© Cape of Good Hope SPCA

Große Schritte zu einem gesunden Miteinander von Tier und Mensch

Roseline Matthys ist eine von zahlreichen Farmer*innen in Südafrika, die Landwirtschaft als Weg aus der Armut betreiben. Die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und Halterin von Schweinen und Rindern zeigt durch ihre engagierte Teilnahme an unserem Bildungsprojekt mit der Cape of Good Hope SPCA, dass das Tierwohl auch unter schwierigen Bedingungen gestärkt werden kann.

Hintergrund: Tierhaltung in Südafrika

In Südafrika, wo Armut und Arbeitslosigkeit weit verbreitet sind, setzen viele Menschen ihre Hoffnung in die landwirtschaftlichen Tierhaltung. Doch mit der steigenden Anzahl an Kleinbauern wächst das Leid der Tiere, denn viele Farmer sind nicht mit den Grundbedürfnissen der Tiere vertraut. Gemeinsam mit der ältesten Tierschutzorganisation Südafrikas, der Cape of Good Hope SPCA, vermitteln wir den Tierhaltern in mehrwöchigen Workshops Wissen über die tiergerechte Haltung, damit Missstände und damit verbundenes Tierleid nachhaltig abgewendet werden können.

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Als sich Matthys vor zwei Jahren zur Teilnahme an unserem Bildungsprojekt entschied, plagten sie angesichts der Haltung ihrer Tiere noch zahlreiche Sorgen. Matthys fehlte das Wissen, wie sie die Behausung ihrer Schweine verbessern könnte und auch gesundheitliche Probleme wäre sie nicht zu erkennen und lindern fähig gewesen. Diese Schwierigkeiten waren ein wichtiger Auslöser dafür, dass sie sich am Bildungsprojekt einschrieb, um zukünftig besser für ihre Tiere sorgen zu können.

In zehn aufeinander aufbauenden Modulen erlernte Matthys dann die Grundlagen der Nutztierhaltung: Angefangen bei der tiergerechten Unterbringung, über die Fütterung bis hin zur Erkennung und Behandlung von Krankheiten wurde sie in theoretischen und praktischen Lerneinheiten angeleitet.

Doch diese Form der Kurse in großen Gruppen und klassischen Präsenz-Unterrichtseinheiten in Schulgebäuden konnte im Zuge der Corona-Pandemie nicht mehr stattfanden. Um das Risiko einer Ansteckung mit dem Virus gering zu halten und die Infektionsschutzmaßnahmen einzuhalten, wurde das Konzept angepasst: Seit mehr einem Jahr besucht der Bildungsbeauftragte unserer Partnerorganisation, Thembi Nomkala, die Teilnehmenden direkt auf ihren Farmen. Neben der Vermittlung des allgemeinen Tierschutzwissens werden auf diese Weise auch individuelle Probleme oder Fragen bezüglich der Tiere oder deren Haltung konkret angegangen. Auch Matthys war von den Veränderungen betroffen – zeigt sich aber begeistert vom neuen Konzept:

 „Dass meine Farm jetzt regelmäßig besucht wird, ist eindeutig die beste Veränderung, die mit der Corona-Pandemie eingetreten ist“, sagt Roseline Matthys.

Gemeinsam mit weiteren Farmer*innen schloss Matthys im November 2020 erfolgreich alle Tierschutzmodule ab. In kleinen Zeremonien erhielten die Teilnehmenden voller Stolz ihre Zertifikate und kleine Aufmerksamkeiten wie Bücher und Entwurmungsmedikamente für ihre Tiere.

© Cape of Good Hope SPCA

Matthys hingebungsvoller Einsatz ist auch den Tieren in ihrer Obhut anzusehen, wie sich heute im Zuge der Nachsorge zeigt: Ihre Schweine sind gesund und wohlauf. Und auch eine kleine Gruppe Kälber, die sie im Sommer 2020 bei sich aufnahm und mit der Flasche großzog, sind zu gesunden, wohlgenährten Jungkühen herangewachsen.

© Cape of Good Hope SPCA

Und sie hat weitere Pläne: Derzeit gilt ihr großes Interesse der Optimierung der Fütterung. Ein eigener Gemüsegarten für sich und ihre Tiere will sie dafür anlegen.

Matthys ist kein Einzelfall: Bei allen teilnehmenden Farmer*innen zeigt sich ein Bewusstseinswandel dahingehend, dass eine nachhaltige Landwirtschaft immer auch mit Tierwohl verbunden sein muss und nur so langfristig ausreichende Erträge bringt. Unser Projekt erweist sich als Erfolg – auch sichtbar dadurch, dass immer mehr Landwirt*innen der Region ihr Interesse an der Teilnahme äußern. Bereits jetzt vernetzen sie sich eigenständig untereinander und helfen sich in ihrer Nachbarschaft mit den erworbenen Tierwohlkenntnissen bei Fragen oder Problemen gegenseitig aus.

Doch die intensive Einzellehre und das zunehmende Interesse der Tierhalter*innen haben auch immens gewachsene Aufwände unsererseits zur Folge: Inzwischen gilt es, die Betreuung von 40 Farmer*innen in der Region zu gewährleisten. 20 von ihnen, die wie Roseline Matthys die Basis-Tierschutzmodule bereits durchlaufen haben, wollen wir auf dem Weg in die Eigenständigkeit weiter schulen, u.a. mit Modulen zum eigenen Futteranbau und der stress- und schmerzfreien Schlachtung. Darüber hinaus werden zusätzlich in der Township Phillipi 20 neue Tierhalter*innen in das Projekt aufgenommen, die mit den Basismodulen starten.

Jetzt noch stärker für den Tierschutz: Im Doppelpack

Um all dies leisten zu können, werden dafür auch die personellen Kapazitäten erhöht: Der 28-jährige Veterinärtechniker Lwando Mabude wird von nun an den Bildungsbeauftragten Thembi Nomkala bei der Durchführung der Workshops unterstützen. Mit seinem Universitätsabschluss in Tiergesundheit und Arbeitserfahrung beim Landwirtschaftsministerium ist Lwando Mabude in der Lage, Teile der praktischen Lehreinheiten auf den Farmen eigenständig durchzuführen. So wird er die Farmer*innen unter anderem darin anleiten, Medikamente korrekt zu verabreichen und Schlachtungen stress- und schmerzfreier durchzuführen. Darüber hinaus wird er Impfungen durchführen und Thembi Nomkala somit in diesem Bereich entlasten.

Schritt für Schritt können wir mit vereinten Kräften einen umfassenden Wandel hinsichtlich des Bewusstseins für das Wohl der Nutztiere erreichen.  

Ihre Hilfe, liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, macht das erst möglich! Wir sind all jenen sehr dankbar, die das Projekt unterstützt haben und freuen uns, wenn wir alle anderen von dem Wert einer Spende überzeugen können: Sie retten Tierleben!

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