© Lilongwe Society for the Protection and Care of Animals (LSPCA)

Die Zukunft der Tiere Malawis liegt in ihren Händen

In Malawi, wo seit 2016 die Tierwohlkurse des Programms TIERÄRZTE WELTWEIT* an zwei Bildungseinrichtungen gelehrt werden, vermitteln wir derzeit auch Lehrkräfte theoretisches und praktisches Tierschutzwissen. In großen Schritten ebnen wir somit den Weg zu einer nachhaltigen Stärkung des Tierschutzes im Land. Ein Einblick in die aktuellen Geschehnisse:

*einem Gemeinschaftsprogramm mit der Welttierschutzstiftung (WTS)

Hintergrund: TIERÄRZTE WELTWEIT

Gemeinsam mit der Welttierschutzstiftung und lokalen Partnerorganisationen, tiermedizinischen Praxen, Behörden sowie Colleges und Universitäten unterstützt das Programm TIERÄRZTE WELTWEIT in Schwellen- und Entwicklungsländern die Aus- und Weiterbildung praktizierender und angehender Tierärzt*innen sowie von Fachkräften für Tiergesundheit in Theorie und Praxis. Ziel ist es, Tierschutzthemen in die Lehrpläne der jeweiligen Länder zu integrieren und so die tiermedizinische Aus- und Weiterbildung nachhaltig zu verbessern.

Zum Programm

Großes Interesse beim Lehrpersonal

In Zusammenarbeit mit der Lilongwe Society for the Protection and Care of Animals (LSPCA) widmen wir uns im Rahmen des Programmes seit 2021 auch Lehrkräften. Denn während derzeit alle Inhalte der Tierwohlkurse noch von unserer »Projektmanagerin Dr. Madeline Nyamwanza an die Studierenden vermittelt werden, wollen wir die Dozent*innen der einzelnen Fächer befähigen, diese Tierschutzaspekte in Zukunft in ihren Fächern selbstständig aufgreifen und lehren zu können. Nur so wird der Tierschutzgedanke nachhaltig verankert und kann langfristig – auch ohne unser Zutun – Wirkung zeigen.

Insgesamt nahmen am ersten Fortbildungskurs dieser Art bereits 23 Personen teil. Neben Angestellten der Universität und des Colleges, waren auch Mitarbeiter*innen des zentralen tierärztlichen Labors anwesend.

Aufgeteilt wurde die Fortbildung in neun Workshop-Schwerpunkte zu unterschiedlichen Themen wie Tierschutzdefinitionen und -konzepte, Tierschutzgesetzgebung, dem verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika, Wundversorgung, Impfungen, Infektionskrankheiten, Hygiene und Erste Hilfe. Diese Bereiche wurden im Vorfeld durch unsere Montitoring- und Evaluationsarbeit und einer Bedarfsanalyse als jene Bereiche identifiziert, in denen eine zusätzliche Wissensvermittlung besonders notwendig ist.

Im Rahmen der Praxiskurse üben sich die Lehrende in der Vermittlung praktischer Tierschutzkompetenzen

Unter Anleitung von Dr. Madeline Nyamwanza nehmen die Teilnehmer*innen der Fortbildung auch an den Praxiseinheiten für die Studierenden teil. Ob direkt am Tier oder im Labor schauen sie der erfahrenen Tierärztin bei ihrer Lehre über die Schulter und sammeln so die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten, um die praktischen Tierschutz-Trainings alsbald selbstständig durchführen zu können und so den Studierenden wie es bis vor kurzem auch Richard Kamphongwe war, grundlegende Tierschutzaspekte zu vermitteln.

© Lilongwe Society for the Protection and Care of Animals (LSPCA)

Der frisch gebackene Tiermediziner, der im Februar 2021 seinen Abschluss an der Universität machte und nun in den Beruf einsteigt, durchlief die Tierwohlkurse unter Anleitung von Dr. Nyamwanza. Grundlegend war für ihn auf diesem Weg die Unterstützung durch unser Stipendienprogramm, ohne die er sein Studium aufgrund finanzieller Engpässe nicht hätte fortführen können. Acht besonders engagierten Tiermedizin-Studierenden bieten wir jedes Jahr die Möglichkeit, durch ein Stipendium ihre Ausbildung zu finanzieren.

Derzeit ist der junge Tierarzt als tierärztlicher Praktikant bei einer lokalen Tierschutzorganisation tätig und behandelt in diesem Rahmen insbesondere viele Streunerhunde und -katzen. Dass sich die Tierärzt*innen in seiner Heimat Malawi den vielen streunenden Tieren widmen, ist ihm besonders wichtig: 

„In Malawi haben wir sehr viele streunende Tiere, insbesondere Hunde und Katzen. Als Tierarzt denke ich, dass die Behandlung streunender Tiere von enormer Wichtigkeit ist: Durch Kastrationen beispielsweise verhindern wir ungewollten Nachwuchs und können dadurch die Hundepopulation kontrollieren. Indem auch Streuner geimpft und bei Bedarf behandelt werden, schaffen wir die Voraussetzungen dafür, zahlreichen Krankheiten vorzubeugen, die sich sonst schnell unter den Tieren verbreiten würden. Die Menschen sehen weniger und dann auch gesündere Tiere auf den Straßen, was zu einem besseren Zusammenleben von Menschen und Tieren beiträgt. Ich sehe mich als zentrale Figur, um den Tierschutz voranzutreiben und zu eine tier- und menschenfreundlichen Gesellschaft beizutragen.“

Die Fortbildungen sind ein großer Erfolg

Die teilnehmenden Lehrenden zeigten sich engagiert, voll Enthusiasmus und gewillt, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten im Bereich Tierschutz zu verbessern – für Studierende wie Richard. Viele Teilnehmer*innen äußerten außerdem den Wunsch nach regelmäßigen Fortbildungen. Dieses Feedback wird auch an die zuständigen Behörden weitergeleitet werden, um sie zu ermutigen, regelmäßige Weiterbildungen zu einer Priorität zu machen.

 Die Befähigung des für die Tierschutzlehre verantwortlichen Personals und gleichzeitig die Förderung von engagierten Tierärzt*innen wie Richard Kamphongwe sind Voraussetzungen für die nachhaltige Verbesserung des Tierwohls in Malawi. Wir sind auf einem guten Weg und danken allen, die dies mit ihrer Unterstützung möglich machen.

Weltweit leiden Tiere an fehlender tiermedizinischer Versorgung

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