Wildtiere in Suriname

Sensible Waldbewohner in Gefahr

Coronakrise: Tierschutz in Zeiten der Pandemie:

Die unterschiedlichen Aktivitäten und Schwerpunkte unserer Tierschutzarbeit weltweit – ob Schutzzentrum oder mobile Klinik, Hilfe für Streuner, Nutz- oder Wildtiere – mussten angesichts der Pandemie pausiert oder angepasst werden:

Es bleibt höchste Priorität, Tierleben zu retten, dabei gefährden wir aber nicht die Gesundheit der Menschen und erhöhen das Ansteckungsrisiko. Mit Hilfe des WTG-Nothilfefonds wollen wir eine grundlegende Tierschutzarbeit trotz Coronakrise ermöglichen. Lesen Sie hier mehr: »Tierschutzarbeit in Zeiten der Coronakrise

Wir versprechen Ihnen: Wir werden alles in unserer Macht stehende, um den Schutz der Tiere – der Streunerkatzen und -hunde, Nutztiere wie Esel, Rinder, Schafe und Ziegen sowie Wildtiere wie Schuppen- und Faultiere, Elefanten und Bären – auch weiterhin sicherzustellen. »Bitte unterstützen Sie uns dabei!

Die Welttierschutzgesellschaft unterstützt das bisher einzige Wildtierschutzzentrum Surinames bei der Rettung, Versorgung und Wiederauswilderung von Wildtieren.

Suriname

Mehr als 90 Prozent kaum berührter Regenwald bedeckt Suriname – noch. Denn das scheinbare Paradies für die Tierwelt des südamerikanischen Landes ist bedroht. Durch verstärkte Abholzung wird der Lebensraum zahlreicher Wildtiere vernichtet. Diese werden immer häufiger desorientiert und verletzt inmitten der Städte aufgefunden. 

Ob Faultiere, Ameisenbären und Gürteltiere, sie alle sind durch die fortschreitende Abholzung der Regenwälder Surinames bedroht und haben kaum eine Chance, auf die rasante Veränderung ihres Umfeldes zu reagieren.

Ein besonders eindringliches Beispiel: das Faultier. Fast sein ganzes Leben verbringt es auf Bäumen. Hier schläft es, frisst es, paart sich und bringt seine Jungen zur Welt. Aufgrund seiner nährstoffarmen Ernährung, die fast ausschließlich aus Blättern besteht, hat das Faultier einen sehr langsamen Stoffwechsel. Dieser ist auch der Grund für seine extrem trägen Bewegungen. Während es sich auf dem Baum gegen Raubkatzen, Greifvögel und andere natürliche Feinde durch kräftige Klauenhiebe wehren kann, ist es gegen die vom Menschen ausgehenden Bedrohungen machtlos: Wenn die Holzfäller kommen, ist es nicht in der Lage, die Flucht zu ergreifen. Auf dem Boden schleppt sich das Faultier auf seinen langen Armen mühsam voran und ist vollkommen schutzlos.

Schutz für Surinames Wildtiere

So steigt die Anzahl an hilfsbedürftigen Tieren, die orientierungslos aufgefunden werden oder sich bei Verkehrsunfällen und an Stromleitungen zum Teil lebensgefährlich verletzen. Dazu kommen Tiere aus schlechten Haltungen. Denn viele Menschen möchten Wildtiere als Haustiere halten und merken erst spät, dass sie diesen keine tiergerechten Lebensbedingungen bieten können. Zusätzlich bedrohen, als Folge der Klimakrise, extreme Trockenperioden das Leben der Wildtiere. Für all diese Tiere setzen wir uns gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Green Heritage Fund Suriname (GHFS) ein.

Regelmäßig rückt das Team des GHFS aus, um verirrten, verletzten oder aus schlechten Haltungsbedingungen stammenden Wildtieren zu Hilfe zu eilen. Mit einem eigens für den Transport der Tiere ausgerüsteten Einsatzfahrzeug erreichen die Mitarbeiter den Ort des Geschehens und befreien die Tiere behutsam aus ihrer misslichen Lage. Im einzigen Wildtierschutzzentrum des Landes werden sie tiermedizinisch versorgt und tiergerecht verpflegt. Dieses liegt fernab der Stadt, direkt am Rand des Regenwaldes und bietet naturnahe Gehege, in denen die Tiere sich erholen können. Sobald ihr Gesundheitszustand es zulässt, werden sie in sicheren Waldgebieten wieder in die Wildnis entlassen.

Lebensraumverlust und Klimakrisen bringen Wildtiere in Notsituationen

Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 konnten die Mitarbeiter von GHFS bereits mehr als 800 Tiere retten. Während bis 2018 durchschnittlich ein bis zwei Tiere pro Woche neu aufgenommen wurden, war es, aufgrund langanhaltender Trockenheit sowie fortschreitender Abholzungen der Küstenwälder und dem damit verbundenen Lebensraumverlust, im Jahr 2019 durchschnittlich ein Tier pro Tag - Tendenz steigend.

Informieren — Sensibilisieren — Weiterbilden

Die Stärkung des ökologischen Bewusstseins der Einwohner von Suriname ist das A und O, um langfristige Erfolge im Tierschutz zu erzielen. Daher fördern wir ebenfalls die Durchführung regelmäßiger Bildungsmaßnahmen in der Bevölkerung. Im Rahmen wöchentlicher Führungen im Schutzzentrum, bei Schulbesuchen und Informationsveranstaltungen vermitteln die Mitarbeiter von GHFS über den verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen und die unmittelbaren Auswirkungen auf die lokale Tierwelt. Darüber hinaus ist es möglich, Widerauswilderungen zu begleiten. Dass Wildtiere in die Natur gehören und ein Leben als Haustier nicht tiergerecht ist, ist bei allen Bildungsmaßnahmen eine wichtige Botschaft unserer Partner.

Darüber hinaus erfordert die Versorgung der in Suriname heimischen Wildtiere spezielle Fachkenntnisse, die jedoch in der tiermedizinischen Ausbildung kaum Berücksichtigung finden. Deshalb unterstützen wir die Fortbildung lokaler Tierärzt*innen im Rahmen mehrtägiger Workshops. In diesen wird den Teilnehmer*innen grundlegendes Wissen zum Umgang mit den Tieren, deren Haltung, Transport, sowie Krankheiten und der medikamentösen Behandlung vermittelt.

Wildtiere in Suriname

Gemeinsam Zukunft gestalten

Um Tierschutzarbeit nachhaltig gestalten zu können, ist es unbedingt notwendig, dass alle relevanten Akteure sich ihrer Rolle im Hinblick auf den Schutz der heimischen Wildtiere bewusst werden. Im Rahmen von Treffen und Workshops werden mit Vertretern aus der Regierung, dem Tourismus- und Jagdsektor sowie dem Arten-, Natur- und Tierschutz Problemfelder ermittelt, Lösungsstrategien diskutiert und es wird erarbeitet, wie der individuelle Beitrag der einzelnen Akteure zum Schutz der Tiere aussehen könnte.

Unser langfristiges Ziel ist, in Zusammenarbeit mit der Nature Conservation Division, einem Teil der Abteilung für Forstwirtschaft, die Einführung eines staatlichen Aktionsplans für Faultiere in Suriname, der die Rahmenbedingungen für erfolgreiche Tier- und Artenschutzarbeit schafft. Im Hinblick auf die zentralen Bedrohungen von Faultieren – allen voran der Verlust von Lebensraum, aber auch die Folgen zunehmender Klimakrisen sowie der Trend des „Selfietourismus“, bei dem Menschen sich mit den Tieren fotografieren lassen können - sollen Maßnahmen zum Schutz der Tiere erarbeitet werden, die die Grundlage für effiziente Tierschutzarbeit bilden sollen. 

Helfen Sie den bedrohten Waldbewohnern!

Schon mit 30 Euro stellen Sie das tiergerechte Futter für alle im Schutzzentrum lebenden Faultiere und Ameisenbären für drei Tage sicher.

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: info@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin