© George Oosthuizen

Die Tollwut-Welle in Südafrika stoppen

Sich häufende Tollwutfälle sorgen aktuell für eine angespannte Lage im Land – und machen auch in unseren Einsatzgebieten zusätzliche Maßnahmen im Kampf gegen das Virus unbedingt notwendig.

Was ist Tollwut?

Tollwut gilt als eine der tödlichsten Zoonosen, also eine von Tieren auf den Menschen (oder umgekehrt) übertragbare Erkrankung. Bis heute tötet das Virus weltweit fast 60.000 Menschen im Jahr – darunter vor allem Kinder, die in 99 Prozent der Fälle durch Hundebisse infiziert werden. Alles Wissenswerte über das lebensbedrohliche Virus – und wie wir von der Welttierschutzgesellschaft zu dessen Eindämmung beitragen – erfahren Sie hier: »https://welttierschutz.org/themen/tollwut/

In den vergangenen Jahren konnten wir zusammen mit unseren Partnerorganisationen in zahlreichen Armenvierteln und abgelegenen Gemeinen Südafrikas zu einer Verbesserung der Tierschutzsituation beitragen. Durch Impfkampagnen und Information der Tierhalter*innen wirkten wir rund um die Hauptstadt Pretoria sowie am Ostkap daran mit, dass das Tollwut-Virus in unseren Projektgebieten weitgehend unter Kontrolle gehalten werden konnte.

Noch Anfang 2021 waren wir zuversichtlich, dass unser gemeinsames Projekt mit der Community and Veterinary Services for Southern Africa (CVS-SA) nach langjähriger Zusammenarbeit unsere Unterstützung nicht mehr benötigte. Doch die Auswirkungen der Corona-Pandemie verschlimmerten die Lage vieler Menschen im Land und damit einhergehend auch die Situation der Tiere.

So war es für uns selbstverständlich, die Zusammenarbeit im Spätsommer 2021 angesichts der unerwarteten Notlage zu reaktivieren – es sollte sich herausstellen, dass der Zeitpunkt besser nicht hätte sein können.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Denn bereits im August, als wir die Zusammenarbeit gerade erst wieder aufgenommen hatten, berichtete unsere Partnerorganisation von ungewöhnlich vielen Tollwutfällen im Land, die auch unsere Einsatzgebiete in den Provinzen Gauteng und am Ostkap betrafen.

Ursächlich dafür könnten die eingeschränkten Impfungen infolge der Corona-Restriktionen sein, als in Südafrika über Monate strenge Ausgangssperren herrschten und auch Tierärzt*innen nur bei Notfällen, nicht aber für präventive Maßnahmen wie Impfungen, tätig werden durften. Zudem berichtet Renee van Rheede van Oudtshoorn, Tierärztin und Leiterin der Organisation, dass in den betroffenen Regionen geplante Impfmaßnahmen durch staatliche Tierärzt*innen entfallen sind, da diese im Rahmen der Bekämpfung mehrerer Ausbrüche der hochansteckenden Maul- und Klauenseuche abberufen werden mussten.

20.000 Tollwutimpfungen in den besonders betroffenen Gebieten

Unsere Maßnahmen sind nun wichtiger denn je! Im Rahmen unserer laufenden Projektarbeit wollen wir in den kommenden zwei Jahren insgesamt 20.000 Tollwutimpfungen verabreichen.

© George Oosthuizen

Damit soll nicht nur der Ausbreitung des tödlichen Virus und vielen leidvoll sterbenden Tieren entgegengewirkt werden, sondern dem Tierleid insgesamt. Denn die Tollwut ist nicht nur für infizierte Tiere, für die es keine Heilungschancen oder lebensrettende Therapien gibt – fatal.  Auch gesunde Tiere bekommen die Folgen zu spüren: Aus Angst vor einer möglichen Ansteckung werden sie nicht mehr versorgt, gewalttätig vertrieben, manchmal gar grausam getötet.  

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, es lässt sich von Glück sagen, dass wir gerade jetzt wieder vor Ort im Einsatz sind und in den zurückliegenden drei Monaten bereits mehr als 3.000 lebensrettende Impfungen verabreichen konnten.

Anderer Ort, gleiche Gefahr

Auch aus der Township Khayelitsha nahe Kapstadt, mehr als 1.000 Kilometer entfernt, erreichten uns im Sommer beunruhigende Nachrichten: Wenige Tage nacheinander waren Mitte August in der Klinik unserer Partner Mdzananda Animal Clinics (MAC) zwei Hunde eingeliefert worden, bei denen die Tierärzt*innen eine Tollwutinfektion vermuteten. Die Tiere litten unter verdächtigen Symptomen wie Erbrechen, starkem Speichelfluss, Desorientierung und Aggressivität. Aufgrund des großen Leids der Tiere und des begründeten Verdachts auf Tollwut entschieden sich die Tierärzt*innen dafür, die Tiere zu erlösen. Anschließend wurden diese dem staatlichen tiermedizinischen Labor zugeführt, das wenig später den Verdacht bestätigte: Beide Proben waren positiv auf das Tollwutvirus. Damit handelt es sich, Angaben unserer Partner zufolge, um die ersten registrierten Tollwutfälle in der südafrikanischen Provinz Westkap seit 1994.

Wie die beiden infizierten Tiere, die in derselben Straße des Armenviertels Khayelitsha lebten, sich mit dem Virus angesteckt hatten, konnte bisher nicht nachvollzogen werden. Weitere Verdachtsfälle bestätigten sich glücklicherweise nicht, doch die Bedrohung ist wieder in greifbare Nähe gerückt – eine schnelle Reaktion unbedingt notwendig.

Neben mehreren Impfeinsätzen in der unmittelbaren Umgebung der beiden bestätigten Tollwutfälle wurden in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium und mit unserer Unterstützung weitere Impfaktionen durchgeführt. So wurden in der benachbarten Township Mfuleni an insgesamt vier Standorten 900 Impfungen – 500 davon von uns finanziert – an nur einem Tag verabreicht und schützen nun ebenso viele Tiere vor der tödlichen Gefahr einer Infektion mit dem Virus.

© Mdzananda Animal Clinics

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, schnelle Hilfe durch Impfkampagnen auf der einen, nachhaltige Einsätze auf der anderen Seite: Es braucht jetzt gemeinsame Kräfte, um der Tollwut zu begegnen. Bitte helfen Sie!

Jetzt die Tollwut stoppen!

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