Rumänien
Hilfe für verwaiste Bärenjungen

Im Sinne der Kleinsten arbeiten wir mit der Organisation Association for Conserving Natural Values Orphan Bear Rehabilitation Center – kurz: Bear Again zusammen. In Europas einzigem Rehabilitationszentrum für Bärenjungen werden verwaiste Tiere versorgt und auf die Wiederauswilderung vorbereitet.
Rumänien
Im Einsatz für die Tiere
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere Informationen*Eine gesicherte Zahl gibt es nicht. Das rumänische Umweltministerium veröffentlichte im April 2025 vorläufige Ergebnisse einer umfassenden genetischen Studie zur Braunbärpopulation, bei der über 24.000 DNA-Proben aus 25 Landkreisen analysiert wurden.[1] Die Studie schätzt die Population auf 10.419 bis 12.770 Bären und liefert damit deutlich höhere Zahlen als frühere Erhebungen. Frühere Schätzungen, die unter anderem vom WWF România, von Jagdverbänden sowie aus wissenschaftlichen Studien stammten, bewegten sich im Bereich von 5.000 bis 10.000 Individuen [2],[3],[4] (wobei die Methodik stark variierte – von DNA-Analysen über Kamerafallen bis hin zu allgemeinen Beobachtungen).
Eines der Hauptprobleme: Der zunehmende Mensch-Bär-Konflikt
Immer öfter geraten verwaiste Bärenjungen in Not. Das ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels mehrerer Faktoren, wie etwa der fortschreitenden Zerstörung ihrer Lebensräume durch menschliche Aktivitäten wie Abholzung, Tourismus, Infrastrukturprojekte und unzureichende Abfallwirtschaft. Auch die zunehmend milderen Winter, mit wenig Schnee und hohen Temperaturen, führen dazu, dass die Bären verkürzte Winterruhephasen zeigen. Zu dieser Jahreszeit gibt es allerdings noch nicht genug zu fressen in den Bergen und Wäldern und die Wahrscheinlichkeit steigt somit, dass sie in die Täler und damit weiter in die Nähe von menschlichen Siedlungen wandern.
In der Folge dieser und weiterer Faktoren kommt es immer häufiger zu Mensch-Bären-Konflikten, also Situationen, in denen sich Bären Menschen oder menschlichen Siedlungen nähern. In Rumänien führte dies dazu, dass heute mehr so genannte “Problembären” geschossen werden dürfen als je zuvor. Mehr Details dazu lesen Sie auf der Themenseite “Mensch-Bär-Konflikt”.
Dabei geraten auch Muttertiere in die Schusslinie – und deren Jungtiere verwaisen.
Rettung und Inobhutnahme verwaister Braunbären
Wenn unsere Partner von Bear Again zu Hilfe gerufen werden, ist genau dies geschehen. Verlieren Jungbären ihre Mütter, sind auch ihre Leben in Gefahr. Ohne die Mütter geraten sie oft in lebensbedrohliche Situationen, etwa auf der Suche nach Nahrung in gefährliches Terrain wie den Straßenverkehr oder in Konflikte mit Menschen in städtischen Gebieten.
Das Team von Bear Again schreitet dann ein und nimmt die Tiere in die Obhut ihres Schutzzentrums. Professionell und so individuell wie es der einzelne Bär benötigt, findet hier das umfangreiche Aufpäppeln statt. Dabei werden die Tiere als erstes einem Gesundheitscheck unterzogen und gechipt. Falls ein Jungbär verletzt ist oder medizinische Versorgung benötigt, wird er in eine Tierklinik gebracht, bis es ihm besser geht und er im Schutzzentrum untergebracht werden kann. Das Hauptziel ist es, die Bären über die besonders jungen Monate zu bringen und sie – sobald allein überlebensfähig – wieder in die Wildnis umzusiedeln.
Die Jungbären wachsen dafür in eingezäunten Waldstücken auf, die ihrem natürlichen Lebensraum entsprechen und ökologische Bedingungen bieten, wie sie auch in freier Wildbahn vorkommen. An diesen Habitaten selbst wird nichts verändert; sie sind bestehende Waldflächen, die den Tieren eine authentische Umgebung zum Erlernen und Ausleben ihrer natürlichen Verhaltensweisen bieten.
Um die bestmöglichen Voraussetzungen für eine Wiederauswilderung zu schaffen und um jegliche Gewöhnung an den Menschen und damit künftige Mensch-Bär-Konflikte zu verhindern, wird der Kontakt zum Menschen so gering wie möglich gehalten: Die Fütterung erfolgt beispielsweise mittels eines über den Waldgehegen gespanntes Kabelsystem. An diesen Kabeln ist ein Futtertrog befestigt, der per Fernsteuerung an jeder gewünschten Position angehalten und über dem Gelände entleert werden kann. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Tiere Futter mit der Anwesenheit von Menschen in Verbindung bringen, um so ihre natürliche Unabhängigkeit zu bewahren. Und auch die Beobachtung der Tiere auf dem weitläufigen Gebiet wird vor allem über Kamerasysteme sichergestellt.
Sehen Sie im Video (per Klick auf „Inhalt entsperren“), wie die Bärenwaisen aktuell (Sommer 2025) in Sicherheit aufwachsen:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere InformationenMit der von uns finanzierten Ausstattung wie Kameras und weiteren technischen Systemen kann das Team die Jungbären sehr genau aus der Ferne überwachen und den direkten Kontakt minimieren. Das Kamerasystem reduziert zudem den Zeitaufwand des Teams erheblich, da Schäden an Zäunen schnell erkannt und lokalisiert werden können, ohne das gesamte Gelände abgehen zu müssen. Das Kamerasystem soll außerdem Verhaltensstudien erleichtern, um fortan noch mehr Wissen über die Braunbären zu gewinnen. Durch Solarpaneele, deren Anschaffung von uns ermöglicht wurde, ist das abgelegene Zentrum zudem autark.
15 Euro
im Monat
helfen zwei Wochen einem Bärenwaisen im Schutzzentrum.
460 Euro
finanzieren ein Kamerasystem, mit dessen Hilfe Bärenwaisen möglichst ohne Menschenkontakt bis zu ihrer Wiederauswilderung beobachtet werden können.
Auswilderung von verwaisten Bärenjungen
Bärenjunge bis zu einem Alter von etwa sechs Monaten werden aufgenommen und wachsen gemeinsam, sofern möglich, in einer festen Kohorte auf, damit sie ein artgerechtes Sozialverhalten entwickeln können. Mit zunehmendem Alter und sobald sie kräftig genug sind, erhalten sie Zugang zu immer größeren, eingezäunten Waldstücken, die ihrem natürlichen Lebensraum entsprechen und über Tore miteinander verbunden sind. So können sie eigenständig zwischen den Bereichen wechseln, ohne dass hierfür menschlicher Kontakt notwendig ist. Im darauffolgenden Jahr werden die Jungbären in die Freiheit entlassen. Einige von ihnen erhalten GPS-Tracker, um ihre Bewegungen in ihrem neuen Lebensraum nach der Auswilderung nachvollziehen zu können und sicherzustellen, dass sie sicher sind und sich nicht in die Nähe von Siedlungen begeben. Diese Daten sind zentral für die wissenschaftliche Bewertung des Projekterfolgs und helfen dabei, die Methode langfristig weiter zu optimieren. .
Dank dieses ganzheitlichen Ansatzes konnten unsere Partner seit 2004 über 200 verwaiste Bärenjunge erfolgreich auf das Leben in der Wildnis vorbereiten und sie in die Freiheit entlassen.
Bildungsarbeit: Denn Bärenschutz fängt beim Menschen an
Um Bären langfristig zu schützen, ist Informationsarbeit entscheidend. Unsere Partnerorganisation teilt daher regelmäßig über ihre Social-Media-Kanäle Bildungsinhalte über Bären. Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen und für den Schutz dieser Tiere zu sensibilisieren sowie Wissen verständlich zu vermitteln.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Bildungsarbeit an Schulen. Beispielweise im Rahmen der rumänischen Umweltbildungsinitiative „Green Week“ vermittelt das Team Kindern und Jugendlichen Wissenswertes über Bären, ihre Lebensweise und ihre Rolle im Ökosystem.
Darüber hinaus beteiligt sich Bear Again – wenn möglich – an regionalen, nationalen und internationalen Treffen, um Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam Strategien für den Bärenschutz zu entwickeln und die Zusammenarbeit beispielweise mit anderen Organisationen zu fördern.

Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und Behörden
Ebenso wie unsere weitere in Rumänien tätige Partnerorganisation Asociatia Milioane de Prieteni (AMP), die wir beim Betrieb von Europas größtem Bärenschutzzentrum unterstützen, hat sich mittlerweile auch unser Partner Bear Again erfolgreich als anerkannte Anlaufstelle bei Behörden etabliert, wenn es um Fragen zum Schutz von Braunbären in Rumänien geht.
Durch unsere Förderung des Braunbärenschutzes in Rumänien wollen wir dazu beitragen, das Bewusstsein für den Schutz der Bären im Land zu stärken. Mit unserer Unterstützung setzen sich unsere Partnerorganisationen dafür ein, tiergerechte Lösungen für mögliche Konflikte zu finden und leisten durch Informationsarbeit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen friedlichen Koexistenz von Menschen und Bären.
Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde bitte helfen Sie uns dabei! Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, verwaiste Jungbären aufzupäppeln und auf ihre Rückkehr in die freie Wildbahn vorzubereiten.
Schenken Sie Wildtieren Schutz!
Nur mit Ihrer Unterstützung können wir unsere weltweite Tierschutzarbeit leisten. Bitte unterstützen Sie uns.
Lesen Sie aktuelle Neuigkeiten aus unseren Projekten für Wildtiere
Ihre Ansprechpartnerin für Fragen
Kontaktieren Sie mich gern:
Christine Rattel
Projektmanagerin
Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: projekte@welttierschutz.org


