© Thomas Hubauer-Flickr

Kopi Luwak und Zibetkaffee

Mitarbeiter unserer Partnerorganisation ACCB in Kambodscha konnten kürzlich eine Schleichkatze retten. Es wird vermutet, dass das Tier an einen Kaffeeproduzenten verkauft werden sollte, denn Schleichkatzen werden in Asien zur Herstellung des exklusiven Kopi Luwak bzw. Zibetkaffee genutzt.

In Freiheit ernähren sich die Tiere unter anderem von Kaffeekirschen. Da sie nur das Fruchtfleisch von den Kaffeekirschen verdauen kann, scheidet sie die im Magen fermentierte Kaffeebohne wieder aus.

30 bis 40 Euro zahlen Käufer derzeit für 100 Gramm Kaffeespezialität. Vielen Käufern ist jedoch nicht bewusst, unter welchen Bedingungen mittlerweile der Großteil der jährlichen Kaffeemenge produziert wird.

Das Einsammeln ausgeschiedener Bohnen frei lebender Tiere ist eine zeitaufwendige und kostenintensive Arbeit. Einige Produzenten haben daher eine eigene Methode entwickelt, um den Aufwand zu minimieren: Sie fangen die Tiere einfach ein und sperren sie in kleine Käfige. Dort werden sie ausschließlich mit Kaffeebohnen gefüttert. Eine Mangelernährung, die zusammen mit der Gefangenschaft zu starkem physischen und psychischen Leiden der Tiere führt.

Diese Haltung gleicht der in Deutschland verbotenen Käfighaltung bei Hühnern. Produzenten zeigen diese Art der Tierhaltung auch offen auf ihren Webseiten. Ein Beispiel finden Sie hier: http://duta-kopi-luwak.blogspot.de/.

Viele Hersteller werben sogar mit artgerechter Tierhaltung auf den Verpackungen, was jedoch häufig nicht gegeben ist. Einzig das Einsammeln der Exkremente frei lebender Tiere kann eine Möglichkeit sein, diesen Kaffee weiterhin anzubieten.

Wenn Sie diese tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen nicht unterstützen möchten, sollten Sie vom Kauf dieses Kaffees absehen.

Mehr zum unserem Projekt in Kambodscha erfahren Sie hier:

https://welttierschutz.org/projekte/wildtiere/buddhistische-moenche-als-tierschutzbotschafter/

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