Nutztierwohl trotz Ausgangssperre

Seit Wochen gilt in Südafrika eine strenge Ausgangssperre. Auch viele der Landwirt*innen in den Blue Downs (Kapstadt), wo wir uns für eine tiergerechte Haltung der Nutztiere einsetzen, stellt dies vor große Herausforderungen: Sie benötigen nun eine Sondergenehmigung, um ihr Haus verlassen und die Versorgung ihrer Tiere sicherzustellen zu können. Zudem gibt es Engpässe bei der Lieferung von Futtermitteln.


Hintergrund: Tierhaltung in Südafrika

In Südafrika, wo Armut und Arbeitslosigkeit weit verbreitet sind, setzen viele Menschen ihre Hoffnung in die landwirtschaftlichen Tierhaltung. Doch mit der steigenden Anzahl an Kleinbauern wächst das Leid der Tiere, denn viele Farmer sind nicht mit den Grundbedürfnissen der Tiere vertraut. Gemeinsam mit der ältesten Tierschutzorganisation Südafrikas, der Cape of Good Hope SPCA, vermitteln wir den Tierhaltern in mehrwöchigen Workshops Wissen über die tiergerechte Haltung, damit Missstände und damit verbundenes Tierleid nachhaltig abgewendet werden können.

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Es ist genau definiert, wer in Südafrika derzeit weiterhin außerhalb der eigenen vier Wände arbeiten darf. Dazu zählen neben systemrelevanten Berufsgruppen wie medizinischem Personal und Supermarktangestellten glücklicherweise auch die Tierärzt*innen unserer Partnerorganisation Cape of Good Hope SPCA.

Unsere regelmäßigen Workshops für Tierhalter*innen, durch die wir die Haltungsbedingungen und dadurch die Lebensqualität der Tiere verbessern wollen, müssen aufgrund der Restriktionen aber natürlich derzeit aussetzen. Doch unser Einsatz für die Farmer*innen und ihre Tiere geht weiter.

Zwar können Farmer*innen, die nicht in unmittelbarer Nähe zu ihren Tieren wohnen, eine Sondergenehmigung beantragen: Diese würde ihnen erlauben, ihren Wohnort zu verlassen und ihre Tiere zu versorgen. Doch die bürokratischen Hürden sind für viele ohne Unterstützung kaum zu bewältigen.

Wir konnten helfen und erreichen, dass mehr als 200 von ihnen schon nach wenigen Tagen eine Ausgehgenehmigung erhielten,

berichtet Thembi Nomkala von der Cape SPCA, der als Ansprechpartner und Vertrauensperson für viele Landwirt*innen in Blue Downs gilt.

Engpässe bei der Verfügbarkeit von Futter und Ausstattungsmaterial für die Ställe

Doch das ist nicht die einzige Herausforderung für die Tierhalter*innen: Hinzu kommt, dass Teile des Futters für die Tiere sowie auch Materialien für die Ställe schwer oder gar nicht verfügbar sind. Normalerweise nutzen die rund 50 Farmer*innen einer Region das Angebot der lokalen Lebensmittelgeschäfte, die ihnen überschüssiges Gemüse zur Verfütterung an die Tiere bereitstellen – doch diese Geschäfte haben ihr Angebot derzeit einstellen müssen. Doch auch hier beweist sich die Bedeutung der zurückliegenden Netzwerkarbeit:

Mich hat die Kreativität der Farmer sehr beeindruckt. Einer hat zum Beispiel saure Milch, die er von einer benachbarten Farm erhält, mit Brot vermengt und verfüttert dieses an seine Schweine,

so Thembi. Der Mitarbeiter unserer Partnerorganisation ist rund um die Uhr im Einsatz und hilft, wo er nur kann. So organisiert er aktuell zudem Heu und Sägespane und verteilt diese an Landwirt*innen. Um zu verhindern, dass sich das Virus unter den Landwirt*innen der Blue Downs ausbreitet, stellen unsere Partner außerdem Wasser und Desinfektionsmittel zur Verfügung.

Den Nutztierne in Kapstadt geht es besser
© Cape of Good Hope SPCA

Durch all diese Maßnahmen versuchen wir auch in der aktuellen Krisenzeit Tierleid zu verhindern und so die Gesundheit von Mensch und Tier sicherzustellen.

 

Der WTG-Nothilfefonds: Schutz für die Helfer

Futter und Wasser, Fürsorge und eine tiermedizinische Versorgung – bereits mit einer Spende von 70 Euro für den WTG-Nothilfefonds stellen Sie eine Erste-Hilfe-Box zur Erstversorgung der Tiere sicher.

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