Esel in Tansania

Den Wert der Tiere ins Bewusstsein der Menschen rücken

Eselschutz in Tansania

Der WTG-Nothilfefonds für Tierschutz in der Coronakrise

In Folge der staatlichen Restriktionen und Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wurde dieses Projekt vor große Herausforderungen gestellt. Um die für unsere Partner und Tiere zu befürchtende Katastrophe abzuwenden und die so dringend notwendige tiermedizinische Versorgung im Norden Tansanias trotz Coronakrise sicherzustellen, leisten wir durch den »WTG-Nothilfefonds zusätzliche Hilfe. »Bitte unterstützen Sie uns dabei!

Hier erfahren Sie mehr dazu: »WTG-Nothilfefonds: Für den Schutz der Tiere in Tansania

Die Nachfrage nach Eseln für die Produktion von Ejiao wächst und so wurden auch in Tansania Esel-Schlachthäuser für den Handel mit China eröffnet – eines im Nordwesten Tansanias, das andere in Zentral-Tansania. Nach zahlreichen Soforthilfen zum Schutz der Tiere vor Diebstählen, sind wir gemeinsam mit unseren Partnern der Tanzania Animals Protection Organization (TAPO) nun großflächig in der Region Shinyanga im Einsatz – in unmittelbarer Nähe zu einem der Schlachthäuser.

Tansania

Die Bedeutung von Traditioneller Chinesischer Medizin und somit auch die Nachfrage nach Produkten tierischen Ursprungs nehmen weltweit in rasantem Tempo zu. Insbesondere der Handel mit verarbeiteter Eselhaut floriert, wodurch die Eselpopulation weltweit sinkt. Ostafrikanische Staaten mit ihren großen Esel-Populationen sind zu Handelspartnern geworden und bedienen mit Esel-Schlachthäusern den Markt.

Mehr zum Thema: https://welttierschutz.org/esel

Eselfleisch und die Eselsprodukte werden in der lokalen Bevölkerung selten verzehrt oder genutzt und so bringen die Schlachthäuser kaum Mehrwert für die Menschen. Ganz im Gegenteil: Sie haben sich zur existentiellen Bedrohung für Familien entwickelt, denn mit wachsender Nachfrage beschaffen sich Diebe immer häufiger Tiere aus den Dörfern.  Esel laufen hier nachts meist frei umher und sind somit leichte Beute. Entweder häuten sie die Tiere an Ort und Stelle und verkaufen nur das wertvolle Gut – die Haut der Tiere – oder sie bringen die lebenden Tiere zum Weiterverkauf auf Märkte oder direkt in die Schlachthäuser. Viele der vor allem in ärmlichen Verhältnissen lebenden Menschen in Tansania mussten seit 2017 die Erfahrung machen: Nach dem Diebstahl ihrer Esel standen sie vor dem Nichts.

Zum Ausklappen: Tansanias Regierung handelte nur kurzzeitig

Zunächst hatte die Regierung Tansanias im Juni 2017 den Betrieben die Lizenz zum Schlachten von Eseln entzogen bzw. ein Verbot vom Export der Eselprodukte nach China ausgesprochen. Doch das Problem verlagerte sich daraufhin nur: Die Esel wurden weiterhin gestohlen und über die Grenze ins Nachbarland Kenia transportiert, um dort an eines der vier Esel-Schlachthäuser verkauft zu werden. In Reaktion öffneten die beiden Schlachthäuser in Tansania bereits im Januar 2018 wieder und dürfen seitdem, bis heute, offiziell jeweils 40 Esel am Tag schlachten. Der Betrieb in Dodoma ist momentan wegen administrativer Probleme geschlossen und so werden alle zur Schlachtung angedachten Esel in die Shinyanga Region transportiert.

Seit den ersten Meldungen von Diebstählen sind wir unermüdlich in ganz Tansania im Einsatz

Neben unserer Arbeit auf den hiesigen Tiermärkten und in den Schlachthäusern, wo wir durch Kontrollen und Informationsmaterial sicherstellen, dass die Tierschutzgesetze eingehalten werden, griffen wir über die Jahre mehrfach mit Soforthilfen ein. Wir konnten insbesondere in Regionen mit besonders hohen Esel-Populationen und dort, wo sich Diebstähle häuften, wertvolle Informationsarbeit leisten und mit Hilfe der Tierhalter*innen Gehege bauen, in denen die Esel nachts vor den Dieben geschützt untergebracht wurden. In keinem unserer Einsatzgebiete kam es seitdem zu neuen Diebstählen.

Doch nun zeigt das Schlachthaus in Shinyanga immer stärker seine negative Wirkung auf die Region: Vermehrt erreichen uns wieder Meldungen von Eseldiebstählen. Zudem ist vielen Menschen in den sehr abgelegenen Gebieten Nordtansanias die Problematik noch nicht bewusst. Genau hier lebt aber die meist ärmere Bevölkerung mit ihren besonders vielen Eseln. Zudem vermuten wir, dass Tansania infolge der Schließung der kenianischen Esel-Schlachthäuser wieder stärker in den Vordergrund des Eselhauthandels rücken könnte.

Durch ein großflächiges Projekt wollen wir Schutz schaffen, bevor es zu spät ist

Mit unseren Partnern der Tanzania Animals Protection Organization (TAPO) sind wir seit Jahresbeginn in 40 Dörfern aktiv, um durch Öffentlichkeits- und Informationsarbeit sowie Treffen mit lokalen Autoritäten und Eselhalter*innen das Wissen über die Gefahren zu verbreiten. Der Einsatz in allen Dörfern wird vom Bau schützender Gehege für bis zu 5.000 Esel sowie von mobilen Kliniken zur tiermedizinischen Versorgung der Esel begleitet.

Die Tiere bekommen dabei die oft dringend notwendige, grundlegende Behandlung und ihre Halter*innen lernen, wie sie das Wohl ihrer Tiere durch einen tiergerechten, respektvollen Umgang selbst verbessern können.

Eselschutz in Tansania

Nach dem Motto „Increase Donkey Value“ (auf Deutsch: Den Wert der Esel stärken) wollen wir das Wohl der Esel sicherstellen und die Menschen im Land darin bestärken, den Schutz ihrer Tiere zu verbessern. So können sie sich aus eigener Kraft gegen den Eselhauthandel positionieren.

Bitte schützen Sie die Esel!

Schenken Sie den Tieren Schutz und Hoffnung – bereits mit einer Spende von 40 Euro tragen Sie die Kosten für den Bau eines schützenden Esel-Geheges:

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Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: info@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin