Mobile Haustierklinik in Südafrika

Tierschutz in der größten Township Kapstadts

Coronakrise: Tierschutz in Zeiten der Pandemie:

Die unterschiedlichen Aktivitäten und Schwerpunkte unserer Tierschutzarbeit weltweit – ob Schutzzentrum oder mobile Klinik, Hilfe für Streuner, Nutz- oder Wildtiere – mussten angesichts der Pandemie pausiert oder angepasst werden:

Es bleibt höchste Priorität, Tierleben zu retten, dabei gefährden wir aber nicht die Gesundheit der Menschen und erhöhen das Ansteckungsrisiko. Mit Hilfe des WTG-Nothilfefonds wollen wir eine grundlegende Tierschutzarbeit trotz Coronakrise ermöglichen. Lesen Sie hier mehr: »Tierschutzarbeit in Zeiten der Coronakrise

Wir versprechen Ihnen: Wir werden alles in unserer Macht stehende, um den Schutz der Tiere – der Streunerkatzen und -hunde, Nutztiere wie Esel, Rinder, Schafe und Ziegen sowie Wildtiere wie Schuppen- und Faultiere, Elefanten und Bären – auch weiterhin sicherzustellen. »Bitte unterstützen Sie uns dabei!

Schätzungsweise eine Millionen Menschen leben gemeinsam mit zahlreichen Haustieren in Khayelitsha, einer der größten Townships Südafrikas am Stadtrand Kapstadts. Für die einzigen beiden Tierarztpraxen in der Township ist es weder möglich, alle Tiere medizinisch zu versorgen, noch sind sie für die meisten Tierhalter*innen aufgrund fehlender Transportangebote erreichbar. Eine mobile Haustierklinik der Welttierschutzgesellschaft (WTG) und ihrer lokalen Partnerorganisation Mdzananda Animal Clinic (MAC) bietet deshalb eine tiermedizinische Grundversorgung, setzt sich mit intensiver Bildungsarbeit für eine dauerhafte Verbesserung des Tierwohls ein und ist als Notfallambulanz im Einsatz.

 

Kapstadt, Südafrika

Nur unweit des Stadtzentrums der beliebten Urlaubsmetropole Kapstadt reihen sich unzählige Hütten aus Blech, Holz oder Pappe aneinander – die Armut ist sichtbar. Schätzungen zufolge leben hier über 330.000 Tiere, überwiegend Hunde, aber auch Katzen.

Seit 1996 engagiert sich MAC für das Wohlergehen der Vierbeiner – gegründet von einem Bewohner, der ursprünglich mit einem Wassereimer und Futter von Tür zu Tür zog. Schnell schlossen sich ihm freiwillige Helfer*innen an und aus dem Engagement einer Einzelperson erwuchs 2001 eine stationäre Tierklinik, in der Haustiere zu bezahlbaren Preisen behandelt werden – bis 2015 war dies die einzige feste tiermedizinische Einrichtung in der Township.

Mobile Haustierklinik in Südafrika: Kinder und Hund in Khayelitsha
© Mdzananda Animal Clinic

Mobile Haustierklinik

Da es neben der Klink unserer Partner lediglich eine zweite feste Tierarztpraxis gibt, erhalten noch lange nicht alle Tiere die Versorgung, die sie benötigen. Mit Hilfe der Welttierschutzgesellschaft ist deshalb zusätzlich an drei Tagen pro Woche eine mobile Haustierklinik in den Gegenden Khayelitshas präsent, wo die Not am größten ist. Zwei tiermedizinische Fachkräfte und ein Fahrer der MAC sind mit einem Auto samt Tieranhänger, einem Sanitätszelt sowie den notwendigen tiermedizinischen Materialien unterwegs, um die Hunde oder Katzen der Townshipbewohner*innen grundlegend zu untersuchen, kostenfreie Anti-Parasiten-Behandlungen sowie alle wichtigen Impfungen durchzuführen. Damit jede*r Halter*in die Notwendigkeit einer tiermedizinischen Grundversorgung verinnerlicht, werden alle Behandlungsschritte erläutert. Zusätzlich werden Tierschutzthemen wie die Fütterung – vielen Hunden wird fälschlicherweise zum Beispiel Maisbrei gegeben – natürliche Bedürfnisse wie regelmäßiger Auslauf oder auch der Umgang mit Verletzungen und Erkrankungen besprochen.

Schwer kranke oder verletzte Vierbeiner bringt das Team zur Behandlung in die stationäre Klinik. Dort können die Patienten, wenn notwendig, bis zur Genesung untergebracht bleiben.

Zudem sind nur wenige der Tiere in Khayelitsha kastriert. Neben der unkontrollierten Vermehrung sind Verletzungen die Folge, die sie sich auf ihrer Suche nach Paarungspartnern zuziehen. Um unnötiges Tierleid zu verhindern, werden Hunde und Katzen daher zur Kastration in die Klinik transportiert und den Halter*innen die Notwendigkeit dieses Eingriffs sowie die Vorteile vermittelt.

Mobile Haustierklinken in Südafrika: Entwurmungen, Impfungen, allgemeine Gesundheitschecks
© Mdzananda Animal Clinic

Ausweitung der Bildungsmaßnahmen

Da die tiermedizinische Versorgung alleine kein grundsätzliches Umdenken im Umgang mit den Hunden und Katzen bewirken kann, wird das Projekt von umfangreicher Tierschutzbildung begleitet. An zwei weiteren Tagen pro Woche sucht das Team das persönliche Gespräch mit den Tierbesitzer*innen. Dort, wo die mobile Haustierklinik unterwegs ist, gehen sie von Tür zu Tür, um sicherzustellen, dass auch wirklich alle Tierbesitzer*innen und ihre vierbeinigen Mitbewohner erreicht werden. Neben den oben bereits genannten Themen wird dabei gemeinsam die Wohnsituation besprochen und geschaut, wie diese besser auf die Tiere angepasst werden kann. Zudem informiert das Team über die Termine der nächsten mobilen Haustierklinik.

Mit Unterstützung der Welttierschutzgesellschaft wird diese Bildungsarbeit stetig verbessert und ausgebaut. So wurden bereits Bildungsmaterialien entwickelt und gedruckt, die die dringendsten Themen und Probleme ansprechen und den Mitarbeiter*innen in den persönlichen Gesprächen mit den Halter*innen als Leitlinie dienen. Im Anschluss an die Gespräche verbleiben diese Materialien in den Haushalten.

Im Rahmen regelmäßiger Workshops werden die Teammitglieder darüber hinaus zu neuen Themengebieten geschult und die verständliche Vermittlung der Tierschutzinhalte in Rollenspielen geübt.

Mobile Haustierklinken in Südarfika: Tierschutzbildung als Schlüssel zu einem grundsätzlichen Umdenken im Umgang mit Tieren
© Mdzananda Animal Clinic

Mit Unterstützung der Welttierschutzgesellschaft wird diese Bildungsarbeit nun verbessert und ausgebaut. Dazu gehört unter anderem die Entwicklung von neuen Bildungsmaterialien, die die dringendsten Themen ansprechen und nach den persönlichen Gesprächen in den Haushalten verbleiben. Im Rahmen regelmäßiger Workshops werden die Teammitglieder darüber hinaus zu neuen Themengebieten geschult und die verständliche Vermittlung der Tierschutzinhalte in Rollenspielen geübt.

Auch im Notfall für die Tiere zur Stelle

Zusätzlich dazu rückt das Team auch als Notfallambulanz aus, wann immer ein Tier schnelle Hilfe benötigt und bringt den Vierbeiner zur Behandlung in die stationäre Klinik. Dabei rufen die Bewohner*innen nicht nur für die eigenen Haustiere an, sondern auch für fremde Tiere, beispielsweise wenn es von einem Fahrzeug angefahren wurde.

Durch die geschichtlich enge Verbundenheit der MAC zur Township Khayelitsha ebenso wie der Tatsache, dass viele der Mitarbeiter*innen auch dort verwurzelt sind, wird unsere Partnerorganisation als selbstverständlicher Teil des Alltags betrachtet und die Tierschutzarbeit von den Bewohner*innen dankend angenommen – getreu dem Motto: Tierschutz fängt beim Menschen an.

Helfen Sie den Haustieren in der Township

Bereits mit 45 Euro sichern Sie 15 Hunden die oft lebensentscheidenden Impfungen.

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Ihr Ansprechpartner für Fragen zum Einsatz:

Dr. Dirk Meyer
Projektkoordinator Streunerprojekte

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: info@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin