Unvergessliche Erfahrungen

Ceallach und Cameron, zwei südafrikanische Tiermedizinstudierende, haben unsere Partner der Community Veterinary Services for Southern Africa (CVS-SA) mehrere Jahre lang bei Einsätzen in den Armenvierteln rund um Pretoria unterstützt. Dadurch sammelten die beiden umfangreiche Praxiserfahrungen.

Hintergrund: Streuner in Südafrika

Egal wie arm die Menschen in den Townships auch sein mögen, für ein Haustier ist immer Platz – sei es eine Katze als Mäusefänger oder ein Hund als Begleiter und Bewacher. Doch für einen Großteil der Menschen sind finanzielle Mittel für die akute medizinische Versorgung ihrer Tiere sowie für Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten nicht vorhanden. So verbreiten sich vermeidbare Krankheiten wie Staupe oder auch Katzenseuche rasant. Zudem stellt das Tollwut-Virus vielerorts noch immer eine Gefahr für Mensch und Tier dar. Im Laufe unserer langjährigen Zusammenarbeit mit Tierärztin Dr. Renee van Rheede van Oudtshoorn konnten in den von uns betreuten Townships, grundlegende Verbesserungen in Sachen Tiergesundheit und Tierwohl erreicht werden.

Zum Projekt

Tiermedizinstudierende im Einsatz

Im Rahmen einer Kooperation zwischen unserer Partnerorganisation und der Universität in Pretoria, erhalten Studierende der Tiermedizin die Möglichkeit, im Projekt praktische tierärztliche Erfahrungen zu sammeln. Dazu zählt die Teilnahme an den mobilen Kliniken, durch die wir eine tiermedizinische Grundversorgung der Streuner in den Armenvierteln sowie regelmäßige Impf- und Kastrationsaktionen leisten. Auch durch Informationsarbeit sensibilisieren wir vor allem Kinder für den Tierschutz und den richtigen Umgang mit Haustieren.

Ceallach (auf dem Bild oben) und Cameron (Bild unter diesem Absatz), haben das Projekt zeitgleich und sogar über mehrere Jahre als Freiwillige unterstützt und dabei unzählige Tierhalter*innen über das Impfen und Entwurmen der Tiere informiert, ihnen die Notwendigkeit der Maßnahmen erläutert und Ängste und Bedenken genommen. Auch versorgten die Studierenden Tiere, die im Rahmen der mobilen Kliniken kastriert wurden.

 

Cameron mit einem seiner Hunde-Patienten nach der Kastration

Dabei lernten sie viel über die Menschen und deren Umgang mit den Tieren:

„In den ländlichen Gemeinden standen wir häufig vor Herausforderungen – von aggressiven Hunden bis zu unterernährten Welpen mit schwerem Parasitenbefall. Es war zunächst schwierig, die Besitzer nicht als nachlässig und verantwortungslos zu verurteilen, aber mit der Zeit wurde mir klar, dass vor allem mangelndes Wissen und die fehlenden finanziellen Möglichkeiten die Gründe für den falschen Umgang mit den Tieren darstellten. Die Besitzer liebten ihre Tiere und gaben ihnen das Wenige, was sie hatten“,

schreibt Ceallach, die sich Dr. Renee van Rheede van Oudtshoorn, der Leiterin unserer Partnerorganisation in Pretoria, und ihrem Team 2017 – damals befand sie sich in ihrem dritten Studienjahr – anschloss.

Besonders dankbar ist die junge Veterinärstudentin dafür, in unserer Partnerorganisation schon während des Studiums tiefergehende praktische Erfahrungen sammeln zu können. Ab dem fünften Studienjahr durften die angehenden Tiermediziner*innen dann auch bei größeren Eingriffen selbst Hand anlegen. Ceallach berichtet von ihrer ersten Kastration einer Hündin:

„Ich hatte tatsächlich schreckliche Angst und hätte tausendmal lieber weiterhin Tiere geimpft. Drei Stunden später hatte ich jedoch meine erste Hündin erfolgreich kastriert. Ich wollte mehrmals aufgeben, aber das ließ Dr. Renee nicht zu. Stattdessen leitete sie mich mit ihrer ruhigen und gelassenen Art durch den gesamten Eingriff, sie unterstützte und bestärkte mich immer wieder auf Neue.“

Die beiden Tiermedizinstudierenden blicken dankbar auf ihre Mitarbeit zurück, denn sie lernten hautnah die Tierschutzproblematiken abseits des Alltags einer Tierarztpraxis kennen – und auch, mit einfachen Mitteln tiermedizinische Versorgungen und Eingriffe durchführen zu können. So gehen die Freiwilligen gestärkt aus der Erfahrung:

„Renee hat mir in den letzten Jahren so viel Selbstvertrauen und Anleitung gegeben und ich kann wirklich nur sagen, dass diese Organisation und die Arbeit, die sie tut, einfach großartig sind,“

resümiert Ceallach.

Freiwillige Unterstützung ist wertvoll und unverzichtbar

Freiwillige Helfer*innen wie Cameron und Ceallach spielen in vielen unserer weltweiten Tierschutzprojekte eine grundlegende Rolle. Auch dank ihrer aktiven Unterstützung der Projekte – ob tiermedizinisch, organisatorisch oder durch ihre Hilfe bei der Umsetzung von Bildungs- und Informationsmaßnahmen – können wir großartige Erfolge unserer Tierschutzarbeit verzeichnen.

An dieser Stelle möchten wir uns von Herzen bei all jenen bedanken, die unsere weltweite Tierschutzarbeit unterstützen – sei es durch freiwillige Hilfe vor Ort* oder in Form von Spenden – jede*r mit den ihr/ihm möglichen Mitteln. Sie verhelfen unzähligen Tieren zu einem besseren Leben. Herzlichen Dank!

Der WTG-Nothilfefonds: Schutz für Streuner

Mit 70 Euro ermöglichen Sie die tiermedizinische Erstversorgung eines Hundes.

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*Bitte beachten Sie, dass die Welttierschutzgesellschaft keine Freiwilligenarbeit in den Projekten organisieren kann.

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