Eselhandel an den Grenzen Kenias

Den grenzüberschreitenden Handel mit den Nachbarstaaten Äthiopien und Tansania eindämmen und Tierleid verhindern

© Solomon Onyango

Mit der steigenden Nachfrage nach neuen Bezugsquellen zur Herstellung des vermeintlichen Heilmittels Ejiao hatte sich Kenia mit seinen vier Esel-Schlachthäusern in den letzten Jahren zum Zentrum der Eselshaut-Exporte in Ostafrika entwickelt. Doch längst nicht alle geschlachteten Tiere stammten aus dem Land selbst. Auch aus Nachbarstaaten wie Äthiopien und Tansania wurden Esel – zum Teil illegal – beschafft. Gemeinsam mit dem African Network for Animal Welfare (ANAW) untersuchen wir den Eselhandel an den Grenzen Kenias mit Äthiopien und Tansania, um valide Daten zu sammeln und Öffentlichkeit und Politik zu informieren. So schaffen wir die Grundlagen für ein langfristiges Verbot der Schlachtung von Eseln in Kenia.

Kenia, Tansania und Äthiopien

Millionen Esel weltweit leiden in Folge der enormen Nachfrage nach ihren Häuten zur Herstellung von Ejiao. Dass sich die Grenzregionen Kenias mit Äthiopien und Tansania sich dabei als Hotspots für den Eselhauthandel etabliert hatten, hängt sowohl mit den noch immer großen Eselbeständen (vor allem in Äthiopien), als auch den hiesigen Eselschlachthäusern in Kenia und Tansania zusammen. Die Folge waren auch Diebstähle und der Schmuggel von Eseln.

Bislang gibt es kaum fundierte Daten, wie der oft illegale und für die Tiere häufig qualvolle Handel von Äthiopien und Tansania nach Kenia abläuft. Der aktuellen Schließungen aller Esel-Schlachthäuser in Tansania und Kenia zum Trotz (Stand Januar 2022), gibt es weiterhin Berichte über Diebstähle von Eseln und deren Bewegungen über die Grenzen hinweg. Mit welchem Ziel? Auch darüber ist bis dato weitgehend wenig bekannt.

Dokumentation des Handels und Aufbau lokaler Netzwerke in den Grenzregionen

Um die Problematiken des Eselhauthandels belegen und bei Öffentlichkeit und Politik Wirkung erzielen zu können, bedarf es valider Daten. Um sowohl über Umfang als auch Art und Größenordnung des grenzüberschreitenden Handels von Eseln Informationen zu erlangen, setzen wir mit unserem Partner Teams an entscheidenden Regionen ein:

  • In Marsabit (Grenzregion Kenia-Äthiopien) befindet sich der einzige Grenzübergang entlang der ansonsten spärlich besiedelten Grenze zu Äthiopien.
  • Migori (Grenzregion Kenia-Tansania) liegt an einer von drei Hauptrouten für den Transport von Nutztieren zwischen Kenia und Tansania.

Die Teams dokumentieren dort akribisch alle zu beobachtenden Handlungen mit Eseln – wie die Anzahl der Tiere, die die Grenzpunkte zwischen Kenia und Äthiopien bzw. Kenia und Tansania passieren und welche Informationen beispielsweise hinsichtlich der Herkunft und des Zielortes der Tiere herauszufinden sind. Dabei erhalten sie Unterstützung von insgesamt acht lokalen Informationsnetzwerken, die sich aus je sechs Gemeindemitgliedern zusammensetzen. Zudem sammeln sie auch in Gesprächen mit nationalen Behörden und der lokalen Bevölkerung Informationen.

Einbindung der lokalen Eselhalter*innen

Ebenso sind die Eselhalter*innen in der Region für uns ganz besonders wichtige Ansprechpartner*innen, da sie die Situation sehr genau kennen. Mit mehr als 500 von ihnen wurden binnen eines Jahres bereits 20 Gruppendiskussionen veranstaltet, in deren Rahmen sie ihre Erfahrungen und Bedenken bezüglich des Eselshauthandels und Eseldiebstählen hervorhoben.

Durch diesen umfangreichen Austausch ist es uns nicht nur möglich, wertvolle Beobachtungen und Erfahrungswerte zu erlangen, sondern zudem die Eselhalter*innen gezielt in Sachen Tierwohl zu beraten und sie beim verbesserten Eselschutz in den Gemeinden zu unterstützen.

© Solomon Onyango

Das Leid der Esel ins öffentliche Interesse rücken

Um anhand der erfassten Daten und Informationen die Problematik des Eselshauthandels und die vielfältigen negativen Auswirkungen bekannter zu machen, arbeiten wir eng mit nationalen und internationalen Medien zusammen. Diverse Zeitungsberichte und Interviews, in denen unsere Partner ebenso wie Eselhalter*innen zu Wort kommen, konnten bereits verwirklicht werden – im Zuge noch intensiverer Medienarbeit soll zukünftig an diese Erfolge angeknüpft werden.

Denn durch die Präsenz des Themas in den Medien, erhöhen wir auch den Druck auf die Politik bezüglich langfristiger Entscheidungen zum Eselhauthandel. Im Mittelpunkt unserer Bemühungen steht die Änderung des Fleisch-Kontroll-Gesetzes (Meat-Act), das in Kenia derzeit Esel als Schlachttiere deklariert. Um die Leben der Tiere langfristig und nachhaltig zu schützen, müssen sie dort gestrichen werden – denn dann wäre auch ihre Schlachtung verboten.

Ebenso wird mit Regierungsvertreter*innen in Kenia und, sofern es die Sicherheitslage zulässt, auch in Äthiopien, hinsichtlich einer möglichen Überprüfung und Entwicklung der Gesetzgebung auf Kreis- und Landesebene diskutiert.

© Solomon Onyango

Vorsorgen ist besser als Nachsorgen

Da die Schlachthäuser derzeit nicht operieren dürfen, hat auch die Anzahl der zu beobachtenden Eselbewegungen entlang der Grenzen abgenommen (Stand Januar 2022) – gänzlich eingedämmt werden konnte aber bisher weder der grenzüberschreitende Handel noch die Diebstähle von Eseln. Zudem könnten die Esel-Schlachthäuser jederzeit wiedereröffnen, was erneut zu einem immensen Problem führen würde. Für diesen schlimmsten Fall sind wir durch die Teams an den Grenzposten und dank der lokalen Netzwerke in den entsprechenden Regionen gewappnet.

Gleichzeitig gilt es, dass wir weiterhin öffentlichkeitswirksam und politisch das Ende des Eselhauthandels durch eine endgültige Schließung der Schlachthäuser verfolgen.

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, mit diesem Projekt schaffen wir die Basis für ein Ende des Eselhauthandels in Kenia. Bitte helfen Sie uns dabei – mit Ihrer Spende!

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Sonja Calvus
Projektmanagerin Nutztiere

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: info@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
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