Eindämmung der Tollwut in Malawis Hauptstadt

Im Einsatz für ein tollwutfreies Lilongwe

Ungeimpft könnte dieser Welpen am Tollwutvirus sterben
© Lilongwe Society for the Protection and Care of Animals (LSPCA)

„Rabies Free 2030“ – ab 2030 soll weltweit kein Mensch mehr in Folge einer Tollwutinfektion sterben, so das Ziel der Weltorganisation für Tiergesundheit. Davon aber ist das ostafrikanische Land Malawi in der Realität noch weit entfernt. Zwar konnten wir durch unsere großflächigen Impfkampagnen innerhalb der letzten Jahre in der Hauptstadt Lilongwe die Grundlage schaffen und bereits über 70 Prozent der Hunde durch Impfungen vor der Krankheit schützen. Doch weiterhin ist es dringend notwendig, durch Nachimpfungen sowohl Neuansteckungen zu verhindern als auch die Bevölkerung in den Kampf gegen Tollwut stärker zu involvieren. Zusammen mit unseren Partnern der Lilongwe Society for the Protection and Care of Animals (LSPCA) sind wir mit einem Pilotprojekt im Einsatz.

Lilongwe, Malawi

Lilongwe ist für uns von der Welttierschutzgesellschaft ein wohl bekannter Einsatzort. Gemeinsam mit unserem Partner der Lilongwe Society for the Protection and Care of Animals (LSPCA) haben wir seit 2015 großflächig in vier Etappen jeweils über 30.000 Streunerhunde gegen das Tollwutvirus geimpft. Wie es die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anleitet, wurden über 70, in einigen Stadtbezirken sogar über 80 Prozent der Hundepopulation Lilongwes geimpft und somit das Risiko auf Neuansteckungen auch für die nachfolgende Hundegeneration weitgehend gesenkt.

Vor allem die unzureichende und zu langsame Kommunikationsstruktur zur Meldung und Überwachung von Bissvorfällen stand einem nachhaltigen Erfolg und einer tollwutfreien Hauptstadt bisher im Wege. So kommt es immer wieder vor, dass Hunde Menschen beißen oder auch umherstreunende Hunde allein in Folge der Angst vor Tollwut getötet wurden. Diese Fälle werden bisher aber selten überprüft oder gar dokumentiert. Dabei wäre es unbedingt notwendig, dass Bissvorfälle oder auch verdächtige Tiere umgehend gemeldet werden und sofortige Maßnahmen eingeleitet werden können.

Insbesondere Kinder kümmern sich um die Tiere. Auch für sie stellt Tollwut eine Gefahr dar.
© Lilongwe Society for the Protection and Care of Animals (LSPCA)

Anti-Tollwut-Teams als Schlüssel zum Erfolg

Einer der Hauptbestandteile des Pilotprojekts ist deshalb die Einrichtung der sogenannten „Rabies Action Groups“ (Anti-Tollwut-Teams), jeweils bestehend aus Freiwilligen aus der lokalen Bevölkerung sowie Projektkoordinatoren, einem Rabies Control Officer, Tierärzt*innen und Assistent*innen. Die Teams engagieren sich rund um die Uhr an insgesamt neun Tollwut-Hotspots innerhalb der insgesamt 59 Stadtgebiete Lilongwes. Die Bezirke wurden gezielt ausgewählt, da dort zuletzt die meisten Bissfälle auftraten.

Hauptbestandteil der Arbeit der jeweiligen Teams ist es, den Kontakt zu der lokalen Bevölkerung zu suchen und sich als Ansprechpartner zum Thema Tollwut zu positionieren. Sowohl über die Gruppen als auch unsere kostenlose Tollwut-Hotline können Anwohner*innen Biss- oder Tollwutverdachtsfälle unmittelbar melden.

Durch ein Community based Communication System (CBCS, zu Deutsch: gemeinschaftsbasiertes Kommunikationssystem) werden alle eingehenden Informationen sowie auch alle darauf folgenden Anti-Tollwut-Maßnahmen wie die Isolierung von Tieren und Nachimpfungen anderer dort ansässiger Hunde elektronisch erfasst und von einem unserer Team-Mitglieder in eine Datenbank eingepflegt. Diese wird von der GARC (Global Alliance for Rabies Control), einem Zusammenschluss internationaler Organisationen, bereitgestellt.

Mit Hilfe dieser Daten können dann tagesgenaue Karten und Tabellen zur Ausbreitung der Tollwut erstellt werden. Zudem geben die Daten Aufschluss über die Tollwut-Situation in Lilongwe und erlauben eine effektivere Planung weiterer Anti-Tollwut-Maßnahmen.

Großflächige Poster informieren über unsere Arbeit
© Lilongwe Society for the Protection and Care of Animals (LSPCA)

Informationsarbeit in der lokalen Bevölkerung

Neben der Mitarbeit Freiwilliger im Rahmen der Teams, informieren wir auf großformatigen Postern und Plakaten an hoch frequentierten Standorten im ganzen Stadtgebiet über die Anti-Tollwut-Gruppen und die Tollwut-Hotline und leiten so im richtigen Umgang mit einem tollwutverdächtigen Hund an. Die Menschen werden dadurch angeregt, selbst Verantwortung für die Eindämmung der Tollwut zu übernehmen und aktiv am Erfolg der Maßnahmen beteiligt zu sein.

Darüber hinaus sorgen wir gemeinsam mit der Welttierschutzstiftung im Rahmen des Programmes TIERÄRZTE WELTWEIT für eine langfristig bessere tiermedizinische Versorgung in Malawi: Die ersten Studierenden der Tiermedizin im Land, von Beginn an durch TIERÄRZTE WELTWEIT begleitet, schlossen ihr Studium im letzten Jahr ab und stärken seit Sommer 2019 den Tierschutz im ländlichen Raum. Derzeit Studierende, die ein Stipendium von der WTS erhalten haben, engagieren sich zudem ehrenamtlich im Rahmen unseres Tollwut-Projektes.

Zusammenfassend stellen wir durch das Pilotprojekt sicher, dass

  • tollwütige Hunde schnell ermittelt und isoliert werden und
  • unmittelbare Nachimpfungen in den potenziell besonders gefährdeten Tollwutgebieten eingeleitet werden können.

Zudem schaffen wir durch

  • Informationsarbeit der lokalen Bevölkerung im richtigen Umgang mit streunenden Tieren
  • und durch präventive Tollwutimpfungen zum Erhalt der hohen Immunisierungsraten

die Grundlage für eine nachhaltige Eindämmung der Tollwut in Lilongwe – damit in Zukunft weder Tiere noch Menschen dem vermeidbaren Virus zum Opfer fallen.

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Ihr Ansprechpartner für Fragen zum Einsatz:

Dr. Dirk Meyer
Projektkoordinator Streunerprojekte

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: info@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin