Indien
Hilfe für Pferde

Das Straßenbild im Bergort Ooty und den umliegenden Städten ist von Pferden und Ponys gezeichnet – als Kutsch- und Arbeitstiere transportieren sie Reisende und Lasten. Weil aber die finanziellen Mittel und auch das Tierschutzbewusstsein unzureichend sind, leiden die Tiere schwer. Gemeinsam mit unserem Partner Worldwide Veterinary Service (WVS) bieten wir regelmäßig mobile tiermedizinische Kliniken sowie eine Notfallambulanz, in deren Rahmen Pferde die notwendigen Behandlungen finden. Zudem bauen wir sowohl das Wissen der Halter*innen als auch die Fähigkeiten lokaler Tierärzt*innen in Bezug auf bessere Lebensbedingungen der Tiere aus.
Tamil Nadu, Indien
In Orten wie Ooty (im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu) sind viele Menschen auf ihre Pferde angewiesen: Die Bergregionen sind besonders beliebte Ziele für Reisende nach Südindien. Auf dem Rücken der Pferde erkunden die Menschen die Umgebung, zudem werden viele Pferde für Transporte von Lasten eingesetzt. Doch die Pferdehalter*innen leben oft unter sehr schwierigen (finanziellen) Bedingungen, sind nicht mit allen Aspekten vertraut, die ein gutes Tierwohl ausmachen, und sehen sich mit logistischen Herausforderungen konfrontiert wie zum Beispiel der schwierigen Beschaffung und Lagerung von Futtermitteln wie Heu.
Im Einsatz für die Tiere
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Weitere InformationenDie Pferde sind großen Gefahren ausgesetzt
Im regen Straßenverkehr werden die Tiere zu Opfern von Unfällen oder geraten in Panik. Auch die konstante Suche nach Futter birgt für die streunenden Pferde tödliche Risiken: Fehlende Grünflächen sorgen dafür, dass sich die Tiere an überquellenden Mülleimern bedienen, um ihren Hunger und das Bedürfnis nach dem Zerkauen zu stillen. Neben Essensresten nehmen sie dabei auch Plastik oder scharfkantige Teile auf. In Folge erleiden die Pferde schwere Verletzungen und entwickeln lebensgefährliche Verdauungsprobleme.
Immer wieder kommt es außerdem zu blutigen Auseinandersetzungen mit anderen Tieren – darunter streunende Hunde, aber auch andere Pferde – im Kampf um knappe Ressourcen. Ohne schützende Obhut sind die Pferde zudem brennender Hitze oder Regenmassen ausgeliefert.
Um das Leid der Pferde zu lindern, sind wir seit 2017 mit unserer Partnerorganisation WVS in Ooty und Umgebung im Einsatz und leisten wichtige Hilfe. Unser Ziel: Wissen stärken, um Tierwohl zu fördern
5 Euro
im Monat
sichern 25 Tieren die wichtige Tetanusimpfung.
45 Euro
versorgen die Tiere einer Farm mit zusätzlichem Futter und grundlegenden Medikamenten wie beispielweise Anti-Parasitika ein Jahr lang.
Mobile tiermedizinische Versorgung – auch im Notfall
Regelmäßig sind unsere Partner im Rahmen mobiler Pferdekliniken in Städten wie Ooty im Einsatz, wo Pferde im Rahmen des Tourismus oder für landwirtschaftliche Transporte genutzt werden und tiermedizinische Versorgung benötigen.

Das Team, bestehend aus Tierärzt*innen und Helfer*innen, leistet Hilfe für …
- streunende Pferde
Die Tiere werden aufgelesen und umfangreich entsprechend der individuellen Notwendigkeit behandelt. Grundsätzlich wird jedes Tier einem gründlichen Gesundheitscheck unterzogen, geimpft und gegen Parasiten behandelt; auch Zahn- und Hufpflegechecks werden durchgeführt.
- für Pferde mit Halter*innen
Auch Pferdehalter*innen werden im Rahmen der mobilen Kliniken besucht. Ihnen bietet unser Team die tiermedizinische Untersuchung und Behandlung ihrer Tiere kostenfrei an, was nicht nur einer langfristigen Besserung des Gesundheitszustandes der Tiere dient, sondern auch dem Aufbau von Vertrauen in das Team und seine tiermedizinische Arbeit. Unter Einbezug dieses Personenkreises in die Maßnahmen wird zudem wichtiges Tierschutzwissen rund um den guten Umgang mit den Tieren und ihre Bedürfnisse vermittelt und so die Basis für mehr Tierwohl geschaffen. Im Auftrag der Gemeinde versehen wir die „Besitzerpferde“ auch mit Mikrochips, wodurch eine bessere Zugehörigkeit zu ihren Halter*innen gewährleistet werden kann.

Neben der festen Kliniktage steht das Team zudem jederzeit in Notfällen bereit, beispielsweise, wenn ein Hilferuf eingeht: Oft sind Pferde durch akute Erkrankungen oder Verletzungen in lebensgefährlichen Situationen.
Um die Einsätze sicherstellen zu können, haben wir die Anschaffung eines Pferdetransporters ermöglicht. Dieser bietet dem Tierärzt*innen-Team Flexibilität im Rahmen der Notfallversorgung sowie die Möglichkeit, schwierige Fälle auf die sichere Weidefläche zu bringen und dort ihre längerfristige Behandlung und Versorgung zu sichern.
Für eine bessere Zukunft: Tierschutzbildung
Um möglichst viele Menschen für die Bedürfnisse und den richtigen Umgang mit Pferden zu sensibilisieren, wurde im Rahmen des Projektes zudem in der Vergangenheit bereits anschauliches Lehrmaterial in Bild- und Videoformat erstellt, das als Leitfaden für die Versorgung der Tiere im Alltag dient und den Halter*innen ausgehändigt wird. Das Booklet stellt beispielsweise bildhaft die Bedürfnisse von Pferden und Eseln sowie tiergerechte und nicht tiergerechte Situationen gegenüber.

Kurze Videos, die auch über soziale Netzwerke und Kurznachrichtendienste unter den Halter*innen verbreitet werden, bieten zusätzlich wertvolle Hilfestellungen bei Themen wie der tiergerechten Haltung und Ernährung, Erster Hilfe und Wundversorgung.
- Tierschutzbewusstsein für die Tierschützer*innen von morgen
Das umfangreiche Informationsmaterial findet zudem Einsatz im Rahmen der Bildungsmaßnahmen an Schulen, wo Kindern die Bedürfnisse der Tiere nahegebracht werden. Unser Team besucht dafür insbesondere Schulen in Gebieten, die eine hohe Anzahl an Pferden und Eseln aufweisen, um eben dort den Schüler*innen zu vermitteln, was gute Haltungsbedingungen kennzeichnen. Dabei geht es um Themen von routinemäßigen Impfungen über Entwurmungsbehandlungen bis hin zum Zugang zu Nahrung, Wasser und Schatten. Die Kinder verinnerlichen so nicht nur schon sehr früh ein Tierschutzbewusstsein, sondern vermitteln diese Inhalte auch an ihre Familie, die in zahlreichen Fällen selbst Pferde- oder Eselhalter*innen sind.

- Fachwissen für Tiermedizinstudierende in Ooty
Da in der tiermedizinischen Ausbildung in Indien leider kaum Wissen und Fähigkeiten zur Versorgung von Pferden und Eseln vermittelt wird, fehlt es auch den lokalen Tierärzt*innen in Ooty an ausreichenden Kenntnissen. Daher legen wir einen weiteren Fokus unseres Einsatzes auf die Aus- und Weiterbildung von Tiermediziner*innen: Zwölf Mal im Jahr bieten wir sechstägige Kurse zum Thema „Tiergesundheit und Tierwohl von Pferden und Eseln“ an, in deren Rahmen lokale angehende oder auch bereits etablierte Tiermediziner*innen unsere mobile Klinik begleiten und so Praxiserfahrungen sammeln. Sie sind bei Untersuchungen, Entwurmungen, Tetanus-Impfungen sowie Zahn- und Hufpflegemaßnahmen dabei und lernen, diese auch selbst durchzuführen.
Zudem erhalten sie auf einem Gnadenhof außerhalb von Ooty praktische Einblicke in die Pflege und Versorgung von älteren Pferden.
- Weitere Workshops
Sechs Mal im Jahr werden zusätzlich praxisorientierte Workshops für Tierhalter*innen, lokale Hufschmiedeund angehende Tiermediziner*innen in Ooty, Mysore oder Kodaikanal angeboten. In diesen spezialisierten Kursen werden Themen erklärt wie Huf- und Zahnpflege sowie Physiotherapie für Pferde vermittelt. Ziel ist es, das gemeinschaftliche Wissen vor Ort zu fördern und zu einem nachhaltigen Verständnis für das Tierwohl beizutragen.
Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, wir wollen durch die Kombination aus regelmäßiger Tierversorgung und gezielter Bildungsarbeit die Lebensbedingungen der Pferde in Südindien nachhaltig verändern. Bitte helfen Sie dabei – mit Ihrer Spende!
Spenden Sie für die treuen Helfer!
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Lesen Sie aktuelle Neuigkeiten aus unseren Projekten für Esel, Rinder & Co.
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Stefanie Brandes
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Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
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