© Solomon Onyango

WTG-Nothilfefonds: Auf den letzten Metern

Die Nachfrage nach Eseln für die Produktion von Ejiao als vermeintliches Heilmittel in der Traditionellen Chinesischen Medizin ist ungebrochen – auch Tansania ist durch ein Schlachthaus in der Region Shinyanga in den Eselhauthandel nach China involviert. Laufend werden Tiere von hiesigen Märkten überall im Land angekauft oder aus den Dörfern gestohlen und dann gewinnbringend verkauft. Dass in diesem Geschäft das Leid der Tiere wahllos hingenommen wird, zeigt nicht zuletzt die aktuelle Situation: Das Schlachthaus musste in Folge staatlicher Anordnungen im November den Betrieb aussetzen – doch die Händler wurden nicht informiert und lieferten weiterhin laufend Esel an. Nahezu 2.000 Tiere sind jetzt quer in der Region des Schlachthauses verteilt. Während ein Teil noch versorgt wird, sind mehrere hundert Tiere sich selbst überlassen – in der sengenden Hitze und ohne Futter- und Wasser.

Hintergrund: Wir sind seit über vier Jahren mit umfangreicher Hilfe in Tansania im Einsatz:

Mit der Tanzania Animal Welfare Society (TAWESO) sind wir auf den hiesigen Tiermärkten und in den Schlachthäusern des Landes – darunter auch im Eselschlachthaus in Shinyanga – aktiv. Wir stellen durch Kontrollen und Informationsmaterial sicher, dass die Tierschutzstandards bekannt gemacht werden und auf den Transporten sowie auf den Schlachthöfen eingehalten werden. Auch versorgen wir die Tiere und weisen die Mitarbeiter*innen an, sich an die geltenden Tierschutzgesetze zu halten. Lesen Sie die Details hier: https://welttierschutz.org/projekte/nutztiere/tiermaerkte-in-tansania/

Immer wieder leisteten wir außerdem Soforthilfen und sind seit nun mehr einem Jahr mit unserem Partner der Tanzania Animals Protection Organization (TAPO) auch mit einem langfristig angelegten Projekt in der Region Shinyanga im Einsatz, um den Eselschutz rund um das Schlachthaus nachhaltig zu stärken: Wir verbreiten unter den Tierhalter*innen das Bewusstsein für die Gefahr der Diebstähle und leiten sie an, den Schutz ihrer Tiere durch den Bau von Gehegen sicherzustellen. Gleichzeitig versorgen wir die Esel tiermedizinisch. (Lesen Sie hier die Details: https://welttierschutz.org/projekte/nutztiere/eselschutz-tansania/).

Binnen der letzten Jahre konnten wir die Tierschutzstandards auf den Märkten, bei den Transporten und in den Schlachthäusern maßgeblich verbessern und auch in den Dörfern, die wir erreicht haben, Esel-Diebstähle verhindern. Doch so lange die tansanische Regierung dem Eselhauthandel kein Ende bereitet, verlagert sich das Problem nur – von Dorf zu Dorf und immer mit demselben Ziel:

Dem Schlachthaus in Shinyanga, das aktuell auf staatliche Anordnung den Betrieb aussetzen musste.

Dieses musste aktuell aber auf staatliche Anordnung den Betrieb aussetzen. Doch davon hatten die Händler nicht erfahren und weiterhin Esel angeliefert: Schätzungsweise etwa 2.000 Esel sind es mittlerweile, die in der Region zusammengekommen sind. Für die Händler ist es nicht möglich, diese derzeit an das Schlachthaus zu verkaufen – eine Versorgung wird aber aufgrund der fehlenden Einnahmen nicht ausreichend sichergestellt. Zwar haben sie erwirkt, dass die lokalen Behörden die Esel auf den Feldern grasen lassen. Saisonal bedingt sind viele Wiesen aber kahl, die sengende Hitze zusätzlich belastend – und auch Frischwasser gibt es nicht ausreichend. So wächst das Leid der Esel mit jedem Tag.

„Der Zustand der Tiere ist erschreckend“,

berichtet unser Partner der Tanzania Animal Welfare Society (TAWESO), der Teams vor Ort hat und die Situation beobachtet: Viele Tiere seien schon durch den Transport Richtung Schlachthaus in schlechter Verfassung gewesen und jetzt durch die tage-, zum Teil wochenlange Verwahrlosung dem Tode nahe – ohne Hilfe sterben sie qualvoll.

© Tanzania Animal Welfare Society (TAWESO)

Grundsätzlich könnte die Situation nicht erschütternder sein: Während die Esel jetzt zurückgelassen und unterversorgt sich selbst überlassen werden, vermissen zahlreiche Familien in den umliegenden Regionen ihre zuvor gestohlenen Tiere sehnlichst.

Wir werden nicht zusehen, wie die Tiere ihrem qualvollen Tod durch Unterversorgung überlassen werden. Mit Mitteln aus dem WTG-Nothilfefonds, den wir für eben diese Notsituationen ins Leben gerufen haben, wollen wir Soforthilfe leisten. Dafür wird unser Partner in der Region in den Einsatz gehen.

Soforthilfe zur Versorgung und Rettung der Esel in Tansania

© Solomon Onyango

Im Fokus der Soforthilfe steht das Ziel, einem Teil der Esel die Hoffnung auf ein Überleben zu schenken:

  • Wir werden mehrere hundert Tiere mit Futter, Wasser und stärkenden Mineralien versorgen.
  • Jene Tiere, die dringend einer tiermedizinischen Versorgung bedürfen, werden von Tierärzt*innen behandelt.
  • Wir wollen sicherstellen, dass die Esel wieder zurück in die Obhut sorgsamer Eselhalter*innen kommen. Etwa 200 Esel wollen wir dafür direkt den Händlern abkaufen und sie dann – gegen eine Kostenbeteiligung – an lokale Eselhalter*innen vermitteln, die in der Vergangenheit Opfer der Diebstähle geworden waren. Außerdem versuchen wir die Händler zu überzeugen, eigenständig und zu fairen Preisen an die Bevölkerung statt an das Schlachthaus zu verkaufen. Weil in der Vergangenheit die Preise für die Esel so stark gestiegen sind, können sich bestohlene Halter*innen momentan kaum mehr ein Tier leisten.
  • Gleichzeitig stehen unsere Partner sowohl mit der Regierung als auch den Betreibern des Schlachthauses in Kontakt, um die Situation der Esel in der Region nachhaltig verbessern zu können.
  • Zwar werden wir nicht das Schicksal aller nahezu 2.000 Esel verändern können, die in der Region Shinyanga für die Schlachtung vorgesehen sind. Doch wir können mindestens das Leid einem Teil von ihnen lindern und ihnen so den gebührenden Respekt schenken.

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, bitte helfen Sie uns dabei. Mit einer Spende von 100 Euro tragen Sie die Kosten für den Ankauf eines Esels.

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: info@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin