Eselhandel an den Grenzen Kenias

Mit neuem Wissen wollen wir den grenzüberschreitenden Handel mit den Nachbarstaaten Äthiopien und Tansania eindämmen – und somit Tierleid verhindern

© Solomon Onyango

Coronakrise: Tierschutz in Zeiten der Pandemie:

Die unterschiedlichen Aktivitäten und Schwerpunkte unserer Tierschutzarbeit weltweit – ob Schutzzentrum oder mobile Klinik, Hilfe für Streuner, Nutz- oder Wildtiere – mussten angesichts der Pandemie pausiert oder angepasst werden:

Es bleibt höchste Priorität, Tierleben zu retten, dabei gefährden wir aber nicht die Gesundheit der Menschen und erhöhen das Ansteckungsrisiko. Mit Hilfe des WTG-Nothilfefonds wollen wir eine grundlegende Tierschutzarbeit trotz Coronakrise ermöglichen. Lesen Sie hier mehr: »Tierschutzarbeit in Zeiten der Coronakrise

Wir versprechen Ihnen: Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um den Schutz der Tiere – der Streunerkatzen und -hunde, Nutztiere wie Esel, Rinder, Schafe und Ziegen sowie Wildtiere wie Schuppen- und Faultiere, Elefanten und Bären – auch weiterhin sicherzustellen. »Bitte unterstützen Sie uns dabei!

Weltweit suchen Hersteller des vermeintlichen Heilmittels Ejiao nach Bezugsquellen für neue Eselshäute. Kenia hat sich in den letzten Jahren zum Zentrum der Exporte in Ostafrika entwickelt: 2019 wurden hier 380.000 Esel für den Handel nach China geschlachtet. Doch längst nicht alle Tiere stammen aus Kenia – auch aus Nachbarstaaten wie Äthiopien und Tansania werden Esel – zum Teil illegal – beschafft.
Die Welttierschutzgesellschaft untersucht jetzt – gemeinsam mit dem Projektpartner African Network for Animal Welfare (ANAW) – den Eselhandel an den Grenzen Kenias mit Äthiopien und Tansania, um mit den daraus gewonnenen Informationen die Öffentlichkeit über dieses Problem zu informieren und entsprechende politische Maßnahmen anzustoßen.

Kenia, Tansania und Äthiopien

Millionen Esel weltweit leiden in Folge der enormen Nachfrage Chinas nach ihren Häuten zur Herstellung des vermeintlichen Heilmittels Ejiao. Davon besonders betroffen sind auch Staaten Ostafrikas wie Kenia, Tansania und Äthiopien. Die Region ist ein Hotspot für den Eselhauthandel, was einerseits an den noch immer großen Eselbeständen vor allem in Äthiopien liegt, andererseits an den insgesamt sechs Eselschlachthäusern in Kenia und Tansania, die Diebstähle und Schmuggel von Eseln in der gesamten Region zur Folge haben. Der Handel führt zu enormem Tierleid und bringt unzählige Familien, die von der Arbeitskraft ihrer Esel abhängig sind, in Existenznöte.

Bislang ist nur wenig darüber bekannt, wie der oft illegale und für die Tiere häufig qualvolle Handel über die Landesgrenzen zwischen Äthiopien, Tansania und Kenia hinweg abläuft. Diese Wissenslücken wollen wir nun schließen, um Maßnahmen zum besseren Schutz der Esel ergreifen zu können. Im ersten Schritt des Projekts werden wir mit einer gezielten Untersuchung einen Überblick erhalten.

Nach dem langen Transport in die Schlachthäuser sind viele Esel am Ende ihrer Kräfte. © Solomon Onyango

Für ein möglichst umfassendes Bild setzen wir Einsatzteams in den Grenzregionen Marsabit (Kenia-Äthiopien) und Migori (Kenia-Tansania) ein, um belastbare Informationen über den Handel zu sammeln. Diese Regionen wurden sehr bewusst ausgewählt: In Marsabit befindet sich der einzige Grenzübergang entlang der ansonsten spärlich besiedelten Grenze zu Äthiopien. Migori liegt an einer von drei Hauptrouten für den Transport von Nutztieren zwischen Kenia und Tansania. Die Einsatzteams gehen dabei u.a. folgenden Fragen nach:

  • Wie viele Tiere passieren täglich die Grenzpunkte zwischen Kenia und Äthiopien bzw. Kenia und Tansania?
  • Woher stammen diese Tiere ursprünglich?
  • Wohin sollen sie gebracht werden?

Um diese und weitere bis dato unbelegte Fakten zu erhalten, werde verschiedene Gruppen angesprochen. Dazu zählen lokale wie nationale Behörden (z.B. Grenzbeamt*innen und Vertreter*innen der Veterinärbehörden) sowie örtliche Nichtregierungsorganisationen.

Die auffällig dunklen Esel, die in den Gehegen der kenianischen Schlachthäuser zu beobachten sind, stammen vermutlich aus Äthiopien. © Solomon Onyango

Zusammenarbeit mit den lokalen Eselhalter*innen

Unbedingt notwendig ist es auch, die Eselhalter*innen in den Regionen einzubinden – denn sie müssen nicht nur um die Gefahren wissen, sondern auch eigenständig den Schutz ihrer Tiere sicherstellen. Sie sind für uns deshalb ganz besonders wichtige Ansprechpartner*innen und liefern wichtige Informationen, da sie die Situation in der Region sehr genau kennen, wertvolle Beobachtungen und Erfahrungen teilen und auch besonders motiviert werden können, an einer Verbesserungenmitzuwirken. In umfangreichen Gesprächen werden wir mit ihnen gezielt arbeiten, sie in Sachen Tierwohl beraten und beim verbesserten Eselschutz in den Gemeinden unterstützen. Allein in der Grenzregion zwischen Kenia und Tansania sind es mehrere hundert Mitglieder der lokalen Gemeinden, mit denen wir intensiv zusammenarbeiten werden.

Die lokalen Eselhalter*innen sind für uns wichtige Ansprechpartner. © Solomon Onyango

Gesetzliche Rahmenbedingungen prüfen

Zusätzlich findet eine Analyse zur lokalen Gesetzeslage für den Handel mit Eseln in den Grenzregionen statt. Regelungslücken, die dabei möglicherweise festgestellt werden, können dann aktiv gegenüber den lokalen bzw. nationalen Regierungen angesprochen werden.

Mit neuem Wissen nachhaltige Veränderungen schaffen

Ziel der Recherche ist es, einen tiefen Einblick in den grenzüberschreitenden Eselhandel zwischen Kenia und Äthiopien sowie Kenia und Tansania zu erhalten. Der umfassende Lagebericht wird die Grundlage für weitere Maßnahmen bilden:

  • Wir wollen die offiziellen Vertreter*innen der kenianischen Grenzbezirke Migori und Marsabit dazu bewegen, Verordnungen zu erlassen, mit denen auch der grenzüberschreitende Handel mit Eseln stärker eingeschränkt und kontrolliert werden kann.
  • Auch in Äthiopien wollen wir die Ergebnisse der nationalen Regierung vorstellen, um dort eine Überprüfung der Gesetze zu veranlassen.

Außerdem werden wir die Resultate unserer Untersuchung lokalen wie internationalen Medien zugänglich machen – und so für eine breite öffentliche Aufmerksamkeit sorgen. Es ist wichtig, dass gerade die Bevölkerung in den betroffenen Ländern über die Folgen des Eselhandels informiert wird, um sich auf dieser Basis aus eigener Initiative für den Schutz ihrer Tiere – aber auch für gesetzliche Veränderungen – einzusetzen.

Wir gehen so den nächsten wichtigen Schritt im Kampf gegen den Eselhauthandel. Bitte, liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, helfen Sie uns dabei – mit Ihrer Spende schaffen Sie die Basis für nachhaltigen Eselschutz!

Schützen Sie Eselleben!

Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, die Grundlage für mehr Tierschutz in Kenia zu schaffen.

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Leiterin Tierschutzarbeit

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: info@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin