Vietnam
„Galle-Bären“-Rettung
Trotz großer Fortschritte in den letzten 20 Jahren befinden sich in Vietnam noch rund 150 Kragen- und Malaienbären auf ehemals betriebenen „Galle-Bären-Farmen“ – einigen wird noch immer illegal Gallesaft abgezapft. Hinzu kommt, dass die vergleichsweise kleinen Bärenarten zum Teil illegal für die Haustierhaltung gehandelt werden. Um möglichst viele der Tiere aus ihren misslichen Lagen befreien und ihnen ein Leben ohne Leid bieten zu können, bauen wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Free The Bears (FTB) ein Schutzzentrum im Cat Tien Nationalpark aus. Dort sichern wir auch die tiermedizinische Versorgung der geretteten, oft schwer kranken Bären, ihre Pflege und bärengerechte Ernährung und machen uns durch Informationsarbeit für mehr Tierschutzbewusstsein im Land stark.
Vietnam
Im Einsatz für die Tiere
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Weitere InformationenSeit 2014: Im Einsatz für die Bären in Vietnam
Zu Beginn unseres Einsatzes war eines der grundlegenden Probleme, die der Rettung von geschundenen Bären in Vietnam im Wege stand, das Fehlen tiergerechter Unterbringungsmöglichkeiten wie Schutzzentren. Eines der wenigen Zentren war lange Zeit das staatlich geführte „Cat Tien Bear Rescue Centre“ (zu Deutsch: Cat Tien Bärenrettungszentrum) im südvietnamesischen Cat Tien Nationalpark. Für ursprünglich 16 Bären errichtet, beherbergte dieses im Jahr 2014, dem Beginn unseres Einsatzes, 35 Tiere – und somit weit mehr als die Kapazitäten im Hinblick auf eine tiergerechte Unterbringung und Versorgung zuließen. Gemeinsam mit unserem Partner Free The Bears bemühten wir uns in den ersten Jahren der Zusammenarbeit durch Ausbauarbeiten darum, mehr Platz und tiergerechtere Gehege für die dort untergebrachten Bären zu schaffen.
Doch die Dringlichkeit, weitere Bären aus ihrer leidvollen Gefangenschaft zu befreien, war groß, die Aufnahme im bestehenden Zentrum aber keine Option. Es bedurfte eines größeren Platzangebotes und einer dauerhaften Lösung für die Unterbringung der Bären auf Lebenszeit. Denn nach Jahren der privaten Haltung sind die Tiere in der freien Natur nicht mehr überlebensfähig.
30 Euro
im Monat
sichern die Transportkosten für gerettete Tiere.
120 Euro
ermöglichen eine Woche Bauzeit vom Rettungszentrum
Auf- und Ausbau eines neuen Schutzzentrums für Bären in Vietnam
Um Kapazitäten für die Aufnahme weiterer Bären zu schaffen, begannen wir 2014 gemeinsam mit unseren Partnern den Bau eines komplett neuen und vor allem größeren Schutzzentrums unweit des alten: das Cat Tien Bear Sanctuary.
- Ende 2017 waren die ersten beiden Bärenhäuser mit angeschlossenen weitläufigen Gehegen fertiggestellt. Bis März 2018 wurden 25 Kragen- und Malaienbären vom alten in das neue, bärengerechte Schutzzentrum umgesiedelt.
- Im Herbst 2019 wurde das dritte Bärenhaus inklusive eines weitläufigen Außenbereichs fertiggestellt, das Platz für weitere 16 Bären bietet.
- 2019 errichteten wir zudem eine Tierklinik auf dem Gelände, um die Tiere, die oftmals an chronischen Krankheiten als Folge der Gefangenschaft, Fehlernährung und des Abzapfens der Galle leiden, auch angemessen tiermedizinisch versorgen zu können. Die Besonderheit der Klinik ist eine Glasscheibe, die den geräumigen OP-Raum von einem Besprechungsraum trennt. Tiermedizinstudent*innen, aber auch Tierärzt*innen ist es dadurch möglich, bei Behandlungen zuzusehen und in Austausch zu treten, ohne die Tiere zu stören oder zu gefährden
- Anfang 2020 wurden zwei weitere mit unserer Unterstützung errichtete und ausgestattete Gebäude fertiggestellt: Eines dient der Futteraufbewahrung und -zubereitung (u.a. Fleisch, frisches Obst und Gemüse). Hier wird zudem „Enrichment” für die Bären hergestellt und gelagert.
- Bei dem zweiten Gebäude handelt es sich um den Trakt der Tierpfleger*innen, in dem die Mitarbeiter*innen sich umziehen und ihre persönlichen Dinge verwahren können – mit unserer Hilfe mit einem Hygienebereich ausgestattet. Dieser dient dazu, die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern auf die Bären auf ein Minimum zu reduzieren und zu einer stabilen Gesundheit der Tiere beizutragen.
- 2022 wurde ein viertes Bärenhaus errichtet. Zudem wurde das erste Bärenhaus um zwei jeweils 500 Quadratmeter große Gehege erweitert, die besonders auf die Bedürfnisse von Bären in hohem Alter oder mit eingeschränkter Mobilität ausgerichtet sind. Ebenfalls konnte 2022 jedes der Bärenhäuser mit einem eigenen Abwassersystem ausgestattet werden. Mithilfe von Schilf werden aus dem zur Reinigung der Bärengehege verwendeten Wassers die Schadstoffe auf natürliche Weise herausgefiltert. Zudem wurde eine Biogasanlage in Betrieb genommen, der die im Schutzzentrum entstehenden Abfälle zugeführt werden. Diese Biomasse wird in der Biogasanlage vergärt und auf diese Weise nachhaltig entsorgt.
- Zuletzt wurde das Cat Tien Bear Rescue Centre umfassend renoviert. Die Arbeiten konnten Anfang 2025 erfolgreich abgeschlossen werden.
Darüber hinaus stellen wir die Finanzierung der Personalkosten des Schutzzentrums laufend sicher, so dass sowohl die Versorgung der Bären als auch das Voranschreiten der Bauarbeiten gewährleistet wird.
Es ist weiterhin wichtig, die Kapazitäten der Schutzzentren auszubauen, um sowohl den bereits geretteten Bären ein tiergerechtes Leben zu bieten und gleichzeitig weitere Bären aus der qualvollen Haltung befreien zu können.

Mit Nahrungsmitteln bestückte Materialien fördern die natürlichen Instinkte der Bären im Schutzzentrum. © Free The Bears
Zahlreiche Hintergründe zu unserer Projektarbeit sowie spannende Einblicke in das Leben der ehemaligen Galle-Bären in der Obhut unserer Partner bietet Ihnen auch diese Folge von Tierwelten, dem Podcast der Welttierschutzgesellschaft:
Unser Ziel: 36.000 Quadratmeter Lebensraum für Bären
Mittlerweile finden im Schutzzentrum 44 Tiere eine tiergerechte Unterbringung in natürlicher und weitläufiger Umgebung: Sie erhalten bärengerechtes Futter, umfangreiche tiermedizinische Versorgung und haben die Möglichkeit, bis an ihr Lebensende ein sicheres und leidfreies Bärenleben führen zu können.
Den Bären stehen in den Waldgehegen zudem Beschäftigungsmöglichkeiten wie Klettertürme, Hängematten und Bademöglichkeiten zur Verfügung. Zahlreiche Bäume und Sträucher ermöglichen den Tieren, ihr natürliches Verhalten wiederzuentdecken und bestmöglich auszuleben, und bieten ihnen gleichzeitig Rückzugsmöglichkeiten.
Um künftig noch mehr Tiere aus leidvollen Haltungen befreien und im Schutzzentrum unterbringen zu können, bauen wir fortlaufend die Kapazitäten aus: So befand sich ein fünftes Bärenhaus mitsamt angrenzenden Außengehegen in Planung. Doch ein vom Nationalpark verhängtes Baumoratorium, also ein (vorübergehender) Baustopp, hat die Umsetzung bisher verzögert. Es besteht zwar Hoffnung, dass sich an dieser Situation noch etwas ändern könnte – wann genau oder ob überhaupt, ist jedoch derzeit völlig ungewiss.
Das alte Zentrum dient mittlerweile vornehmlich als Quarantänestation. Dank des freigewordenen Platzes durch die Umsiedlung der Bären in das neue Schutzzentrum konnten wir allein in den Jahren 2021 und 2022 die Rettung von sechs weiteren Bären aus leidvoller Haltung ermöglichen.

Zwei gerettete Bären in einem der weitläufigen Gehege des Schutzzentrums. © Free The Bears

Luftaufnahme eines Teilbereiches des neuen Schutzzentrums mit Bärenhaus und angeschlossenem Waldgehege © Free The Bears
Tierschutzbildung für einen nachhaltigen Bewusstseinswandel
Weil es regulär jedes Jahr mehrere zehntausend Besucher*innen in den Cat Tien Nationalpark zieht, in dem sich auch das neue Schutzzentrum befindet, bietet sich die optimale Möglichkeit für umfangreiche Tierschutzbildung: Im Rahmen geführter Touren informieren unsere Partner über die Situation der Tiere und ihre Bedürfnisse, zeigen die Problematiken der Galle-Gewinnung auf und verringern so die Nachfrage nach derartigen Qual-Produkten. Im 2022 fertiggestellten „Bear Discovery Center“ (zu Deutsch: Bär-Entdeckungs-Zentrum) im Schutzzentrum, dessen Ausstattung von uns unterstützt wurde, können sich die Besucher*innen interaktiv über den Schutz der Bären und ihre Bedürfnisse informieren.
Zudem werden die Besucher*innen des Schutzzentrums aktiv eingebunden, etwa indem sie „Enrichment” für die Tiere mit Futter bestücken.
Auch die Schulung der Tierärzt*innen und Tierpfleger*innen im Team ist von zentraler Bedeutung, um den geretteten Bären langfristig die bestmögliche Pflege bieten zu können. Für einen effektiven und nachhaltigen Betrieb des Schutzzentrums sollen daher 2025 und 2026 insgesamt vier Workshops vor Ort durchgeführt werden. Ziel ist es, die fachlichen Kompetenzen der Tierärzt*innen und des Pflegepersonals gezielt zu stärken.
Zusätzlich soll an den Gehegen ein kleiner Lehrpfad entstehen, auf dem die Besucher*innen die Bären in einer ihrer Natur entsprechenden Umgebung bei ihren natürlichen Verhaltensweisen beobachten können. Dadurch soll das Bewusstsein für den Tierschutz gestärkt und die Problematik der Bärenhaltung zur Gewinnung von Gallensaft verdeutlicht werden.
Darüber hinaus setzen wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Free The Bears auf eine umfassende Bildungsarbeit an Schulen. Wir möchten verhindern, dass zukünftige Generationen zur Ausbeutung von Bären beitragen. Stattdessen wollen wir Kinder und Jugendliche frühzeitig für die Bedürfnisse der Tiere sensibilisieren und eine Verbundenheit mit den Bären sowie ihrer natürlichen Lebensweise fördern.

Dieser Bär wird gerettet: Nach Jahren in tierwidriger Gefangenschaft soll er im Schutzzentrum endlich ein bärengerechtes Leben führen können. © Free The Bears
Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, 2022 wurde erstmals erreicht, dass sich in Vietnam mehr „Galle-Bären“ in Schutzzentren als in Gefangenschaft befinden. Durch den intensiven Austausch mit den verbliebenen Bärenhalter*innen setzen wir alles daran, auch die letzten „Galle-Bären“ in Vietnam zu befreien. Stellen Sie nun mit uns sicher, dass auch die letzten leidenden Bären ihren Weg in Sicherheit finden – spenden Sie für den weiteren Ausbau des Schutzzentrums sowie für die Rettung und Versorgung der Tiere!
Schenken Sie Wildtieren Schutz!
Nur mit Ihrer Unterstützung können wir unsere weltweite Tierschutzarbeit leisten. Bitte unterstützen Sie uns.
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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen
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Christine Rattel
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