Tierschutz in Vietnam

Schutz für die Tiere – Bildung für die Menschen

Wildtiere in Vietnam, wie dieses Schuppentier, sind durch Wilderei bedroht

Naturschutzgesetzen zum Trotz hat die Biodiversität Vietnams in den letzten Jahrzehnten stark gelitten. Für die Tierwelt stellt insbesondere der illegale Wildtierhandel eine schwerwiegende Bedrohung dar. Ein gesichertes Leben in Freiheit ist für viele Tiere nicht möglich. Ob Schuppentiere, Zibetkatzen oder Marderbären - gemeinsam mit der nationalen Organisation Save Vietnam’s Wildlife (SVW) setzt sich die Welttierschutzgesellschaft (WTG) für die Wildtiere in Vietnam ein.

Vietnam

Die Zahl der Schuppentiere in Afrika und Asien nimmt rapide ab. Grund dafür ist der illegale Handel mit Schuppentierprodukten, der längst ein großes internationales Geschäft ist. Neben China ist Vietnam ein zentraler Zielort.
Doch auch für andere Wildtiere, wie Zibetkatzen oder Marderbären, stellt der illegale Wildtierhandel eine Bedrohung dar.

Höchste Standards in Sachen Tierschutz

In einem Schutzzentrum im ältesten Nationalpark des Landes, dem Cuc Phuong Nationalpark, werden verletzte und aus dem Wildtierhandel beschlagnahmte Tiere in Sicherheit gebracht. Sie werden hier aufgepäppelt und anschließend, wenn ihr Zustand es zulässt, in weitgehend jagdfreien Regionen wieder ausgewildert. Chronisch kranke und verletzte Tiere finden im Schutzzentrum ein dauerhaftes Zuhause. Sie erhalten auf ihre Bedürfnisse optimal abgestimmte Gehege, Fütterungsroutinen und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Als Folge der inzwischen guten Zusammenarbeit mit den Behörden sind die Zahlen verletzter und intensiv zu behandelnder Wildtiere enorm gestiegen. Mit unserer Unterstützung wurde 2018 eine Tierklinik im Schutzzentrum errichtet – bisher beschränkten sich die Möglichkeiten auf einen kleinen Behandlungsraum. Dank weiterer Räumlichkeiten wie etwa einem Labor, und ausgestattet mit dem notwendigen Veterinärbedarf, können nun alle Tiere von einem zusätzlich dafür eingestellten Tierarzt bestmöglich versorgt werden. Darüber hinaus dient die Klinik auch für externe Tierärzte als Weiterbildungsort.

Ein verletztes Schuppentier wird im Schutzzentrum tiermedizinisch versorgt
OP- und Behandlungsraum © Save Vietnams Wildlife

Ausbau und Instandsetzung eines zweiten Schutzzentrums im Pu Mat Nationalpark

Ein weiteres Zentrum befindet sich ungefähr 250 km südlich im Pu Mat Nationalpark. An der Grenze zu Laos liegend, ist dieser ein Dreh- und Angelpunkt für den illegalen Wildtierhandel – entsprechend viele Tiere werden hier konfisziert. Die dortigen Quarantäne- als auch Langzeitgehege sind dadurch durchgängig belegt, sodass ein Großteil weiterhin in das andere Schutzzentrum im Cuc Phuong Nationalpark gebracht werden muss. Dies bedeutet unnötigen Stress für die Tiere, hohe Transportkosten und eine enorme Belastung für die Anlagen als auch die Mitarbeiter dort. Die Verantwortlichen des Pu Mat Nationalparks stellten unserem Projektpartner kürzlich weitere 150 Hektar zu den bislang lediglich 3 Hektar zur Verfügung. Mit unserer Unterstützung entstehen nun zwölf neue Quarantäne-Gehege. Acht bestehende, aber mittlerweile veraltete Langzeitgehege werden renoviert.
Zur Sicherstellung der tiermedizinischen Versorgung entsteht auch im Pu Mat Nationalpark ein Behandlungsraum, denn bislang gab es dazu keinerlei Möglichkeiten. Nun können weitaus mehr befreite Tiere bis zu ihrer Wiederauswilderung tiergerecht untergebracht und die notwendige tiermedizinische Versorgung geleistet werden, die bei vielen Tieren aus dem illegalen Wildtierhandel überlebenswichtig ist.

Schnelle Hilfe im Notfall ermöglichen

Um die Überlebenschance beschlagnahmter Wildtiere in Vietnam nachhaltig zu verbessern, ist die Zusammenarbeit mit den staatlichen Wildhütern ausschlaggebend. Leider mangelt es in Vietnam an grundlegendem Wissen bezüglich der Bedürfnisse von Wildtieren und so kommt es, dass viele Tiere bereits kurz nach der Konfiszierung sterben. Problematisch ist zudem, dass sie häufig ohne tiermedizinische Untersuchung und teilweise an ungeeigneten Orten wieder ausgewildert werden. Die Tiere sind unter Umständen nicht überlebensfähig und können darüber hinaus Krankheiten verbreiten und somit die restliche Wildtierpopulation gefährden.

Deshalb steht den Behörden ein Bereitschaftsteam (Rapid Response Team) unserer Partnerorganisation beratend zur Seite. Zusammen mit den staatlichen Wildhütern kümmert sich das Team, bestehend aus einem Tierarzt, einem Tierpfleger und einem Vertreter des Nationalparks um die beschlagnahmten Tiere, bevor deren weiterer Verbleib geregelt ist. Das Team ist für den mobilen Einsatz mit geeigneten Transportboxen, medizinischem Equipment und Tiernahrung ausgestattet. Zudem finden im Rahmen der Einsätze Trainings für die Wildhüter statt, in denen grundlegendes Know-how rund um die Versorgung und Auswilderung von Wildtieren vermittelt wird. So werden die Voraussetzungen geschaffen, dass der optimale Umgang mit konfiszierten Tieren langfristig durch die Wildhüter selbst gewährleistet werden kann.

Mit all diesen Maßnahmen setzen Save Vietnam’s Wildlife und wir von der Welttierschutzgesellschaft neue Standards in Sachen Tierschutz in Vietnam.

Zurück in den tropischen Regenwald Vietnams geht es für dieses Schuppentier
© Save Vietnam's Wildlife

Informationszentrum und Kinderbildungsprogramm

Um das Tierschutzbewusstsein zu stärken und die Menschen zum Nachdenken anzuregen, haben wir auch den Aufbau des  »öffentlichen Informationszentrums mitten im Schutzzentrum des Cuc Phuong Nationalparks unterstützt. Die Besucher, darunter Schulklassen, Studenten, aber auch Touristen, werden dort über die Bedürfnisse der vietnamesischen Wildtiere informiert. Sie erfahren auch, welche Qualen gewilderte Tiere erleiden müssen und lernen, dass die bedrohten Tiere schützenswert sind – und nicht für traditionelle Medizin oder als vermeintliche Delikatesse gejagt werden dürfen.

Besonders Kinder interessieren sich für die einheimischen Tierarten. Daher wurde zusammen mit dem Schulamt des an den Cuc Phuong Nationalpark angrenzenden Bezirks, dem Nho Quan District, ein Bildungsprogramm für Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren entwickelt. Die dabei entstandenen Unterrichtspläne und -materialien sind mittlerweile zusammen mit einer eintägigen Exkursion zum Schutzzentrum fester Bestandteil des Alltags in den umliegenden Kindergärten. Dieses Bildungsprogramm wird nun jährlich auf weitere Altersgruppen ausgeweitet. Unterrichtsmaterialien für Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren wurden bereits entwickelt.

Kinder lernen im Rahmen eines Kinderbildungsprogramms Wissenswertes über die Wildtiere in Vietnam
© Save Vietnam's Wildlife

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Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
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