Close up of a red fox at Shepreth Wildlife Park

Pelz? Nein, danke!

Kleidungsstücke mit Pelzbesatz sind derzeit überall zu finden. Besonders Winterjacken oder auch -mützen sind mit dekorativen Elementen aus Pelz versehen. Wir von der Welttierschutzgesellschaft haben uns gefragt: Ist das eigentlich echter Pelz? Und wenn ja, wo wird der verkauft? Um das herauszufinden, sind wir einen Tag durch die Geschäfte der Berliner Innenstadt gelaufen.

Die Haltung von Tieren für die Pelzproduktion

Wer sich mit dem Thema Pelz beschäftigt, sieht immer wieder die gleichen Bilder: Tiere, die eingesperrt in kleinen Drahtgitterkäfigen den Kopf unruhig hin und her wiegen, sich gegen die Gitterstäbe werfen und an ihren eigenen Gliedmaßen kauen. Das ist die Folge von physischer und psychischer Qualen, die Nerze, Marderhunde, Waschbären, Hauskatzen und andere Tiere auf Pelzfarmen für die internationale Bekleidungsindustrie erleiden müssen.

China ist der weltweit größte Produzent, Verarbeiter und Exporteur von Pelz. Dort werden die Tiere häufig lediglich durch einen Schlag auf den Kopf getötet. In vielen Fällen führt dies jedoch nur zur Bewusstlosigkeit, sodass sie während der Häutung noch leben und teilweise erst fünf bis zehn Minuten später unter unerträglichen Schmerzen sterben.

Kunstpelz oder Echtpelz?

Wer heutzutage ein Kleidungsstück mit Pelzbesatz kauft, kann sich nicht immer sicher sein, was er da kauft. Die europäische Textilkennzeichnungsverordnung schreibt lediglich für die Verwendung tierischer Produkte eine Kennzeichnung vor – verlangt aber keine genauen Angaben (Artikel 12). Diese sind auf dem Waschzettel mit der Bezeichnung „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ zu finden.

Fehlen diese Angaben, gibt es drei Methoden, wie ein echter Pelz zu erkennen ist.

1. Der Unterwolle-Test: 

Dazu streichen Sie die langen Fasern etwas beiseite. Kommt eine flauschige, krause und vor allem kürzere Haarschicht zum Vorschein, handelt es sich um die bei Tieren typische Unterwolle.

2. Der Leder-Test: 

Streichen Sie die Fasern stärker auseinander, sodass ein Scheitel entsteht. Sollten Sie dann am Ansatz Leder sehen, handelt es sich um echtes Fell.

3. Der Brenn-Test: 

Zupfen Sie ein paar Fasern heraus und zünden Sie diese an (natürlich außerhalb des Geschäftes!). Riecht es wie menschliches Haar, haben Sie Echtpelz vor sich. Schmilzt es und riecht nach Plastik, so handelt es sich um Kunstpelz. Zusätzlich bilden sich am Ende der Fasern kleine Kügelchen.

Wo haben wir Pelz gefunden?

Bei bekannten Ketten wie Orsay, New Yorker, H&M, Vero Moda, promod etc. haben wir keinen echten Pelz gefunden. Dies ist natürlich keine Garantie, dass dort ausschließlich Kunstpelz verkauft wird. Auch mittel- bis hochpreisige Marken wie Hallhuber oder COS verzichten auf Pelz.

Einige Produzenten haben Pelz jedoch weiterhin im Sortiment. Darunter auch „No-Name“-Geschäfte, die oft wider Erwarten preiswerte Produkte mit echtem Pelz anbieten. Das Schuhgeschäft Osco beispielsweise hat derzeit einen Stiefel mit Fuchspelz-Besatz für nur 60 Euro im Angebot.
Auch Einzelhändler wie ShokFast Forward und Steinbruch haben echten Pelz im Sortiment. Darunter sind auch Winterjacken mit Echtpelz, die ziemlich preiswert für 120 Euro verkauft werden.

Zudem bieten viele weitere Marken teure Pelzmäntel an, so z. B. Boss OrangeWoolrich oder Napapijri. Das Fell für diese Mäntel stammt oftmals vom Marderhund oder vom Waschbär. Obwohl die Mäntel deutlich teurer sind, sind sie „Made in China“. Die Pelze dafür kommen mit großer Wahrscheinlichkeit von eingangs beschriebenen Pelzfarmen.

Verzichten Sie auf den Kauf von Echtpelz, um die Quälerei und Ausbeutung der Tiere zu stoppen.

Was kann ich machen, wenn ich (ungekennzeichneten) Pelz entdecke?

Wenden Sie sich direkt vor Ort an eine/n MitarbeiterIn oder am besten an den/die FilialleiterIn. Teilen Sie ihm mit, dass Sie ungekennzeichneten Pelz gefunden haben und Sie es prinzipiell verwerflich finden, Pelz zu verkaufen. Nutzen Sie unsere Brief-Vorlage und schicken Sie Ihr Anliegen direkt an die Geschäftsführung des Unternehmens. Wenden Sie sich bitte auch an uns und melden Sie uns das Unternehmen und das Produkt. Schreiben Sie uns dazu einfach eine Mail an: info@welttierschutz.org Erzählen Sie auch der Familie und Freunden von dem Thema Pelz und verbreiten Sie Ihre Meinung in Ihren Netzwerken. Schauen Sie sich die ZDF-Reportage „Gift auf unserer Haut“ an und studieren Sie die Liste pelzfreier Modeketten auf FurFreeRetailer.com.

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Ein Gedanke zu „Pelz? Nein, danke!

  1. Anni Antworten

    Hallo Ihr!
    Ich würde mal sagen, bei H&M sieht das dieses Jahr ganz anders aus, was Kunstpelz anbelangt. Ich habe mir die ganzen Accessoires dort noch nicht genauer angeschaut, aber auf den ersten Blick würde ich sagen, dass es sich um echten Pelz handelt.

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