Tierklinik in Thailand

Im Einsatz für die vergessenen Tiere

Gemeinsam mit der lokalen Organisation Lanta Animal Welfare (LANTA) helfen wir notleidenden Tieren und engagieren uns für die Minimierung der Streunerpopulation.

Thailand

Weiß strahlende Strände und türkis funkelndes Wasser ziehen jährlich tausende Touristen auf die thailändischen Inselarchipele. Doch das Inselparadies hat ein Problem: Zahlreiche herrenlose Hunde und Katze bevölkern die Straßen und Strände. Sie vermehren sich unkontrolliert, viele von ihnen sind krank und leiden – eine tiermedizinische Versorgung ist so gut wie nicht vorhanden.

Mehr als zehn Jahre nach dem verheerenden Tsunami in Thailand erinnert dank des unermüdlichen Wiederaufbaus fast nichts mehr an die schreckliche Naturkatastrophe. Doch was nur wenige wissen: Viele Hunde, die die Arbeiter nach dem Tsunami als Wachhunde mit auf die Insel brachten, wurden nach dem Wiederaufbau dort zurückgelassen. Die Tiere vermehrten sich enorm schnell und mit der steigenden Zahl stieg auch der Kampf um Futter und die Verbreitung von Krankheiten und Parasiten. Zusätzlich zu diesem Problem, gesellt sich ein altbekanntes: Koh Lantas herrenlose Straßenkatzen, die ebenfalls meist unter schweren Infektionen und ständigem Hunger leiden.

Die Maßnahmen zur Kontrolle der Überpopulation sind oft sehr grausam: So werden die Tiere erschossen, ertränkt oder vergiftet. Immer wieder werden auch Angelhaken im Köder versteckt, die Tiere mit heißem Öl übergossen oder mit Messerschnitten verletzt.

Mittels mobiler Kliniken helfen

Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Lanta Animal Welfare helfen wir den tausenden notleidenden Katzen und Hunden auf Koh Lanta und den benachbarten Inseln. Neben der kleinen Klinik auf Koh Lanta gibt es auf den benachbarten Inseln gar keine tiermedizinische Versorgung – der nächste Tierarzt ist somit oft mehrere Fahrtstunden per Auto und Fähre entfernt. Deshalb führen wir mobile Kliniken auf den Inseln durch, bei denen ausgebildete Tierärzte und Tierarzthelfer mit dem entsprechenden OP-Zubehör per Schiff von Insel zu Insel reisen. Sie führen mehrtägige Kastrations- und Impfcamps durch und behandeln kranke und verletzte Tiere. Behandlungsbereiche und OP-Tische werden vor Ort aufgebaut.

Nach der „Catch & Release“-Methode werden die Tiere eingefangen, medizinisch versorgt, kastriert, gegen Tollwut und andere Krankheiten geimpft, mit einer Art Tätowierung am Ohr gekennzeichnet und danach wieder frei gelassen. Nur stark verletzte und schwache Tiere, deren Überlebenschancen in freier Wildbahn gering sind, bleiben in der Obhut unserer Partnerorganisation. Im Animal Sterilization Center, dem kleinen Behandlungszentrum auf Koh Lanta, das von unserer Partnerorganisation betrieben wird, werden sie tierärztlich versorgt und können nach Genesung von tierlieben Familien adoptiert werden. Um sowohl den Betrieb der Tierklinik auf Koh Lanta fortzuführen, gleichzeitig aber die mobilen Kliniken voranzubringen, unterstützen wir unseren Partner dabei mit der Anstellung eines Tierarztes sowie einer Tierarzthelferin. Hinzu kommen zwei Mitarbeiter, die sich auf die Informationsarbeit und den Kontakt zu den lokalen Behörden fokussieren werden. Wir können auf ein Team vertrauen, das sehr erfahren ist und einen fantastischen Umgang mit den Tieren pflegt. Gleichzeitig gelten sie als qualifizierte Anlaufstelle für die Menschen vor Ort.

Ziel ist es, nicht nur das Leid der misshandelten und verletzten Tiere zu lindern, sondern dieses durch eine tiergerechte und nachhaltige Bekämpfung der Überpopulation langfristig komplett zu verhindern.

Sichtbare Erfolge

Die mobilen Kliniken sprechen sich schnell auf den Inseln herum und werden zu einem Erlebnis für Groß und Klein. Da es sehr wichtig ist, die Bevölkerung in das Hilfsprogramm miteinzubeziehen, um langfristig ein stärkeres Tierschutzbewusstsein zu erwirken, finden zusätzlich zu den mobilen Kliniken auch Bildungsprogramme in Schulen und Gemeinden statt. Im Rahmen des Programmes „Bring Your Cat“ bitten wir die Kinder, am nächsten Schultag ihre unkastrierten Katzen in einer von uns ausgehändigten Transportbox mitzubringen. Während die Kinder dem Schulunterricht folgen, kastrieren und behandeln wir „ihre“ Tiere. Kinder, die Tierschützer von morgen, pflegen einen intensiven Umgang mit den Streunertieren und sind deshalb wichtige Adressaten unserer Arbeit.

Seit Beginn der Arbeit ist eine tolerantere Haltung den Tieren gegenüber vor Ort zu beobachten. Dies wird auch daran ersichtlich, dass immer mehr Einheimische verletzte oder kranke Straßenhunde und -katzen zur Behandlung ins Center bringen.

Wie geht es weiter?

Auf Koh Lanta konnten im Laufe der letzten Jahre bereits mehr als 70% der Streunerpopulation kastriert und somit die Wahrscheinlichkeit, dass zwei unkastrierte Tiere aufeinandertreffen und Nachwuchs zeugen, stark reduziert werden. Nun gilt es diesen Status quo zu halten und dieses Ziel auch auf den umliegenden Inseln zu erreichen. Um die Population langfristig einzudämmen und Krankheiten vorzubeugen, ist es unbedingt notwendig, dass unsere mobilen Kliniken weiterhin regelmäßig stattfinden können und sogar ausgebaut werden. Hierzu wollen wir unseren Einsatz vergrößern: durch weitere Kliniktage, feste Angestellte und einen starken Fokus auf die Bildungsarbeit in Schulen. 

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin