Lastesel in Indien

Ein besseres Leben für die treuen Gefährten in Indien

Esel zählen zu den ältesten Haustieren der Menschen. Als Last- und Reittiere sind sie in vielen Teilen der Welt noch heute für etliche Familien die einzige Grundlage, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. So auch im Süden Indiens. Leider werden die Tiere häufig unter schlechten Bedingungen gehalten. Um die Lebenssituation der Esel zu verbessern, führt unsere Partnerorganisation Worldwide Veterinary Services (WVS) regelmäßig mobile Eselkliniken durch.

Indien

Ob das Material für ein neues Haus herangeschafft, Ware transportiert oder Sand aus dem Flussbecken gehoben werden muss, ohne die kleinen grauen Pferdetiere würde vieles nicht funktionieren. Doch viele Esel leiden unter schlechten Haltungsbedingungen: Unpassendes Geschirr und Packsättel verursachen oft schmerzhafte Verletzungen. 

Da viele Eselhalter in ärmlichen Verhältnissen leben, sind die Mittel, um ihre Esel tiergerecht zu versorgen, meist nicht vorhanden. Zudem mangelt es an sicheren Plätzen, auf denen sie die Tiere halten können. Die Esel wandern daher oft umher und werden im wilden Verkehr Indiens nicht selten angefahren. Kaum ein Esel erlebt seine natürliche Lebenserwartung von über 30 Jahren. Die meisten werden nur drei bis vier Jahre alt.

Mobile Eselkliniken

Mit regelmäßigen, mehrtägigen mobilen Klinken, in deren Rahmen die Esel tiermedizinisch behandelt und ihre Halter über tiergerechte Versorgung informiert werden, helfen wir gemeinsam mit der WVS den treuen Langohren. Zwei Tierärzte und Assistenten reisen in die betroffenen Regionen im südlichen Indien. Sie versorgen kranke Tiere und führen Routinebehandlungen wie Tetanus-Impfungen, Entwurmungen und Hufpflege durch. Mit dabei sind immer auch lokale und internationale Studenten der Tiermedizin –  die Tierärzte von morgen.

Da der Zugang zu tierärztlicher Versorgung von Pferden und Eseln in den ländlichen Gegenden Indiens rar ist, ist diese Zusammenarbeit eine große Chance: Die nachfolgende Tierarztgeneration wird durch die Einsätze für die Arbeit in den betroffenen Regionen sensibilisiert. So wird die Versorgung der Tiere hier langfristig und nachhaltig verbessert.

Voraussetzungen für eine tiergerechte Zukunft schaffen

Neben der Behandlung notleidender Esel besteht ein wichtiger Teil der Arbeit in der Aufklärung der Halter. Sie erfahren, dass traditionell verankerte Eingriffe wie das Setzen von Brandwunden, um Lahmheit zu heilen, das Aufschneiden der Nasenlöcher, um die Atmung zu verbessern oder das Abschneiden der Ohren bei Maden im Gehörgang dem Tier nicht helfen, sondern vielmehr schaden. Gleichzeitig zeigen wir ihnen auf, wie sie die Tiere stattdessen tiergerecht versorgen und Krankheiten und Verletzungen vorbeugen können.

Tierschutzarbeit zeigt nachhaltige Wirkung

In zahlreichen Gemeinde gibt es zudem einen oder mehrere von uns ausgebildete Eselhalter, die den anderen Besitzern nach dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ bei der Versorgung ihrer Tiere und in Notfallsituationen als erster Ansprechpartner zur Seite stehen. Natürlich beziehen wir auch die Kinder in den Gemeinden in unsere Arbeit mit ein. So werden sie beispielsweise im Rahmen von Mal- und Schreibwettbewerben angeregt, sich mit den Tieren, die ihren Alltag so sehr prägen, zu beschäftigen.

Bei regelmäßigen Wiederholungsbesuchen in den Gemeinden wird der Erfolg der Maßnahmen überprüft. So konnten wir seit Einführung der Eselkliniken eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Tiere feststellen. Es gab wesentlich weniger Verletzungen, die den Tieren durch Unwissenheit oder Fehlglauben der Halter beigebracht wurden. Ein positives Zeichen, dass unsere Arbeit dort bereits gefruchtet hat und die Halter Alternativen im Umgang mit den Tieren annehmen.

Geben Sie den treuen Langohren eine Chance!

Schon mit 25 Euro können die nötigen Bandagen und das Verbandszeug für verletzte Esel bereitgestellt werden.

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin