Nutztiere in Indien

Tierwohl in den Dörfern stärken

Mit einem mobilen tierärztlichen Service und der Etablierung von Tierschutzgruppen, verbessern die Welttierschutzgesellschaft und die lokale Organisation Action for Protection of Wild Animals (APOWA) die Lebensbedingungen der Tiere in den Gemeinden nachhaltig.

Odisha

Im ostindischen Bundesstaat Odisha, wo fast zwei Drittel der arbeitenden Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt ist, spielen Tiere wie Rinder, Schafe, Ziegen oder Schweine eine wichtige Rolle. Sie helfen bei der Verrichtung landwirtschaftlicher Arbeiten, dienen als Nahrungsquelle oder Wertanlage. Doch wird ein Tier krank, ist tierärztliche Hilfe kaum zugänglich. 

Wenn Tierärzte fehlen…

Für zahlreiche Menschen in Odisha stellen Tiere die Lebensgrundlage dar. Auf der anderen Seite können notwendige Maßnahmen, um die Gesundheit der Tiere sicherzustellen oder kranke Tiere tiermedizinisch zu versorgen, meist nicht ergriffen werden. Denn Tierärzte sind besonders in den ländlichen Gegenden wenig verfügbar und wenn doch, sind ihre Dienste für den Großteil der Bevölkerung kaum bezahlbar. So bleibt vielen besorgten Tierhaltern nur die Hoffnung, die Genesung ihres Tieres durch Gebete oder traditionelle Heilverfahren wie Schlammbäder und Kräutermixturen beeinflussen zu können.

Zusammen mit unserer Partnerorganisation APOWA stellen wir im Rahmen von mobilen Kliniken (Mobile Veterinary Services) eine regelmäßige tierärztliche Versorgung in den ländlichen Gegenden Odishas bereit.

Rundumversorgung für die Tiere

An 25 Tagen im Monat reist das Team – bestehend aus einem Tierarzt, einem Tierbetreuer, der die Menschen rund um Haltung und Ernährung informiert, und mehreren Freiwilligen – durch die Region und besucht durchschnittlich zwei Gemeinden pro Tag. Esel, Rinder, Ziegen, Schafe oder Schweine in insgesamt 30 Dörfern werden im Rahmen dieser Einsätze untersucht, entwurmt und erhalten dringend notwendige Schutzimpfungen, beispielsweise gegen Rauschbrand oder die hoch ansteckende Maul- und Klauenseuche.

Der Gesundheitszustand jedes einzelnen Tieres sowie der Behandlungsverlauf und die Medikation werden genau dokumentiert. So kann zum einen bei Folgebesuchen die Effektivität der Behandlung des einzelnen Tieres beurteilt werden und zum anderen können wir langfristig die Auswirkungen unserer Einsätze auf die Tiergesundheit insgesamt ermitteln.

Hilfe zur Selbsthilfe

Um Tierwohl langfristig zu stärken, müssen die Menschen in den Gemeinden in der Lage sein zu erkennen, ob es ihren Tieren gut geht und wenn nötig Maßnahmen zu ergreifen. Daher wird allen Tierhaltern grundlegendes Basiswissen rund um die Grundversorgung und die Gesundheit der Tiere vermittelt. Ernährung, Pflege und Unterbringung werden hier ebenso thematisiert wie die Notwendigkeit von Impfungen und Erholungspausen für Arbeitstiere wie Rinder oder Esel.
Darüber hinaus wird in jeder Gemeinde eine Tierschutzgruppe (Animal Welfare Group) gebildet. Diese analysiert die Lebensbedingungen und den Gesundheitszustand der Tiere und kann gegebenenfalls notwendige Verbesserungs- oder Therapiemaßnahmen einleiten. Hierfür wird jeder Gemeinde ein Erste-Hilfe-Kit zur Verfügung gestellt.
Ein regelmäßiger Wissensaustausch der verschiedenen Gruppen untereinander sowie die gegenseitige Bewertung und Kontrolle, sollen langfristig zu einem gemeindeübergreifenden Standard in Sachen Tierwohl führen, der sich positiv auf die Lebensbedingungen aller Tiere auswirkt.

Für Fälle, bei denen ein tierärztlicher Rat erforderlich oder die Anwesenheit eines Tierarztes unabdingbar ist, kann über eine Notfallnummer Kontakt zu den Mitarbeitern von APOWA aufgenommen werden.

Helfen Sie den Tieren in Indien aus ihrer Not!

Schon mit 70 Euro finanzieren Sie die Bereitstellung eines Erste-Hilfe-Kits, das wir den Tierschutzgruppen aushändigen.

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin