Tierschutz in Syrien

Hilfe für Tiere rund um Idlib

Auf der Suche nach Frieden und Sicherheit verließen Millionen Syrer*innen ihre Heimat – und mussten ihre Tiere zurücklassen. Auch ansässige Tierärzt*innen flüchteten nach und nach aus dem Land, sodass in Regionen wie Idlib nach unserem Wissensstand keinerlei veterinärmedizinische Grundversorgung mehr für die unzähligen Katzen, Hunde sowie Esel, Pferde, Schafe und andere Nutztiere verblieb. Um das immense Leid der Tiere in Syrien – auch in den herausfordernden Zeiten der Corona-Pandemie – zu lindern, sind wir gemeinsam mit unserem Partner House of Cats Ernesto (HCE) im Einsatz.

© House of Cats Ernesto

Die einzige Hilfe für unzählige Tiere

Zahlreiche Streunerkatzen und -hunde, die unbehandelte Krankheiten und Verletzungen aufweisen und sich unkontrolliert vermehren, sind gänzlich auf sich allein gestellt. Auch den verbliebenen oder zurückgekehrten Menschen, die Tiere wie beispielsweise Esel, Rinder, Pferde und Schafe halten, ist es kaum möglich, eine ausreichende tiermedizinische Versorgung für ihre Tiere leisten zu können, geschweige denn entsprechende Angebote zu finden.

Umso bedeutsamer ist die Arbeit unserer Partnerorganisation House of Cats Ernesto (HCE), die in Idlib ein kleines Refugium für Tiere geschaffen hat:

Die Arbeit von HCE im Rahmen eines Schutzzentrums (bestehend aus einem Heim für Haustiere und einer Farm für Nutztiere) ermöglichen wir durch die Übernahme der Kosten für Gehälter und Medikamente und setzten darüber hinaus für Tiere in Not eine mobile sowie stationäre Tierklinik auf.

Mit unserer Hilfe ist seit 2017 der Tierarzt Dr. Mohammad Youssef in der Region Idlib im Einsatz und leistet lebensrettende Versorgung bei allen notleidenden Tieren. Die anderen, nur wenigen Tierärzt*innen, die in der Region ansässig sind, versorgen ausschließlich Nutztiere. Hilfe für Katzen und Hunde – ganz gleich ob mit Halter*in oder streunend – gibt es sonst nicht.

Tierschutz in Syrien
© House of Cats Ernesto

Unser Einsatz im Rahmen eines mobilen tierärztlichen Versorgungsangebotes…

Wird er zu Hilfe gerufen, fährt Dr. Youssef gemeinsam mit einem Tierarzthelfer quer durch die Region, um notleidende Tiere aufzulesen und zu versorgen. Vor allem Streunerhunde und -katzen werden behandelt, aber auch Höfe von Nutztierhalter*innen aufgesucht. Den Tieren werden Vitamine zur Immunstärkung sowie Anti-Parasitenmittel verabreicht. Auch Impfungen werden durchgeführt. In Reaktion auf Notfälle nimmt das Team zudem weite Wege in die umliegenden Regionen von Idlib auf sich – zum Teil auch großer Risiken angesichts anhaltender Kriegshandlungen zum Trotz.

Tierschutz in Syrien
© House of Cats Ernesto

… und einer stationären Klinik

2019 eröffneten wir zudem eine kleine Tierarztpraxis im Herzen Idlibs, in die Halter*innen ihre Haustiere für kostenlose Behandlungen, Impfungen und Kastrationen bringen können. Neben der Gehälter für die Mitarbeitenden sichern wir die Miete sowie Kosten Aufwendungen wie Medikamente und weiteres tiermedizinisches Equipment.

Durch die Praxis profitieren nicht mehr nur streunende Tiere von einer tiermedizinischen Versorgung, sondern zunehmend auch die Haus- und Nutztiere in der Region. Auch schwer verletzte Tiere, die im Rahmen der mobilen Einsätze aufgelesen werden, finden in der Praxis Versorgung und Obhut auf Zeit.

Um den immensen Bedarf an Tierhilfe gewährleisten zu können, haben wir das Team um Dr. Youssef seit 2019 um zwei Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Notfallversorgung und Organisation erweitert. Pro Monat führt das Team jetzt etwa 300 bis 400 tiermedizinische Behandlungen durch – mobil und stationär.

Tierschutz in Syrien
© House of Cats Ernesto

Informationsarbeit für langfristige Verbesserungen

Um das tiermedizinische Angebot unseres Projektes bekannt zu machen und das Tierschutzbewusstsein in der Bevölkerung zu stärken, gehen die Mitarbeiter auch aktiv auf die Bevölkerung zu. So wird beispielsweise Katzenfutter an lokale Tierhalter*innen verteilt – zusammen mit einem Flyer, der über die Vorteile der Kastration informiert. Diese Informations- und gleichzeitig Bildungsarbeit wird in den Gebieten der Region fortgeführt, wo die aktuelle Kriegssituation es zulässt und das Team sich keiner zusätzlichen Gefahr aussetzt.

Tierschutz in Syrien
© House of Cats Ernesto

Die Corona-Pandemie bringt weitere Herausforderungen mit sich

Mit der Ausbreitung des Coronavirus in Syrien verschärfte sich die Situation, da die ohnehin schon große Knappheit an essentiellen Gütern wie Wasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten durch die Pandemie noch verstärkt wurde. Die Bereitstellung lebenswichtiger Güter ist bis heute (Stand Dezember 2021) mit hohen Kosten verbunden.

Um in dieser Notsituation sowohl den Schutz des Teams vor einer Ansteckung zu gewährleisten, als auch die Hilfe für die Tiere im Rahmen der mobilen und stationären Klinik weiterhin sicherstellen zu können, leisteten wir mit Mitteln aus dem WTG-Nothilfefonds zusätzliche Hilfe. So wurde die Anschaffung von Hygienemitteln sowie einem Vorrat an Medikamenten, Säuberungsmaterialien und anderen tiermedizinischen Utensilien gefördert, die für den Fortbestand der Arbeit unerlässlich sind.

Dr. Youssef und das Team können so – auch dieser Krise zum Trotz – die wertvolle Tierschutzarbeit leisten.

Tierschutz in Syrien

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, nur die Kombination aus mobilen Einsätzen und stationärer Klinik ermöglicht es, das Tierwohl in der Region Idlib zu verbessern. Bitte unterstützen Sie das Projekt – mit Ihrer Spende!

Hilfe für Tiere im Krisengebiet

Die Situation für die Tiere ist im kriegsgeschundenen Land bis heute fatal. Bitte helfen Sie uns mit einer Spende, den Schutz der Tiere sicherzustellen!

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Stefanie Timm
Leiterin operative Projektarbeit

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: info@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin

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