Leiden für Leder

Wie kann es sein, dass in manchen Geschäften Schuhe aus Echtleder nur 20 Euro kosten? Woher kommt dieses Leder und ist es tatsächlich nur ein Abfallprodukt aus deutschen Schlachthöfen? Der ZDF-Beitrag „Leder – Gift auf unserer Haut“ geht diesen Fragen nach und konfrontiert uns schonungslos mit den dunklen Seiten der gigantischen Lederindustrie.

Die Dokumentation zeigt schockierende Szenen aus Dhaka, Bangladesch –Hochburg der Lederproduktion. Im Gerbereien-Viertel Hazaribagh wird das Leder noch nach mittelalterlicher Art gegerbt und mit „Chrom VI“ haltbar gemacht. Eine krebserregende Chemikalie, die in Deutschland verboten ist. Umweltauflagen für die Produktion sowie Unfallversicherungen für die Billiglöhner, die nach Angaben der Autoren 0,9 Cent in der Stunde verdienen, gibt es nicht.

Bangladesch exportiert jährlich Leder im Wert von 600 Mio. Dollar im Jahr. 12 % davon geht nach Deutschland. Viele Rinder, die für dieses Leder sterben müssen, werden billig aus Indien importiert. Hier gelten diese zwar als heilig, doch oft können sich ihre Besitzer kaum noch Futter leisten und freuen sich über einen attraktiven Kaufpreis. Den wahren Grund für den Kauf erfahren sie selten. Zudem werden sämtliche Tiere einfach über Nacht von der Straße geklaut.

Zwei Mio. Rinder werden jährlich vom hinduistischen Indien ins muslimische Bangladesch transportiert. Die Kühe kommen verhungert, dehydriert und verletzt in ein Zwischenlager bevor sie nach islamischem Ritus – d. h. ohne Betäubung – im Schlachthof sterben. Auch hier gibt es keine behördlichen oder veterinärsamtlichen Kontrollen.

Das billige Leder geht also am Ende auch immer zu Lasten der Tiere.

Von welchem Tier und aus welchem Land das Leder stammt, kann der Verbraucher in Deutschland selten nachvollziehen. Es gibt keine Kennzeichnungsvorschriften.
Mittlerweile gibt es jedoch Marken und Designer, die bewusst auf „faires“ Leder oder sogar auf eine vegane Produktion setzen:

Beyond Skin
deepmello
Magdalena Schaffrin
DearGoods
avesu

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