachtung der bis zu 1.000 Esel am Tag beendet. Kenia – in Ostafrika als Zentrum der Exporte von Eseln nach China geltend – könnte auch andere Länder zu Taten bewegen. Lesen Sie mehr dazu hier: https://welttierschutz.org/eilmeldung-esel/

Unsere Arbeit - die Dokumentation, die sozio-ökonomische Studie sowie die begleitende Petition, in der wir die Betreiber der Esel-Schlachthäuser zur Einhaltung der geltenden Tierschutzbedingungen bewegten - hatte, so ist unser lokaler Partner Dr. Solomon Onyango sicher, erheblichen Einfluss auf die Entscheidung!

Juni 2020: Gericht entscheidet erstmalig zugunsten der Schlachthausbetreiber

Unsere Hoffnung war vergebens, dass das Leid der Esel in Kenia durch die Schließung der vier Esel-Schlachthäuser von staatlicher Seite tatsächlich durchgesetzt wird. Am 15. Juni ließ das Höchste Gericht Kenias verkünden, dass das erst kürzlich ausgesprochene Verbot für die Schlachtung von Eseln und den Export der Häute mit sofortiger Wirkung aufgehoben sei: https://welttierschutz.org/kenias-esel-schlachthaeuser-in-betrieb. Das blutige Geschäft geht weiter.

Jetzt ist es unbedingt notwendig, dass das Ministerium reagiert, sich deutlich gegen diese Entscheidung stellt und dabei ein endgültiges Schlachtverbot von Eseln und den Export der Häute durchsetzt.

Denn es ist zu befürchten, dass die Diebstähle von Eseln und das damit einhergehende Leid der Tiere sich mit der Öffnung der Betriebe wieder häufen werden. Unzählige Eselhalter*innen in Kenia müssen nun wieder um ihre Tiere bangen – und machen ihren Unmut über die sozialen Netzwerke bereits deutlich: Der Hashtag #SaveKenyanDonkeys lässt erahnen, dass sich die Proteste jetzt noch verschärfen werden.

Oktober 2020: Patt zwischen Ministerium und Schlachthausbetreibern

Zwischen dem kenianischen Landwirtschaftsministerium und den Schlachthausbetreibern herrscht momentan eine Patt-Situation. Zwar ist die Verordnung aus dem Februar außer Kraft, doch hält die Veterinärbehörde ihre Inspekteure weiterhin zurück, weshalb derzeit eigentlch keine Esel geschlachtet werden dürfen. Doch das Schlachthaus in Lodwar nutzt eine Gesetzeslücke: Während das Schlachten von Eseln für Exportzwecke weiter untersagt ist, behaupten die Schlachthausbetreiber, dass sie für den lokalen Bedarf an Eselfleisch produzieren würden, der von chinesischen Gastarbeiter*innen in der Region ausgehe. Nach Informationen unserer Partner vor Ort gelangt aktuell eine große Zahl von Eseln aus einem Umkreis von hunderten Kilometern nach Lodwar. Unklar ist derzeit, was mit den Häuten der geschlachteten Esel passiert und ob der Gesetzgeber willens und in der Lage ist, den neuerlichen Betrieb des Schlachthauses zu unterbinden. Lokale Eselbesitzer*innen demonstrieren bereits lautstark gegen diese ernüchternde Entwicklung.

Endgültige Klarheit werden wohl erst die Gerichte liefern, die voraussichtlich Anfang 2021 über die Zukunft der Eselschlachthäuser in Kenia entscheiden werden.

Dezember 2020: Neues Projekt zur Überwachung des Eselhandels

Ungeachtet der gerichtlichen Auseinandersetzungen setzen wir unseren Einsatz für den besseren Schutz der Esel in Kenia und seinen Nachbarländern fort. Gemeinsam mit dem Projektpartner African Network for Animal Welfare (ANAW) sind wir dem Eselhandel an den Grenzen Kenias mit Äthiopien und Tansania auf der Spur, um mit den daraus gewonnenen Informationen die Öffentlichkeit über dieses Problem zu informieren und entsprechende politische Maßnahmen anzustoßen. Bislang sind nur wenige Details über den oft illegalen und für die Tiere häufig qualvolle Handel über die Landesgrenzen zwischen Äthiopien, Tansania und Kenia bekannt. Diese Wissenslücken wollen wir nun schließen, um Maßnahmen zum besseren Schutz der Esel ergreifen zu können.

Der umfassende Lagebericht, für den wir u.a. Grenzbeamt*innen, Eselhalter*innen und lokale Nichtregierungsorganisationen zu Rate ziehen, soll dabei helfen, dass der grenzüberschreitende Handel mit Eseln stärker eingeschränkt und kontrolliert werden kann. Weitere Informationen zu diesem neuen Projekt finden Sie unter: https://welttierschutz.org/projekte/nutztiere/eselhandel-an-den-grenzen-kenias

Mai 2021: Gericht gibt erneut den Schlachthausbetreibern recht

Bedrückende Nachrichten aus Kenia: Kaum mehr als 12 Monate, nachdem eine Verordnung des Landwirtschaftsministeriums den vier Esel-Schlachthäusern im Land ihre Betriebslizenz entzog, hat das Obergericht in Naivasha einer Klage des dortigen Schlachthauses, die sich gegen die Verordnung richtete, stattgegeben. Damit ist nun zu erwarten, dass die Schlachthäuser im Land ihren Betrieb wiederaufnehmen können – mit den bekannten gravierenden Folgen für die Esel und ihre Halter*innen.

Die Nachrichten aus Kenia erfüllen uns mit großer Sorge um die Zukunft der Esel in der gesamten Region Ostafrika und darüber hinaus. Denn der Betrieb der Schlachthäuser hat nicht nur die Eselpopulationen in Kenia rapide sinken lassen, sondern auch zu einem grenzüberschreitenden Eselhandel geführt, der nicht selten mit Diebstählen und großen Qualen für die Esel einhergeht.

Doch unser Einsatz kann jetzt viel bewirken: Mit unserem Projekt in zwei Grenzregionen Kenias zu Äthiopien bzw. Tansania werden wir in den kommenden Monaten genau in den Blick nehmen, welche Auswirkungen dieser Gerichtsentscheid auf den transnationalen Eselhandel hat. Mit unserer Präsenz in den Grenzgebieten können wir illegalen Aktivitäten auf die Spur kommen und im besten Falle gemeinsam mit den Behörden eingreifen, um möglichst viele Esel vor dem Transport in eines der Schlachthäuser zu bewahren.

Derweil ruhen die Hoffnungen der Eselhalter*innen und ihrer Unterstützer*innen noch immer auf Kenias Landwirtschaftsminister Munya, der sich bislang öffentlich als Freund der Esel präsentierte und nun hoffentlich reagieren wird – um neue Maßnahmen zu ergreifen, um den Betrieb der Esel-Schlachthäuser endgültig zu unterbinden.

Juli 2021: Petition und Bürgerdialoge gegen Schlachthäuser

Gemeinsam mit unserem lokalen Partner, dem African Network for Animal Welfare (ANAW), versuchen wir, die Wiedereröffnung der Schlachthäuser zu verhindern: Dafür werden im Bündnis mit anderen Organisationen in 24 Bezirken des Landes Veranstaltungen mit der Bevölkerung organisiert, um Mitstreiter*innen zu gewinnen und gemeinsam eine klare Botschaft an die Regierung gegen die Esel-Schlachthäuser senden zu können. Unser Einsatzgebiet dafür ist im nördlichen Bezirk Marsabit. Dort sammeln wir außerdem Unterschriften für eine Petition, mit der die Regierung dazu verpflichtet werden soll, die Schließung der Schlachthäuser erneut in Angriff zu nehmen und das Schlachten von Eseln durch Streichung aus dem Meat-Act gänzlich zu beenden. Weitere Informationen zu diesem Soforthilfe-Einsatz finden Sie unter: https://welttierschutz.org/eselschutz-in-ostafrika-jeder-tag-zaehlt/

August 2021: Vorerst keine neuen Lizenzen für Esel-Schlachthäuser

Die breite Unterstützung aus der lokalen Bevölkerung hat zum Erfolg geführt: Die Esel-Schlachthäuser in Kenia bleiben weiter geschlossen. Wie der im Landwirtschaftsministerium für Nutztiere zuständige Beamte mitteilte, wollen sich die Behörden über das Gerichtsurteil aus dem Mai hinwegsetzen, das die Ausstellung neuer Lizenzen für die Esel-Schlachthäuser angeordnet hatte. Landesweite Bürgerdialoge und eine Petition – in unserer Projektregion im Norden Kenias jeweils mit WTG-Unterstützung abgehalten – haben ein klares Signal gegen die Schlachthäuser gesendet und dieser Entscheidung des Ministeriums den nötigen Rückenwind verliehen. Außerdem begründete das Ministerium seinen Entschluss mit den durch den vorherigen Betrieb der Schlachthäuser so stark dezimierten Eselbeständen im Land. Doch trotz der guten Nachricht handelt es sich nur um einen Etappensieg für den Schutz der Esel im Land. Denn ob die Entscheidung angesichts des anderslautenden Gerichtsurteils (s. Eintrag aus dem Juli 2021) Bestand haben kann, ist derzeit noch unklar. Ein endgültiger Erfolg im Einsatz gegen die Esel-Schlachthäuser wäre zudem erst erreicht, wenn die Tiere aus dem „Meat Control Act“ (zu Deutsch in etwa: Fleisch-Kontroll-Gesetz) des Landes gestrichen würden und somit grundsätzlich nicht mehr geschlachtet werden dürften. Darauf wirkt ebenfalls die von uns unterstützte Petition hin, für die im Land derzeit die letzten Stimmen gesammelt werden.

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