Kambodscha

Bildung buddhistischer Mönche

©ACCB

Das eigene Karma positiv zu beeinflussen hat einen hohen Stellenwert in der kambodschanischen Tradition. In diesem Sinne schenken viele Gläubige Wildtiere an buddhistische Mönche oder kaufen diese „frei“ und setzen sie aus. Diese Praxis ist zwar gut gemeint, bringt jedoch große Tierschutzprobleme mit sich und befördert den Wildtierhandel. Gemeinsam mit dem Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) wollen wir den Tierschutz im Land durch Wissensaufbau, insbesondere bei den Mönchen, verbessern. Zudem unterstützen wir die Versorgung hilfsbedürftiger Wildtiere im Schutzzentrum nahe Ankgor Wat.

Kambodscha

Ob Vögel, Schildkröten, Affen oder Leopardenkatzen: Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie durch vermeintlich gute Taten wie dem traditionellen Schenken von Wildtieren an buddhistische Klöster oder dem Aussetzen zuvor erworbener Tiere, unmittelbar Tierleid fördern. Denn die Tiere werden illegal gewildert und zudem unter nicht tiergerechten Bedingungen gehalten und wieder freigelassen.

Im Einsatz für die Tiere

  • Projektlaufzeit: seit 2013
  • Projektpartner: Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB)
  • Aktivitäten: Bildungsarbeit und Betrieb eines Schutzzentrums
  • Ziel: Schutz von Wildtieren stärken, Tierleid lindern und verhindern
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Unser Einsatz für mehr Tierschutz in Kambodscha besteht aus zwei Schwerpunkten:

1. Buddhistische Mönche werden zu Botschaftern für den Tierschutz

Buddhistische Mönche in Kambodscha genießen ein hohes Ansehen, wodurch sie einen großen Einfluss auf die mehrheitlich buddhistische Gesellschaft haben. So spielen sie eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, die Traditionen des Schenkens von Wildtieren sowie das Aussetzen zuvor gekaufter Wildtiere aus Tierschutzsicht zu betrachten – und die Tradition zu hinterfragen. Deshalb setzen wir im Rahmen des Projektes auf ihre Unterstützung.

Dafür ist es zunächst grundlegend, fehlendes Wissen aufzubauen: Denn die meisten Mönche weisen nur wenig Kenntnisse rund um die Tiere auf, die ihnen in guter Absicht übergeben werden: Es fällt ihnen beispielsweise schwer, diese anhand ihres Aussehens zu identifizieren und entsprechend auch, ihnen tiergerechte Haltungsbedingungen zu bieten. Zudem mangelt es an Wissen über bestehende Tierschutzgesetze und vorherrschender Verbote hinsichtlich des Wilderns sowie der Haltung und des Umgangs mit Wildtieren (Cambodian Law on Forestry, Kapitel 10, Artikel 48-50).

Die Folge ist, dass zahlreiche Tiere nach dem Kauf vom illegalen Wildtierhandel in der Obhut der Klöster unter widrigen Bedingungen gehalten werden – Krankheiten und Verhaltensstörungen können die Folgen sein.

Ein Lehrbuch für den Tierschutz

Da der Tierschutz in der Ausbildung der Mönche bisher keine Rolle spielte und auch keine entsprechenden Bildungsmaterialien vorhanden waren, haben wir zusammen mit unseren Partnern und einigen Mönchen ein Lehrbuch zum Thema Tier- und Umweltschutz in Khmer, der Amtssprache Kambodschas, entwickelt.
Darin werden die heimischen Wildtierarten vorgestellt sowie die häufige Folge der traditionellen Praxis des Schenkens oder des eigenständigen Aussetzens von Wildtieren – das Tierleid – thematisiert. Darüber hinaus werden auch weitere tierschutzrelevante Themen wie die Verwendung von Wildtierprodukten in der traditionellen Medizin angesprochen.

Das Lehrbuch soll einerseits Hilfestellung bei der Identifizierung und Erstversorgung von Wildtieren leisten, die in die Obhut der Klöster kommen. Zum anderen gibt es den Mönchen Argumente an die Hand, um bei den Gläubigen ein Bewusstsein für mehr Tierwohl zu schaffen und derartige religiöse Traditionen wie das Schenken oder eigenständige Auswildern von Wildtieren langfristig zu beenden. Unser Ziel ist es, dass das Lehrbuch künftig landesweit Berücksichtigung in der Ausbildung der Mönche findet und diese somit schon frühzeitig für die vorhandenen Problematiken sensibilisiert werden.

Das Lehrbuch wird zunächst mit Mönchen zwei ausgewählter Pagoden (= turmförmiger Tempel einer religiösen Gemeinschaft) in der Provinz Siem Reap getestet. Das Training umfasst zehn volle Tageseinheiten sowie eine Exkursion in das Wildtierschutzzentrum unserer Partner. So sollen die Mönche über die diversen Tierschutzproblematiken im Land informiert werden. Nach diesen zwei ersten Einsätzen ist eine umfangreiche Evaluation geplant, auf deren Grundlage gegebenenfalls notwendige Anpassungen vorgenommen werden sollen. Dann wird das Projekt auf weitere Pagoden ausgeweitet.

Auf diese Weise sollen nach und nach immer mehr Mönche in ihrer Rolle als Botschafter den Tierschutz sowohl in die Bevölkerung als auch unter den Mönchsnachwuchs tragen und den Schutz der Wildtiere in Kambodscha nachhaltig verbessern.

Klöster, von denen uns bekannt ist, dass diese bereits Wildtiere halten, werden zudem von unserem Partner gesondert angesprochen, mit dem Ziel, dass sie die Tiere in professionelle Hände übergeben. Das Wildtierschutzzentrum unserer Partner bietet sich als tiergerechte Obhut an.

Durch die Zusammenarbeit mit den Mönchen und die Etablierung der häufigsten Tierschutzproblematiken in die Mönchsausbildung soll der Wildtierschutz in Kambodscha nachhaltig verbessert werden. © Angkor Centre for Conservation of Biodiversity
Fördermitglied werden

5 Euro
im Monat

helfen, den Hunger eines geretteten Wildtieres zu stillen.

40 Euro

sichern die Rettung eines Schuppentieres
aus den Fängen von Wilderern.

2. Verbesserung der tiermedizinischen Ausstattung im Schutzzentrum

Das Wildtierschutzzentrum des ACCB befindet sich in der Nähe der Tempelanlagen des Weltkulturerbes Angkor Wat und wird von uns bereits seit vielen Jahren unterstützt. Hier werden hilfsbedürftige, verletzte und kranke Wildtiere aufgepäppelt und auf die Wiederauswilderung vorbereitet. Tiere, deren Gesundheitszustand ein Leben in Freiheit nicht wieder zulässt, können hier auch auf Dauer untergebracht werden. Dazu zählen oft auch Tiere, die zuvor aus dem illegalen Wildtierhandel gerettet wurden, der zum einen durch die Tradition des Schenkens an Klöster, zum anderen durch die Haustierhaltung von Wildtieren befördert wird. Zudem werden aber auch immer wieder hilfsbedürftige Wildtiere von der lokalen Bevölkerung aufgefunden und ins Schutzzentrum gebracht.

Da es in Kambodscha nur sehr wenige tiermedizinische Einrichtungen gibt, werden viele Untersuchungen direkt im Schutzzentrum durchgeführt, was die Notwendigkeit einer soliden tiermedizinischen Ausstattung mit sich bringt. Daher fördern wir die Anschaffung des benötigten medizinischen Equipments. In der Vergangenheit konnte das Schutzzentrum mit unserer Hilfe zum Beispiel bereits mit einem Mikroskop, Stethoskopen, Kühlmöglichkeiten für Medikamente, einem Röntgenbildbetrachter und einem Sterilisierungsgerät für die medizinischen Instrumente ausgestattet werden – essentielle Ausstattung für die zahlreichen Behandlungen.

© Angkor Center for Conservation of Biodiversity

Für die Rettung und Versorgung der im Schutzzentrum untergebrachten Wildtiere übernehmen wir außerdem sowohl einen Teil der Transportkosten als auch Futter- und Medikamentenkosten. Ebenso finanzieren wir den Einsatz einer Mitarbeiterin in der Tierpflege zur Versorgung der Neuzugänge im Quarantänebereich. Um den Schutz der Tiere und Mitarbeiter*innen im Zentrum zu verbessern, werden zudem regelmäßig Schnelltests zur Früherkennung von Vogelgrippe eingesetzt.

Das Schutzzentrum hat sich im Laufe der vergangenen Jahre zu einem anerkannten Ansprechpartner für die Versorgung von Wildtieren in Kambodscha etabliert. Davon zeugt zum einen die sehr gute Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden als auch mit der Bevölkerung, die immer wieder Tiere in die Obhut des ACCB übergibt.

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, mit Tierschutzbildung und der bestmöglichen tiermedizinischen Versorgung notleidender Wildtiere wollen wir den Tierschutz in Kambodscha nachhaltig verbessern. Bitte helfen Sie uns dabei – mit Ihrer Spende.

Schenken Sie Wildtieren Schutz!

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir unsere weltweite Tierschutzarbeit leisten. Bitte unterstützen Sie uns.

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