© George Oosthuizen / Howling Hound Photography

WTG-Nothilfefonds: Für den Streunerschutz in Südafrika

Weltweit sind die Folgen der Coronakrise für Streunerhunde und -katzen fatal: Abseits unseres Blickwinkels wächst ihr Leid, während gleichzeitig notwendige mobile Impf- oder Kastrationskliniken ausgesetzt sind. Auch in Südafrika stieg die Not. Die ersten Gelder aus dem WTG-Nothilfefonds – der eine grundlegende Tierschutzarbeit trotz Coronakrise ermöglichen soll – wurden deshalb unserem Partner der Community Veterinary Services for Southern Africa (CVS-SA) bereitgestellt.

Der WTG-Nothilfefonds

Um Tieren und unseren Partnern vor Ort in diesen unsicheren Zeiten zur Seite zu stehen, haben wir den WTG-Nothilfefonds ins Leben gerufen. Dieser soll an die Situation angepasste, individuelle Zusatzhilfe zum Schutz der Tiere in unseren Einsatzländern ermöglichen. »Bitte spenden Sie!

Kampf ums Überleben

Schon Wochen bevor die Corona-Pandemie Südafrika in den Ausnahmezustand versetzte, verbreiteten sich besonders in den Armenvierteln zahlreiche Falschmeldungen, wie beispielsweise, dass von Tieren ein Infektionsrisiko mit dem Coronavirus ausginge.

Zahllose Hunde und Katzen, die aus Furcht der Menschen vor dem Virus ausgesetzt werden sollten oder bereits herrenlos waren, konnten durch die unermüdliche Tierschutz- und Informationsarbeit unserer Partner vor einem leidvollen Schicksal bewahrt und versorgt werden.

Doch als das Virus sich auszubreiten begann, folgte die wirtschaftliche Not der Menschen und die Situation verschlimmerte sich noch: Viele Tierhalter*innen konnten sich in dieser Krise keine Behandlung ihrer Tiere mehr leisten. Und Streunern fehlten in den verwaisten Straßen die gewohnten Nahrungsquellen.

„Der Hunger treibt die Tiere durch die Straßen – und führt als Resultat zu Auseinandersetzungen zwischen Mensch und Tier sowie einer Zunahme an Verkehrsunfällen",

berichtete Renee van Rheede van Oudtshoorn, Tierärztin und Leiterin der CVS-SA. Gemeinsam stellt sie normalerweise durch unsere Unterstützung eine tiermedizinische Grundversorgung in den Townships sicher, führt Kastrations- und Impfaktionen durch und sorgt durch Bildungsmaßnahmen für mehr Tierschutzbewusstsein in der Bevölkerung.

Hintergrund: Streuner in Südafrika

Egal wie arm die Menschen in den Townships auch sein mögen, für ein Haustier ist immer Platz – sei es eine Katze als Mäusefänger oder ein Hund als Begleiter und Bewacher. Doch für einen Großteil der Menschen sind finanzielle Mittel für die akute medizinische Versorgung ihrer Tiere sowie für Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten nicht vorhanden. So verbreiten sich vermeidbare Krankheiten wie Staupe oder auch Katzenseuche rasant. Zudem stellt das Tollwut-Virus vielerorts noch immer eine Gefahr für Mensch und Tier dar. Im Laufe unserer langjährigen Zusammenarbeit mit Tierärztin Dr. Renee van Rheede van Oudtshoorn konnten in den von uns betreuten Townships, grundlegende Verbesserungen in Sachen Tiergesundheit und Tierwohl erreicht werden.

Zum Projekt

In dieser Situation dem zunehmenden Tierleid entgegen zu wirken, gestaltete sich angesichts der staatlichen Restriktionen sehr schwer: Denn das Team konnte nur mit einem Bruchteil der üblichen Personenanzahl arbeiten. Die Besuche in den Townships wurden somit von jeweils nur zwei Personen durchgeführt.

Und auch das Projekt selbst war durch finanzielle Nöte auf die Probe gestellt: Denn weil deutlich weniger Menschen in die stationäre Tierarztpraxis von Renee van Rheede kamen, fehlten bedeutende Einnahmen, die normalerweise auch einen Teil der Kosten für die Tierschutzarbeit in den Townships abdeckten. Zudem war es unserem Partner nicht möglich, seine eigenen Spenden-Events umzusetzen, die normalerweise einen weiteren Teil der Mittel generieren, um die Behandlungen im Rahmen der mobilen Klinik leisten zu können.

Diese vielfältigen Auswirkungen der Coronakrise brachten die über Jahre aufgebaute Tierschutzarbeit der CVS-SA in Gefahr.

Wie bedeutend es ist, dass die Arbeit nicht pausiert, zeigt ein Blick auf den Township Onverwacht, in dem Renee van Rheede seit 2007 tätig ist. Durch die dauerhafte Präsenz der mobilen Kliniken konnte in der Vergangenheit dort die Tollwut eingedämmt und die Gewalt gegen Streuner deutlich reduziert werden. Fälle wie aus der Anfangszeit, als Streuner schwer misshandelt wurden, gehörten bis zuletzt auch dank der Bildungsarbeit in den Schulen zum Glück der Vergangenheit an.

Wir mussten sicherstellen, dass der Tierschutz weiterhin geleistet werden konnte und die Erfolge der Vergangenheit nicht in Gefahr gerieten.

Zum Schutz der Schwächsten: Der WTG-Nothilfefonds

Durch den WTG-Nothilfefonds konnten wir unserem Partner zusätzliche Unterstützung bieten: Wir sicherten zunächst die Gehälter des engagierten Teams, das neben der Arbeit in der Tierarztpraxis vor allem in den Townships für die streunenden Tiere sorgt. Außerdem übernahmen wir die Kosten für Tierfutter sowie Medikamente und ermöglichten den Tierhalter*innen aus den ärmsten Regionen rund um Pretoria weiterhin die kostenfreien Behandlungen ihrer Hunde und Katzen – natürlich immer unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen.

So war es unseren Partnern durch unsere Unterstützung möglich, den Einsatz zu leisten und weitere schwerwiegende Folgen abzuwenden.

Begleiten Sie Renee van Rheede und ihre Kollegin Melissa Fox anhand der Bilderstrecke bei ihrer Arbeit vor Ort:

WTG-Nothilfefonds: Für den Streunerschutz in Südafrika
© George Oosthuizen / Howling Hound Photography

Mit acht verwaisten Welpen in einem Karton – so stand ein Bewohner aus Refilwe, einem der Armenviertel, in dem wir normalerweise regelmäßige mobile Impf- und Kastrationskliniken durchführen, in der Tierarztpraxis unserer Partner unweit der Township.

Renee van Rheede sagt:

„Wir kannten den jungen Mann und wussten, dass er selbst einige Probleme zu bewältigen hatte, doch seinem großen Herzen für Tiere folgend, suchte er Hilfe für die Welpen – wir waren seine einzige Hoffnung.“

Doch die Kleinen waren sehr schwach und nicht alle überlebten, Buksie aber bewies einen starken Lebenswillen. In Onverwacht, einem weiteren Armenviertel, wurde ein liebevolles Zuhause für sie gefunden. Zwei Wochen später waren unsere Partner vor Ort, um ihren Gesundheitszustand zu kontrollieren und den benötigten Impfverstärker zu verabreichen.

„Buksie freute sich so sehr über uns, dass sie regelrecht unter meine Schutzmaske kroch", berichtet Renee van Rheede bewegt.

WTG-Nothilfefonds: Für den Streunerschutz in Südafrika
© George Oosthuizen / Howling Hound Photography

Bei ihrem Gang durch Onverwacht – dem neuen Zuhause von Buskie – brachte  ihnen ein Bewohner auch den Welpen Blackie. Der Mann hatte das sechs Wochen alte Tier kürzlich von Familienangehörigen aus einer anderen Provinz erhalten – viel zu früh war Blackie von seiner Mutter getrennt worden und litt zudem an der Infektionskrankheit Parvovirose, die auch als Hundeseuche bekannt ist und ohne medizinische Hilfe oft tödlich verläuft. Das Team verabreichte dem Welpen Medikamente und versorgte ihn über eine Injektion mit zusätzlicher Flüssigkeit. Nach dem so schwierigen Start in sein Leben wird diese Hilfe für Blackie hoffentlich der Beginn einer besseren Zukunft für ihn sein.

Neben der Behandlung solcher akuten Fälle nahmen sich die Tierschützerinnen in der Township immer auch die Zeit, langjährige Vertraute aufzusuchen:

WTG-Nothilfefonds: Für den Streunerschutz in Südafrika
© George Oosthuizen / Howling Hound Photography

Der Künstler Piet ist einer der Tierhalter*innen, die unseren Partnern für den ersten Besuch besonders am Herzen lagen. Zum einen, da Piet aufgrund seines Alters selbst zur Corona-Risikogruppe zählt, aber natürlich auch, da seine beiden Schützlinge Biscuit und Fluffy zu den ältesten Hunden in der Township zählen. Bereits vor acht Jahren  retteten unsere Partner dem Hund Fluffy durch die mobile Klinik das Leben. Aus Dankbarkeit für die Rettung seiner Hunde, außer denen er sonst niemanden hat, bastelt Piet seitdem aus recycleten Getränkedosen Hundemarken für die gemeinnützige Tierschutzarbeit. Van Rheede unterstützt ihn im Gegenzug mit dem Verkauf seiner Gemälde an internationale Gaststudierende.

Glücklicherweise stellte sich bei dem Routinebesuch heraus, dass es Piet und seinen betagten Gefährten gutgeht. Obwohl keine akute Behandlung der Hunde notwendig war, sind auch diese Besuche bei Tierhalter*innen wichtig. Denn nur durch die Kontaktpflege bleibt das über Jahre gewachsene Vertrauen der Township-Bewohner*innen in unsere Partner erhalten und die Menschen sehen, dass sie auch in dieser schwierigen Zeit auf eine verlässliche Hilfe für ihre Tiere zählen können.

Möchten Sie noch mehr erfahren? Die ARD hat unsere Tierschutzarbeit vor Ort kürzlich begleitet: »Zum Radiobeitrag

Der Blick auf die Townships rund um Pretoria (Südafrika) hat unmissverständlich gezeigt, dass die Hilfe durch den WTG-Nothilfefonds Tierleben rettet! Wir danken allen, die dies mit Ihrer Spende ermöglicht haben und bitten all jene, denen es möglich ist, sich ebenfalls an die Seite der Tiere zustellen – von Krankheit, Hunger und nun auch den Folgen der Coronakrise geplagt, brauchen die Tiere Menschen wie Sie! 

Ihr Beitrag zum WTG-Nothilfefonds

Von ganzem Herzen bitten wir Sie, auch in dieser persönlich so herausfordernden Zeit an der Seite der Tiere zu bleiben. Jede Spende für den WTG-Nothilfefonds rettet Tierleben!

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