Myanmar
Versorgung von Arbeitselefanten
Hinweis: Der seit nunmehr Februar 2021 andauernde politische Ausnahmezustand in Myanmar angesichts des Militärputsches stellt unseren Einsatz vor besondere Herausforderungen. Die Projektaktivitäten werden aktuell nicht in der im Folgenden dargestellten Weise durchgeführt.

Als eines der letzten Länder Asiens setzt Myanmar in der Forstwirtschaft rund um den Indawgyi-See und darüber hinaus auch heute noch Arbeitselefanten ein. Bei der Haltung und insbesondere der traditionellen Zähmung der Tiere spielt der Tierschutz bisher aber kaum eine Rolle. Der gewaltsame Umgang mit den Elefanten sowie eine mangelhafte Grund- und tiermedizinische Versorgung haben zur Folge, dass viele Tiere lebenslange körperliche und geistige Schäden erleiden. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Friends of Wildlife (kurz: FoW) helfen wir den privat gehaltenen Elefanten in ihrer misslichen Lage.
Myanmar
Im Einsatz für die Tiere
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Weitere InformationenFür die lokale Holzwirtschaft werden in unserem Projektgebiet Elefanten als unverzichtbar gesehen: Mit ihnen ist es möglich, an Orte im dichten Wald zu gelangen, die für Maschinen unzugänglich sind. Elefantenhalter*innen vermieten ihre Tiere dafür an sogenannte Elefantenführer*innen, Mahouts bzw. in Myanmar als „Oozies“ bezeichnet, die diese dann in der Holzwirtschaft rund um den Indawgyi See einsetzen.
Die Elefanten spielen zwar eine wichtige Rolle für den Lebensunterhalt der lokalen Bevölkerung, dennoch steht ihr langfristiges Überleben vor erheblichen Herausforderungen. Diese resultieren aus einem Zusammenspiel verschiedener struktureller Faktoren, die eng miteinander verknüpft sind.

Die Qualen der Elefanten beenden – von Beginn an
Schon weit bevor die Elefanten eingesetzt werden, beginnt mit der Zähmung ihr Leidensweg. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom „Brechen des Willens“. Mangels Wissens im Hinblick auf tiergerechtere Ausbildungsmethoden erfolgt die Zähmung noch heute vornehmlich entsprechend alten Traditionen und stellt eine wahre Tortur für die Tiere dar: Im Alter von etwa vier bis fünf Jahren werden den Jungtieren Wasser und Nahrung entzogen sowie oftmals Schmerzen durch wochenlanges Anketten und durch Schläge zugefügt, bis ihr Wille gebrochen ist und sie dem Menschen Folge leisten. Oftmals wird auch in späteren Lebensjahren noch regelmäßig Gewalt angewendet, um das Machtgefüge aufrechtzuerhalten. Der Einsatz von Macheten oder anderer Instrumente, die nicht selten zu schweren Verletzungen bei den Elefanten führen, ist hierbei leider trauriger Alltag.

Unser Einsatz:
Tiermedizinische Versorgung
Um die Gesundheit der Elefanten zu stärken, setzen wir ein zweiköpfiges tierärztliches Team ein. Dieses besteht aus einem erfahrenen Tierarzt, der selbst aus der Region stammt und dem die Oozies und Halter*innen daher mit Vertrauen begegnen, und seinem Assistenten.
Im Rahmen von Vor-Ort-Besuchen wurden zu Beginn zunächst über mehrere Monate Halter*innen und Oozies besucht und über das Projekt informiert. Dabei wurde die Anzahl der vorhandenen Elefanten, ihr Alter, nach Möglichkeit auch die Abstammung sowie ihr Gesundheitszustand erfasst. . Zudem wurden die persönlichen Informationen der Halter*innen und Oozies in einer internen Datenbank dokumentiert.
Nun setzt unsere Partnerorganisation ein Paket tierärztlicher und haltungstechnischer Maßnahmen um, um die Gesundheit und das Wohlergehen der Elefanten im Projektgebiet nachhaltig zu verbessern.
Gesundheitschecks
Im Rahmen mobiler tierärztlicher Einsätze werden umfassende Gesundheitschecks durchgeführt. Dazu gehören unter anderem Untersuchungen von Haut, Augen, Maul und Füßen sowie die Beurteilung der allgemeinen Körperkondition. Kleinere Verletzungen werden direkt behandelt und die Gesundheitsakten werden fortlaufend aktualisiert.
Zudem leisten regelmäßige Impfungen und routinemäßige Entwurmungen einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der Tiere.

Notfallversorgung
Bei Verletzungen, Koliken, Infektionen oder Unfällen erhalten die Tiere schnelle und gezielte Hilfe. Dazu gehört die erste tierärztliche Behandlung, bei Bedarf der Transport in eine geeignete Einrichtung sowie die anschließende Betreuung, damit sich die Tiere gut erholen und wieder gesund werden können.

Einrichtung eines Ruhegebietes für Elefanten (EFA)
Im Rahmen der nächsten Projektphase soll mit unserer Unterstützung ein Elefanten-Futtergebiet (EFA) mit einer Schutz- und Versorgungseinrichtung für temporär arbeitsunfähige Elefanten aufgebaut werden. Dort sollen geschwächte, verletzte oder schwangere Tiere zunächst vorübergehend aufgenommen und versorgt werden. Langfristig ist geplant, das Gebiet auch als sicheren Aufenthaltsort für Elefanten zu nutzen, die nicht mehr arbeiten können und dauerhaft Betreuung benötigen.
Die Versorgung der Tiere wird unter der Leitung des Tierarztes unserer Partnerorganisation erfolgen. Ein speziell eingesetzter Oozie soll sich zukünftig täglich um das Wohlbefinden der Elefanten kümmern, bei tierärztlichen Behandlungen unterstützen und auf einen ruhigen und tiergerechten Umgang achten.
Um langfristig eine Verbesserung im Sinne des Tierwohls zu erreichen, setzen wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation auf umfassende Bildungsarbeit.
Schulungen für Oozies und Elefantenhalter*innen
In diesem Jahr wird ein strukturiertes Schulungsprogramm umgesetzt, das die Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten von Oozies und Elefantenhalter*innen im Bereich tiergerechter Haltung und Tierschutz nachhaltig stärken soll. Ziel ist es, das Verständnis für die Bedürfnisse der Tiere zu vertiefen und einen verantwortungsvollen Umgang zu fördern.
Vermittelt werden praxisnahe Inhalte, etwa zu den Grundlagen der Gesundheitsversorgung von Elefanten, einschließlich Ernährung und Krankheitsprävention sowie zu elefantenfreundlicheren Trainingsmethoden.
Unterstützung bei der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften
Friends of Wildlife unterstützt zudem Elefantenhalter*innen aktiv bei der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Registrierung privat gehaltener Elefanten bei den zuständigen Forstbehörden.
Seit 2022 ermutigt und begleitet FOW daher Elefantenhalter*innen bei der Registrierung ihrer Tiere, unterstützt sie bei den notwendigen administrativen Schritten sowie der Kommunikation mit zuständigen Behörden und leistet im Rahmen des Projekts verstärkt Aufklärungsarbeit: Dazu gehören Informationen über gesetzliche Bestimmungen, mögliche Konsequenzen bei Verstößen sowie die Vorteile einer offiziellen Registrierung.

Wissen, Austausch und Proaktivität fördern
Indem die Halter*innen und Oozies eng in die Abläufe einbezogen und über den Nutzen tiermedizinischer Maßnahmen informiert werden, schaffen wir die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein Grundverständnis für die wesentlichen Problematiken.2021 wollte FoW eine Elephant Owner Association (kurz: EOA, zu Deutsch: Vereinigung der Elefantenhalter*innen) für das Gebiet Indawgyi gründen, was leider u.a. aufgrund der politischen Lage noch nicht offiziell registriert werden konnte. Ziel ist der Austausch mit anderen Interessensgruppen und die interne Kontrolle zur Einhaltung von Vorschriften und Umsetzung elefantenfreundlicher Maßnahmen. . Alle Verantwortlichen sollen dabei miteinander ins Gespräch kommen, um gemeinsam Veränderungen anzustoßen, die die Lebensbedingungen der Elefanten langfristig verbessern.
Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, helfen Sie uns den geschundenen Elefanten in Myanmar die Chance auf ein besseres Leben zu geben!
Schenken Sie Wildtieren Schutz!
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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen
Kontaktieren Sie mich gern:
Stefanie Brandes
Projektmanagerin
Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: projekte@welttierschutz.org
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