Rettung von Putu, dem Elefantenwaisen

Was könnte uns in dieser so aufwühlenden und unsicheren Zeit mehr Kraft schenken, als Nachrichten über erfolgreich geretteter Tierleben? Wir möchten mit Ihnen die Geschichte des Elefantenwaisen Putu teilen!

Hintergrund: Elefanten in Indonesien

Im Way Kambas Nationalpark auf der indonesischen Insel Sumatra verlassen die heimischen Sumatra-Elefanten immer häufiger den Wald. Dies sorgt für gefährliche Mensch-Elefanten-Begegnungen. In und um den Nationalpark setzen wir uns gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Community for Sumatra Nature Conservation (CSNC) für ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Tier sowie eine bessere Lebensqualität der Elefanten ein - durch Elefantenpatrouillen.

Zum Projekt

Es war Ende Februar, als die Elephant Response Unit (so nennen sich die Elefantenpatrouillen) die erschreckende Entdeckung machte: Einige Kilometer südöstlich des Camps wanderte ein junges Elefantenkalb mit noch kurzen Stoßzähnen und in einem dürftigen Ernährungszustand allein – ohne Muttertier oder anderen Herdenmitgliedern – durch das Buschland. Sichtlich entkräftet und scheinbar orientierungslos. Ob sein Muttertier gestorben oder getötet worden ist oder die zurückliegenden »großen Waldbrände zwischen Juni und Dezember 2019 das Kalb in diese Lage brachten, ist unklar. Doch ohne die Leitung durch das Muttertier und die Herde kann ein Elefantenkalb nur schwer genügend Wasser- und Futterquellen finden. Über mehrere Tage beobachtete das Team den kleinen Elefanten mit sicherem Abstand – in der Hoffnung, dass seine Herde sich nähern würden. Doch zunehmend verschlechterte sich sein Zustand und Putu, wie wir den jungen Bullen später tauften, wurde zudem von Wilderern verfolgt, die ihn mit Schlingfallen zu fangen versuchten.

Jetzt war es allerhöchste Zeit einzugreifen.

Mit Hilfe der zahmen Elefanten der Patrouillen und ihrer ganz eigenen Kommunikation konnte Putu in die Sicherheit des Camps geleitet werden. Nach ersten Untersuchungen wurden Ödeme am Bauch und Darmparasiten nachgewiesen, die die offensichtliche Schwäche und Appetitlosigkeit begründen. Eine Blutprobe ergab außerdem, dass das Kalb an Blutarmut litt – sein Leben in freier Wildbahn hätte angesichts dieser Diagnosen bald ein tödliches Ende gefunden.

Doch im Camp erhält er die Behandlung, die er benötigt und kann Kraft schöpfen: Er wird immer kräftiger und zeigt ungebremsten Appetit auf Bananen, Papayas, Äpfel und Möhren. Zweimal am Tag genießt Putu das Trinken und Baden am Fluss ausgelassen, im Anschluss grast er – gemeinsam mit seinen erwachsenen Artgenossen – im Wald.

Mindestens bis Ende des Jahres wird die Genesung des kleinen Elefanten noch andauern. Neben einer besonders abwechslungsreichen Nahrungszufuhr und Nahrungsergänzungsmitteln sind regelmäßige Gesundheitschecks und monatliche Blutuntersuchungen unabdingbar.

Drücken Sie mit uns die Daumen, dass Putu weiterhin so viel Stärke und Lebenswille beweist und zu einem gesunden, erwachsenen Elefanten heranwachsen kann

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