Eselschutz in Tansania

Den Wert der Tiere ins Bewusstsein der Menschen rücken

Eselschutz in Tansania
© Wiebke Plasse

Der WTG-Nothilfefonds für Tierschutz in der Coronakrise

In Folge der staatlichen Restriktionen und Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wurde dieses Projekt vor große Herausforderungen gestellt. Um die für unsere Partner und Tiere zu befürchtende Katastrophe abzuwenden und die so dringend notwendige tiermedizinische Versorgung im Norden Tansanias trotz Coronakrise sicherzustellen, leisten wir durch den »WTG-Nothilfefonds zusätzliche Hilfe. »Bitte unterstützen Sie uns dabei!

Hier erfahren Sie mehr dazu: »WTG-Nothilfefonds: Für den Schutz der Tiere in Tansania

Insbesondere in den ländlichen Gegenden Tansanias sind Esel für die Menschen unverzichtbare Helfer. Kommt es zum Verlust eines Tieres – ob durch Krankheit, Unterernährung oder Diebstahl angesichts des »Eselhauthandels – stehen die Halter*innen vor existenziellen Nöten. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner Tanzania Animals Protection Organization (TAPO) unterstützen wir Eselhalter*innen in den Dörfern der Region Shinyanga dabei, das Wohl der Tiere und ihren Schutz sicherzustellen.

Tansania

Im Rahmen mehrerer Soforthilfen gingen wir seit 2017 wiederholt in den Einsatz, um tausenden Eseln Schutz zu bieten. Seit 2019 verfolgen wir mit einem großflächigen Projekt in der Region Shinyanga das Motto „Increase Donkey Value“ (auf Deutsch: Den Wert der Esel steigern).

Esel sind die Lebensader vieler Familien

Zahlreiche Menschen in den Dörfern der Region Shinyanga erwirtschaften mit Hilfe ihrer Esel das Einkommen für sich und ihre Familien. So transportieren die Tiere das Wasser von den oftmals kilometerweit entfernten Wasserquellen in die Dörfer und Ernteerträge zu den Märkten, auf denen diese verkauft werden. Auch für den Transport der Menschen, beispielsweise in die Schulen oder zum Arzt, sind die Esel unverzichtbar.

Dass die Tiere gut versorgt sind, ist dafür unmittelbare Voraussetzung. Verlieren die Menschen ihre Esel, fehlt ihnen auch die Lebensgrundlage.

"Mein ganzes Leben ist von meinen Eseln abhängig. Sie helfen mir dabei, den Alltag zu bewältigen und das notwendige Geld zu verdienen, um meine Kinder und mich ernähren zu können.“

 

 

 

Die Worte Mwajuma Magangas, Eselhalterin und alleinerziehende Mutter von vier Kindern, stehen beispielhaft für zahlreiche Familien in Tansania, die nur mit Mühe die Versorgung ihrer Tiere sicherstellen können. Die Coronakrise hat die Armut im Land noch verstärkt – und gefährdet somit auch das Wohl der Tiere maßgeblich. Zudem ist in vielen Regionen wenig Bewusstsein für die Bedürfnisse der Esel vorhanden, was in Folge falscher Haltungs- und Fütterungsmethoden schwere gesundheitliche Probleme für die Tiere bringt.

Eselhauthandel: Zusätzliche Bedrohung für Tiere und Menschen

Im Laufe der vergangenen Jahre wurde Tansania, neben anderen afrikanischen Ländern mit hohen Eselpopulationen, als Handelspartner für Eselhaut zur Herstellung des vermeintlichen Wundermittels Ejiao entdeckt. Vor diesem Hintergrund nahmen im Jahr 2014 in Tansania  zwei Eselschlachthäuser den Betrieb in den Regionen Dodoma und Shinyanga auf.
Die Tiere wurden zu einem begehrten – und bald raren – Gut. Auf legalem Weg waren alsbald nicht mehr genug Esel zu beschaffen, um den großen Bedarf zu decken. Die Folge: Seit 2016 beobachteten wir, dass sich Diebe immer häufiger Tiere illegal aus den Dörfern beschafften. So entwickelte sich der Eselhauthandel zu einer existenziellen Bedrohung für die Tiere und ihre Familien.

Eselschutz in Tansania

Glücklicherweise stellte das Eselschlachthaus in Dodoma bereits 2017 dauerhaft den Betrieb ein, doch jenes in Shinyanga blieb bis Oktober 2021, mit kurzen Unterbrechungen, aktiv. Heute (Stand Januar 2022) ist der Betrieb auch dort aufgrund unhaltbarer Zustände hinsichtlich fehlender Tierschutzstandards und mangelhafter Hygienebedingungen ausgesetzt und die Wiederinbetriebnahme an strenge Auflagen geknüpft.

Doch solange die Schlachtung von Eseln nicht endgültig rechtlich untersagt ist, ist die Gefahr von Diebstählen nicht vorüber …  

Eine Chronologie der wichtigsten Entwicklungen sowie einen Überblick über unsere umfassenden Aktivitäten zum Schutz der Esel in Ostafrika können Sie hier nachlesen: »www.welttierschutz.org/esel/

Unser Einsatz für die Esel in Tansania

Die Sensibilisierung der Menschen – ob Eselhalter*innen, Dorfgemeinschaften oder lokale Autoritäten – für eine gute Versorgung und den Schutz ihrer Esel steht im Fokus unseres andauernden Einsatzes mit unseren Partnern der Tanzania Animals Protection Organization (TAPO). Unsere Aktivitäten umfassen zahlreiche Maßnahmen, die auch unabhängig davon, ob die Schließung des Schlachthauses in Shinyanga von Dauer sein wird oder nicht, für einen fürsorglicheren Umgang mit den Eseln sorgen sollen.

Eselschutz in Tansania
© Tanzania Animals Protection Organization

Unsere Maßnahmen finden in den abgelegenen Dörfern Tansanias statt:

  • Um den Gesundheitszustand der Esel nachhaltig zu verbessern und den Halter*innen unabhängig von ihrer finanziellen Lage die Behandlung ihrer Tiere zu ermöglichen, bieten wir eine tiermedizinische Versorgung im Rahmen einer mobilen Klinik. Dabei werden die Halter*innen aktiv miteinbezogen, indem sie beispielsweise beim Abfüllen von Injektionsmitteln in Spritzen oder dem Reinigen von Klinikinstrumenten helfen.                               
  • Im Rahmen von Bildungstrainings informieren wir Eselhalter*innen zudem über potenzielle Bedrohungen für ihre Tiere (Eselhauthandel und Diebstähle, Mangelversorgung, Überlastung, Krankheiten etc.) und wie sie diesen vorbeugen können.
  • Wir wollen das Verantwortungsgefühl der Eselhalter*innen gegenüber ihren Tieren stärken. Dazu zählt, dass die Tiere durch eine Unterbringung beispielsweise vor Diebstählen geschützt werden. Entsprechend errichten wir gemeinsam mit den Menschen schützende Gehege im Herzen der Dörfer.
  • Als sich die Corona-Pandemie Anfang 2020 auch in Tansania zu einer zusätzlichen Bedrohung für die Tiere und Menschen entwickelte, konnten wir mit Hilfe des WTG-Nothilfefonds zudem das Wohl von mehr als 3.000 notleidenden Tieren sichern. Hier erfahren Sie mehr über die Zusatzhilfe: https://welttierschutz.org/wtg-nothilfefonds-tiere-in-tansania/

Für den nachhaltigen Erfolg des Projektes arbeiten wir eng mit der lokalen Viehzuchtbehörde sowie den jeweiligen Dorfvorstehenden zusammen. Diese unterstützen sowohl den Tierarzt als auch die Bildungsbeauftragten der TAPO aktiv bei der Umsetzung der Maßnahmen in den Gemeinden.

Eselschutz in Tansania
© Tanzania Animals Protection Organization

Nachdem wir im ersten Projektjahr (2019-2020) bereits in 33 Dörfern in Shinyanga hunderte Menschen und ihre Esel mit unseren Maßnahmen erreichen konnten, weiten wir das Projekt 2022 aus. Wir wollen jetzt 40 weitere Dörfer besuchen und dort zum Schutz von mehreren tausend Eseln in der Region beitragen.

Langfristig soll durch unseren Einsatz der Stellenwert der Tiere in der tansanischen Gesellschaft nachhaltig erhöht werden und somit die Voraussetzung geschafft werden, dass die Esel ein tiergerechtes und bestmöglich geschütztes Leben führen können. Bitte helfen Sie uns dabei – mit Ihrer Spende!

Bitte schützen Sie die Esel!

Schenken Sie den Tieren Schutz und Hoffnung – bereits mit einer Spende von 40 Euro tragen Sie die Kosten für den Bau eines schützenden Esel-Geheges:

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Leiterin Tierschutzarbeit

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: info@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin