Hilfe für Streuner in Südafrika

Im Einsatz für nachhaltigen Tierschutz in Gauteng und am Ostkap

Streuner in Südafrika
© George Oosthuizen

In den letzten Jahren erzielten wir zusammen mit der lokalen Organisation Community Veterinary Services for Southern Africa (CVS-SA) weitreichende Tierschutzerfolge in den Armenvierteln rund um die Hauptstadt Pretoria sowie in der Ostkap-Provinz: Wir ermöglichten den Ausbau einer tiermedizinischen Grundversorgung, führten Kastrations- und Impfaktionen durch und sorgten mit Bildungsmaßnahmen für mehr Tierschutzbewusstsein in der Bevölkerung. Jetzt gilt es, dass die großartigen Erfolge für die Streuner in Südafrika nicht durch Folgen der Corona-Pandemie zunichtegemacht werden.

Südafrika

In südafrikanischen Townships werden zahlreiche Haustiere wie Katzen, etwa als Mäusefänger, oder Hunde, beispielsweise als Begleiter und Bewacher, gehalten. Besonders Kinder kümmern sich um die meist frei umherstreunenden Tiere. Doch oft können die Menschen nicht die nötigen finanziellen Mittel für eine angemessene tiermedizinische Versorgung aufbringen. So vermehren sich die unkastrierten Tiere unkontrolliert und vermeidbare Krankheiten wie Staupe und Katzenseuche breiten sich rasant aus. Auch die Tollwut stellt vielerorts bis heute eine lebensbedrohliche Gefahr dar.

Im Projektgebiet der Provinzen Ostkap und Gauteng konnten wir im Rahmen unserer Zusammenarbeit innerhalb der vergangenen sechs Jahre spürbar zu mehr Tierwohl beitragen: Durch Bildungsmaßnahmen erreichten wir, dass die lokale Bevölkerung, darunter besonders auch Kinder, deutlich respektvoller mit den Tieren umgehen und um deren Bedürfnisse sowie tiermedizinische Notwendigkeiten Bescheid wissen. Mensch-Hund-Konflikte und Beißvorfälle haben sich deutlich reduziert.

Hilfe für Streuner in Südafrika
© George Oosthuizen

Auch die Involvierung von Studierenden der Tiermedizin war und ist eine wichtige Komponente des Einsatzes: Die angehenden Tierärzt*innen sammeln wertvolle praktische Erfahrung für ihre spätere Arbeit und machen sich mit den abgelegenen Einsatzgebieten und den dort vorherrschenden Tierschutzproblemen vertraut – Dinge, die ihnen im Rahmen ihres Studiums an der Universität nicht vermittelt werden, wohl aber grundlegend sind, um die Tierschutzsituation im Land langfristig zu verbessern.

Tierschutz während der Pandemie

Ein übergeordnetes Ziel unserer Tierschutzprojekte ist es immer, die Arbeit langfristig ganz in die Hände der lokalen Organisationen und der Menschen vor Ort legen zu können. Im Januar 2021 sah es ganz so aus, als wären in diesem Projekt mittlerweile die nötigen Strukturen in den Bereichen Tiermedizin und Tierschutzbildung vor Ort geschaffen worden und unsere Unterstützung nicht mehr nötig. Doch mit der Verschlimmerung der Lage in Südafrika im Hinblick auf die Corona-Pandemie veränderte sich die Situation leider wieder zum Nachteil der Tiere:

Finanzielle Einbußen bei unserer Partnerorganisation auf der einen und in der lokalen Bevölkerung auf der anderen Seite sowie die zahlreichen Kontakt- und Reisebeschränkungen hatten zur Folge, dass Tieren und Menschen im Projektgebiet ein schleichender Rückfall in alte Problemmuster drohte: Eine unkontrollierte Vermehrung der Tiere durch weniger Kastrationsmöglichkeiten, unbehandelte Krankheiten durch den erschwerten Zugang zu lokaler tiermedizinischer Versorgung sowie die Verbreitung von Krankheiten durch das Ausbleiben wichtiger Impfungen wurden wieder zu reellen Gefahren.

Hilfe für Streuner in Südafrika
© George Oosthuizen

Deshalb haben wir unseren Einsatz reaktiviert und unterstützen unseren Partner CVS-SA erneut bei der Arbeit in den Provinzen Gauteng und Ostkap. Dafür geht das Team rund um Tierärztin Renee van Rheede van Oudtshoorn regelmäßig in den Einsatz – dabei steht die coronakonforme Umsetzung der Tierschutzmaßnahmen zu jeder Zeit im Vordergrund:

  • Wöchentlich werden in den Townships der Provinz Gauteng Streuner- und Besitzertiere aufgelesen und in die stationäre Klinik unserer Partner gebracht, um dort kastriert, geimpft und bei Bedarf behandelt zu werden. Die Tiere begleitende Halter*innen – derzeit ist entsprechend der Corona-Maßnahmen die Anwesenheit einer Person pro Tier erlaubt – werden von den Mitarbeiter*innen für die Bedürfnisse ihrer Tiere sensibilisiert, um so auch die Tierschutzbildung in der Bevölkerung weiterhin aufrechtzuerhalten. In den nächsten zwei Jahren unseres Einsatzes sollen nach diesem Konzept 500 Tiere kastriert und 5.000 gegen Tollwut geimpft sowie 5.000 Menschen über tierwohlverbessernde Maßnahmen informiert werden.
  • In den entlegenen Dörfern der Provinz Ostkap sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre insgesamt 1.500 Tiere kastriert und 15.000 gegen Tollwut geimpft sowie 15.000 Menschen im Hinblick auf wichtige Tierschutzthemen sensibilisiert werden. An mehreren Standorten in der Region werden uns, insbesondere für die Kastrationen, Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise kann bei der Durchführung der Eingriffe eine hygienische Umgebung gewährleistet werden. Indem die Tiere nicht vor Ort behandelt, sondern dafür zu den eingerichteten Standorten transportiert werden, werden zudem große Menschen-ansammlungen in den Gemeinden und damit Gesundheitsrisiken für die Halter*innen und unsere Mitarbeiter*innen vermieden. Auch die Impfungen finden aus diesem Grund vorwiegend im Rahmen von Tür-zu-Tür Besuchen und nicht, wie vor der Corona-Pandemie üblich, in Form von Massenimpfungen an einem zentralen Ort in der Gemeinde statt. Der enge Austausch mit den lokalen Gemeindeleiter*innen ist in der Provinz Ostkap besonders wichtig, denn diese kennen die Umgebung am besten und wissen genau, wie viele Menschen und Tiere wo zusammenleben. Mit ihrer Unterstützung werden unsere Partner auch n den abgelegenen Gemeinden tätig sein können – also dort, wo eine tiermedizinische Versorgung häufig erschwert ist und Tierschutzprobleme eher zu erwarten sind.
Hilfe für Streuner in Südafrika
© George Oosthuizen

Neben einem Teil der monatlichen Personalkosten stellen wir für diese Einsätze das benötigte tiermedizinische Equipment, Medikamente sowie Bildungsmaterialien zur Verfügung und übernehmen Transportkosten.

Auf diese Weise erhalten wir auch in Pandemiezeiten die bisherigen Projekterfolge aufrecht und sorgen nachhaltig für mehr Tierwohl in den ärmsten und entlegensten Townships Südafrikas. Bitte helfen Sie dabei – mit Ihrer Spende!

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Stefanie Timm
Leiterin operative Projektarbeit

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: info@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin