Schuppentiere und das Coronavirus

Schuppentiere und das Coronavirus

Was Sie jetzt wissen müssen!

Schuppentiere als Überträger des neuartigen Coronavirus auf den Menschen? Die These geht um die Welt und rückt das meistgehandelte Säugetier der Welt in den Fokus der medialen Berichterstattung. Lesen Sie hier, warum diese Aufmerksamkeit zwar längst überfällig ist, die Pandemie aber nicht der Hauptgrund sein sollte.

Der Verdacht: Das Schuppentier als Überträger des Coronavirus

Schon kurz nach Beginn der Coronakrise fiel Wissenschaftler*innen eine Ähnlichkeit zwischen dem neuartigen Coronavirus und bei Schuppentieren entdeckten Coronaviren auf. Seitdem hat der mediale Fokus auf Schuppentiere nicht abgenommen.

In einigen deutschsprachigen Medien klingt es weiterhin sogar so, als sei der Zusammenhang zwischen Sars-CoV-2 (so der wissenschaftliche Name des neuen Coronavirus) und Schuppentieren bereits eindeutig belegt: Die Tiere hätten sich bei einer Fledermaus infiziert und das Virus dann auf einem Wildtiermarkt auf den Menschen übertragen – sie seien also Zwischenwirt.

Grundsätzlich klingt diese These erstmal durchaus plausibel, denn Schuppentiere sind wie kaum eine andere Art vom illegalen Wildtierhandel betroffen. Dieser hat in den letzten Jahrzehnten viele Barrieren zwischen Menschen und Wildtieren verschwinden lassen. Während z.B. Schuppentiere früher weitgehend unbehelligt und wild vom Menschen lebten, werden sie nun jedes Jahr zu tausenden von Wilderern eingefangen. Der Kontakt zum Menschen ist dadurch mehr als je zuvor gegeben.

Solche Infektionswege sind aus vielen früheren Beispielen wie Ebola, HIV oder Affenpocken bekannt, die wie Covid-19 von Tieren auf Menschen übertragene Viruserkrankungen sind. Doch der besondere Fokus auf das Schuppentier – es war sogar bereits von einem „Schuppentier-Effekt“ die Rede – vermutlich verfrüht.  Denn mittlerweile überwiegen in der Wissenschaft die Zweifel an der Hypothese, dass Schuppentiere an der Übertragung beteiligt waren.

Der aktuelle Stand der Wissenschaft: Schuppentiere und Sars-CoV-2

Seit Beginn der Pandemie sind unterschiedliche Studienergebnisse erschienen, die – ausgehend vom genetischen Schlüssel von Sars-CoV-2 – Übereinstimmungen zum Erbgut tierischer Coronaviren suchten, um den Übertragungsweg des Virus erklären zu können. Worin sich die Wissenschaft einig ist, ist der bereits erwähnte, sehr wahrscheinlich tierische Ursprung des Virus. Aber weitere gesicherte Erkenntnisse gibt es bis dato nicht: Vermutlich sind es Fledermäuse aus der Familie der Hufeisennasen, die die ursprüngliche Version des Virus in sich tragen. Welche Fledermausart genau, steht allerdings genauso wenig fest wie der weitere Weg. Ist das Virus direkt von einer Fledermaus auf den Menschen übergesprungen oder benötigte es ein Säugetier als Brücke? Bisher unklar.

Anfang Februar 2021 erklärte die Wuhan-Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Ursprüngen von Sars-CoV-2, dass der „wahrscheinlichste Weg“ der Übertragung auf den Menschen über einen Zwischenwirt verlaufen sei und das Virus ursprünglich von Fledermäusen stamme. Allerdings seien die Ähnlichkeiten bislang gefundener Gensequenzen noch bei keinem Zwischenwirt hoch genug, als dass diese Tierart als Zwischenwirt zweifelsfrei festgestellt werden könne. Dazu schreibt ein Forscherteam in Nature in einer im Februar 2021 erschienenen Studie:

„Das unmittelbare tierische Vorläufervirus, das den zu mehr als 99 Prozent identischen Sars-CoV-Sequenzen entspricht, die während des Sars-Ausbruchs 2003 bei Schleichkatzen identifiziert wurden, ist für SARS-CoV-2 weiterhin noch nicht erfasst."

Wie und warum kamen die Schuppentiere ins Spiel?

Anzumerken ist zunächst, dass Coronaviren im Tierreich insgesamt weit verbreitet und sich untereinander recht ähnlich sind. Einige Studien fanden nun auch in Schuppentieren Coronaviren, die in bestimmten Bereichen eine Ähnlichkeit zu Sars-CoV-2 aufweisen – dies war der Auslöser für die breite mediale Berichterstattung. Bei der Betrachtung der vorliegenden Daten sind führende Wissenschaftler*innen wie u.a. Prof. Christian Drosten von der Berliner Charité aber zu der Erkenntnis gelangt, dass es trotzdem weiterhin nicht ausreichend Belege für eine Beteiligung der Schuppentiere an der Entstehung von Sars-CoV-2 gäbe. Vielmehr sei davon auszugehen, dass sich die Coronaviren in Schuppentieren unabhängig von der aktuellen Sars-Cov-2-Pandemie entwickelt haben – und nur bestimmte Ähnlichkeiten aufweisen.

Schuppentiere sind zwar nicht zu 100 Prozent als Virus-Zwischenwirt auszuschließen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie an der Entstehung des Virus beteiligt sind, ist allerdings nach bisheriger Datenlage deutlich geringer als die öffentliche Aufmerksamkeit den Anschein erwecken mag. Endgültige Erkenntnisse über den Ursprung der Corona-Pandemie wird es wie bei der Sars-Epidemie 2002/2003 wohl erst nach einigen Jahren und vielen dutzend weiteren Studien geben können.

Schuppentiere: eine ganz besondere Tierfamilie, die unser aller Aufmerksamkeit braucht

„Ein Tannenzapfen auf vier Beinen“ sagen viele, denn tatsächlich sieht das Schuppentier, dessen gesamter Körper von Schuppen bedeckt ist, genauso aus. Sie sind die einzigen Säugetiere der Welt, die mit einem solchen Schuppenpanzer ausgestattet sind, und sind bereits seit über 80 Millionen Jahren auf der Erde zu finden. Insgesamt acht Arten gibt es von ihnen, die in Afrika südlich der Sahara sowie von Zentral- bis Südostasien ihre Heimat haben. Die nachtaktiven Ameisenfresser klettern auf Bäume oder verstecken sich im Geäst des Dschungels. Es gibt boden- und baumbewohnende Arten. Vor natürlichen Feinden können sich die Schuppentiere dank ihrer Schuppen, die den ganzen Körper bedecken, gut schützen.

Schuppentiere und das Coronavirus

Beim Wissen über Schuppentiere gibt es noch viele Lücken. Bekannt ist, dass sie Einzelgänger sind und nur in der Paarungszeit zusammenfinden. Besonders ist auch, dass das Schuppentier seinen Nachwuchs etwa die ersten fünf Monate auf der Rute umherträgt. Die Rute ist auch das Körperteil, welches vom Schuppentier vornehmlich genutzt wird, um sich von Bäumen baumeln zu lassen. Die Tiere können in freier Wildbahn bis zu 13 Jahre alt werden. Je nach Art tragen Pangoline, wie die Tiere auch genannt werden, mehrere hundert Schuppen, die wie menschliche Haare und Nägel aus Keratin bestehen. Wenn sich die Tiere bedroht fühlen, rollen sie sich zu einer festen Kugel zusammen. So ist ihr schuppenloser Bauch vor tierischen Fressfeinden gut geschützt.

Eine weitere Besonderheit der Schuppentiere, die allerdings nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, ist ihre Ernährung. Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von Ameisen und Termiten. Diese nehmen sie auf, indem sie zum Beispiel die Termitenhügel mit ihren Vorderkrallen öffnen und dann mithilfe ihrer klebrigen Zunge die Insekten in ihren Mund befördern. Ihre Zunge können sie je nach Art auf eine erstaunliche Länge von bis zu 70 cm ausstrecken.

Da das Schuppentier keine Zähne hat, werden die aufgenommenen Insekten heruntergeschluckt, ohne vorher zerkaut zu werden. Stattdessen geschieht erst im Magen eine Art Kauvorgang: Mithilfe von Keratinstacheln und Sand, der ebenso gefressen wird und einen beachtlichen Teil ihrer Nahrung ausmachen kann, wird die Nahrung dort zerkleinert.

Die große Öffentlichkeit für das Tier ist wichtig – und war bisher nur schwer zu erreichen. In der Vergangenheit erfuhren Schuppentiere vor allem durch den illegalen Wildtierhandel unrühmliche Bekanntheit, durch den sie zu den am meisten gehandelten Säugetieren der Welt gelten. In Ländern wie China und Vietnam werden ihre Schuppen in der traditionellen Medizin verwendet und ihr Fleisch ist für den menschlichen Verzehr begehrt. Eine Übertragung gefährlicher Viren auf einem der dortigen Wildtiermärkte, wo der Kontakt zwischen Wildtier und Mensch leider vielfach nicht vermieden wird, wäre also theoretisch nicht verwunderlich.

Zum Schutz der Tiere angesichts ihres Leids setzen wir von der Welttierschutzgesellschaft uns seit Jahren dafür ein – und kämpfen dabei auch für mehr Bekanntheit des Tieres und seines traurigen Schicksals.

Schuppentiere und das Coronavirus

Jedes Jahr werden mit unserer Unterstützung im Schutzzentrum der Partnerorganisation Save Vietnam’s Wildlife im Cuc Phuong Nationalpark hunderte Schuppentiere aus dem illegalen Wildtierhandel gerettet, gesund gepflegt und nach ihrer Genesung wiederausgewildert. Doch die Versorgung ist noch immer eine Herausforderung, da Schuppentiere bis heute weitgehend unerforscht sind und die Tiere in der Obhut unserer Partner oft schwer durch die Qualen des illegalen Wildtierhandels gezeichnet. Zu den häufigsten Leiden zählen: 

  • die Dehydrierung auf langen Transportwegen,
  • die Wunden, die sich die Tiere in den engen Netzen zuziehen, in die sie für ihre „Reise“ gepresst werden,
  • die unnatürliche Zufütterung mit Maismehl und Wasser oder sogar Gipspulver, um ihr Verkaufsgewicht zu steigern sowie
  • alle weiteren medizinischen Folgen, die durch den enormen Stress in den Fängen der Wildtierhändler hervorgerufen werden.

Unter diesen Umständen ist das Überleben eines jeden Tieres ein großer Erfolg.  Die Tierklinik im Schutzzentrum unserer Partner hat sich in den letzten Jahren als eine führende Einrichtung etabliert, was die Behandlung von Schuppentieren betrifft und maßgebliche Erfolge in der Versorgung verzeichnet: So ist die Überlebensrate selbst von Tieren mit schwersten Verletzungen auf 80 Prozent angehoben worden. Auch die Narkose der Tiere wurde in mehr als 500 anästhetischen Behandlungen deutlich verfeinert. Nicht zuletzt hat das Team Behandlungspläne für Parasiten bei Schuppentieren erstellt und somit wertvolles Wissen aufgebaut.

Aus gebotener Vorsicht mutet das tiermedizinische Team im Schutzzentrum in Vietnam den gebeutelten Tieren aber so wenig wie möglich zu. Gewebeproben für die Erkennung verschiedener Krankheiten von Schuppentieren werden nur Tieren entnommen, die ihre Qualen nicht überlebten. Diese Proben werden in einem Labor der nationalen agrarwissenschaftlichen Universität des Landes in der Nähe von Hanoi untersucht und  dienen vorrangig dazu, weitere Erkenntnisse zu verschiedenen Krankheiten bei Schuppentieren zu erhalten und damit die Überlebenschancen der Tiere weiter zu steigern.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie besteht darüber hinaus die Hoffnung, dass die Analysedaten auf der ganzen Welt im Sinne der Coronavirusforschung genutzt werden könnten.

Folgen Sie dem renommierten Fotografen Justin Mott durch seine Begleitung unserer Arbeit im Schutzzentrum:

(Für eine größere Ansicht bitte rechts oben im Bild auf das Pfeilsymbol klicken.)

Die Zukunft: Folgen der Pandemie für das Schicksal der Schuppentiere

Auch wenn Vietnam bislang mit verhältnismäßig wenigen Opfern durch die Pandemie kam, hat sich die Arbeit der Tierschützer*innen durch die Auswirkungen der Krise auf den illegalen Schuppentierhandel im Land deutlich gewandelt. Dies liegt an den Grenzschließungen in der Region sowie einer verschärften Durchsetzung der Wildtiergesetze, was groß angelegten, grenzüberschreitenden Schmuggelaktionen mit teils über 100 Schuppentieren in einem Fahrzeug zunächst ein Ende gesetzt hat. Dennoch sind die Aufwendungen für die Tierschutzarbeit sogar noch gestiegen, da das Rettungsteam eine wachsende Anzahl an kleinen Konfiszierungen mit wenigen einzelnen Tieren bewältigen muss, die im Land registriert werden.

Dies ist eine der ersten bekannten Folgen der Coronakrise für den illegalen Wildtierhandel in Vietnam. Allgemein betrachtet hat die Coronakrise Chancen eröffnet, endlich konsequent gegen das grenzüberschreitende illegale Geschäft mit Wildtieren vorgehen zu können. Für Organisationen wie Save Vietnam's Wildlife, die sich für den Schutz der Wildtiere einsetzen, ist die Krise aber vielfach selbst zur existentiellen Bedrohung geworden. Daher engagiert sich die Welttierschutzgesellschaft mit dem WTG-Nothilfefonds, der ein Aufrechterhalten der internationalen Tierschutzarbeit trotz Corona-Pandemie ermöglichen soll.

Für die Zukunft der Schuppentiere stellen sich gleich mehrere die bange Frage: Welche Folgen hat der irrtümliche Verdacht, Schuppentiere seien Überträger des Virus, auf den Handel? Führt er dazu, dass auch Wilderer und Konsument*innen künftig lieber einen Bogen um die Tiere machen? Und werden jetzt mehr und mehr Staaten den Handel und Verzehr von Schuppentieren verbieten? Oder werden die Tiere durch die Pandemie stattdessen noch gnadenloser gejagt, zum Beispiel, weil die Krise arme Bevölkerungsgruppen in die Wilderei treibt? Hat die Pandemie die Verantwortlichen wachgerüttelt?

All diese Fragen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch immer nicht beantworten, bedürfen aber dringend unserer Aufmerksamkeit. Denn Entwicklungen in den besonders betroffenen Ländern lassen eine vorsichtige erste Einschätzung zu:

In China, dem Land, in dem Sars-Cov-2 zuerst aufgetreten ist und das als Dreh- und Angelpunkt der Nachfrage für Schuppentierprodukte in Asien gilt, besteht vorsichtige Hoffnung auf einen besseren Schutz der Tiere. Positiv zu bewerten ist das im Februar 2020 erlassene Verbot, Wildtiere zu handeln und zu verspeisen. Seitdem wurden von staatlicher Seite 12.000 Geschäfte geschlossen und Hunderttausende Online-Einträge gelöscht, die in Bezug zum Handel mit Wildtieren stehen. Gleichzeitig findet allerdings im Zuge der Überarbeitung des Wildtierschutzgesetzes keine weitreichende Regulation von Wildtierfarmen statt, was in China aktive Tierschutzorganisationen scharf kritisieren. Zudem wurden 13 Wildtierspezies zu Nutztieren umdeklariert, was ihre fortgesetzte Haltung ermöglicht und die Wirkung des im Februar erlassenen Verbotes untergräbt. Zu den betroffenen Arten zählen auch für die Pelzgewinnung gehaltene Tiere wie Polarfuchs, Marderhund und Amerikanischer Nerz.

Hinweis: Informationen zum Corona-Infektionsrisiko von und durch Nerze bietet unser Tierschutzblog: https://welttierschutz.org/haustiere-coronavirus/

In Bezug auf Schuppentiere zeigt sich ein gemischtes Bild: Anfang Juni wurden Schuppentiere in die höchste Schutzkategorie für Wildtiere aufgenommen und ihre Schuppen als Rohdroge aus dem offiziellen Arzneibuch des Landes gestrichen. Weniger bekannt ist jedoch, dass sie als Bestandteil traditioneller Rezepturen (Mischdrogen) weiterhin Teil des Arzneibuches sind. Dies weckt Erinnerungen an negative Erfahrungen aus der Vergangenheit, als immer wieder Schlupflöcher für den Handel oder Verzehr von Schuppentieren gelassen wurden. Es bleibt zu hoffen, dass diese bald geschlossen werden, wie auch ein amerikanisch-chinesisches Forscherteam aktuell betont:

„Der Erfolg von Wildtiergesetzen hängt von langfristigem Engagement und fortgesetzten Bemühungen zu deren Durchsetzung und Kommunikation ab, auch lange nachdem die aktuelle Pandemie vorbei ist.“

Schuppentiere und das Coronavirus
© Justin Mott

Dies gilt auch für Vietnam, wo es weiterhin einen heimischen Markt für den Verzehr von Schuppentieren und die Nutzung ihrer Schuppen in der traditionellen Medizin gibt. Andererseits sind in den letzten Jahren viele Schuppentiere in Vietnam konfisziert worden, die auf dem Weg nach China waren. Seit Beginn der Pandemie nahm die Zahl von Schuppentieren, die durch unsere Partner konfisziert wurden, ab. Das zeitweilige Transportverbot von Wildtieren im Land, strikte Inspektionen an den Grenzen sowie die neuen Gesetze in China könnten – so unsere große Hoffnung – generell zu einem nachlassenden Schuppentierhandel führen.

Hinzu kommen weitreichende Maßnahmen, die der vietnamesische Premierminister Nguyen Xuan Phuc im Juli zum Schutz von Wildtieren verkündet hat. Mit sofortiger Wirkung wurden der Import von Wildtieren und deren Produkten, der Betrieb von Wildtiermärkten sowie das Jagen, Transportieren, Schlachten, Kaufen und Verkaufen, Konsumieren und Bewerben von Wildtieren bzw. Wildtierprodukten untersagt. Die Verordnung könnte sich als wichtiger Meilenstein für den Wildtierschutz erweisen, von dem zigtausend Tiere, darunter Schuppentiere, Otter und Schleichkatzen, profitieren. Sorge bereitet allerdings, dass die Verordnung noch immer Schlupflöcher zum Beispiel für den Import medizinischer Tierprodukte zulässt, wodurch möglicherweise auch dem Handel mit Schuppentieren eine rechtliche Nische bleibt.

Wie in China ist es auch für den nachhaltigen Schutz der Schuppentiere in Vietnam absolut entscheidend, dass Verordnungen und Gesetze konsequent formuliert und durchgesetzt werden und dies dauerhaft über Pandemie hinaus.

TV-Tipp: Lernen Sie unsere Arbeit für den Schutz der Schuppentiere noch besser kennen. Der Beitrag von TerraX bringt Sie in die Wälder Vietnams und direkt ins Schutzzentrum.

Nachhaltige Bildungsarbeit – Das Schuppentier und sein Leid ins Bewusstsein der Menschen bringen

All diese gesetzlichen Eingriffe müssen jedoch begleitet werden von Bildungsmaßnahmen, die auf lange Sicht das Tierwohl verbessern – und zwar aus Überzeugung statt aus Angst vor Strafverfolgung. Deshalb stellt die Informationsarbeit auch eine wichtige Säule im Schuppentierschutz dar. Neben unserer Informationsarbeit zum Schuppentier hierzulande haben wir in Vietnam den Aufbau des öffentlichen Informationszentrums im Schutzzentrum unserer Partner unterstützt, um nachhaltige Tierschutzbildungsarbeit leisten zu können. Seit 2016 werden dort Besucher*innen, darunter Schulklassen, Studierende, aber auch Tourist*innen, über die Vielfalt der und Gefahren für die vietnamesischen Wildtiere informiert. So erfahren Besucher*innen, welche Qualen gewilderte Tiere erleiden müssen und lernen, dass die bedrohten Tiere schützenswert sind. Neue Bildungsmaßnahmen in und um den Pu Mat Nationalpark, die 2020 aufgesetzt wurden, richten sich an die Bevölkerung, die in unmittelbarer Nähe dieses Nationalparks lebt, der im Unterschied zu anderen Nationalparks in Vietnam noch eine hohe Biodiversität aufweist. Mit Tierschutztrainings für Lehrer*innen wollen wir erreichen, dass diese den Schüler*innen die lokalen Wildtierarten, ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten für ihren Schutz nahebringen.

Zwar war ein Großteil dieser Maßnahmen 2020 Corona-bedingt von Einschränkungen betroffen. Grundsätzlich verdeutlichen unsere Umfragen unter den Teilnehmer*innen, dass sich die Einstellungen der Schüler*innen zu Natur und dem Schutz der Wildtiere positiv entwickeln. Es besteht also Hoffnung, dass eine junge Generation heranwächst, die ganz unabhängig von der aktuellen Krise davon absehen wird, Schuppentiere zu jagen, zu handeln oder zu verzehren.

Ein Wandel – vom meistgehandelten Säugetier der Welt zum geschützten Wildtier, das gefahrenlos in Freiheit leben kann – vollzieht  sich nicht über Nacht. Wir müssen den Schutz der Tiere nachhaltig stärken und sicherstellen, dass ihr Schicksal sich fest im Bewusstsein der Menschen verankert – insbesondere jetzt, in Zeiten der Coronakrise, die den Schuppentieren die längst überfällige große Aufmerksamkeit schenkt.

Bieten Sie Schutz in dieser Krise!

Bitte schenken Sie den Tieren Schutz. Bereits mit 60 Euro ermöglichen Sie die tiergerechte Fütterung eines Schuppentieres einen Monat lang.

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