© Mdzananda Animal Clinic (MAC)

Zweite Chance für Snoopy

In den Townships rund um Kapstadt in Südafrika erfahren nicht nur die Menschen viel Leid, sondern auch unzählige Katzen und Hunde. Denn ihren Besitzer fehlt es neben finanziellen Möglichkeiten oft am Wissen, Tiere entsprechend ihren Bedürfnissen zu halten und zu pflegen. Dies zeigte einmal mehr der Fall des Welpen Snoopy, der in akuter Lebensgefahr schwebte, als unsere Partnerorganisation Mdzananda Animal Clinic (MAC) ihn auffand.

Ein Beitrag von Kim Krehl, Praktikantin bei der Welttierschutzgesellschaft. 

Hintergrund: Mobile Haustierklinik in Südafrika

Schätzungsweise eine Millionen Menschen leben in Khayelitsha, einer unübersichtlichen und provisorischen Siedlung am Stadtrand Kapstadts und eine der größten Townships Südafrikas – gemeinsam mit zahlreichen Haustieren. Unsere mobile Haustierklinik mit der Mdzananda Animal Clinic (MAC) bietet tiermedizinische Grundversorgung, setzt sich mit intensiver Bildungsarbeit für eine dauerhafte Verbesserung des Tierwohls ein und ist als Notfallambulanz im Einsatz.

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Während eines Einsatzes in der Township Khayelitsha sammelten unsere Mitarbeiter den erst vierwöchigen Snoopy früh morgens auf der Straße ein und brachten ihn umgehend in ihre Tierklinik. Junge Welpen wie er sind vor allem in der Nacht auf die Wärme ihrer Mutter und ihre nährreiche Muttermilch angewiesen. Bei Snoopy war den Mitarbeitern aber schnell klar, dass er die ganze Nacht alleine in Kälte und Regen gewesen und dadurch gefährlich unterkühlt war. Stammte er vielleicht sogar aus einer der vielen illegalen Hundezuchten in der Township, bei denen Welpen sehr früh von ihren Müttern getrennt werden? Bevor dies geklärt werden konnte, musste das Team zunächst alles tun, um den kleinen Welpen vor dem Tod zu retten. Aus Erfahrung ähnlicher Fälle war klar, dass das eine schwere Aufgabe ist.

© Mdzananda Animal Clinic (MAC)

Bereits auf dem Weg in die Klinik massierte Tierärztin Dr. Joy unentwegt den unterkühlten Körper des kleinen Welpen, um die Blutzirkulation anzuregen. In der Klinik angekommen, wurde Snoopy in Wärmedecken gewickelt, um seine Körpertemperatur zu steigern und stabilisieren.

Es folgten kritische Stunden, in denen Snoopy um das Überleben kämpfte. Die Mitarbeiter von MAC waren mit vielen Streicheleinheiten an seiner Seite – und tatsächlich: Snoopy wurde munterer und fing schon bald daraufhin an, zu essen und zu trinken. Zwei Tage später rannte Snoopy schon in der Tierklinik umher, wie es sich für einen Welpen seines Alters gehört. Um auch nachts auf ihn aufpassen zu können, nahm ein Mitarbeiter des Teams Snoopy mit zu sich nach Hause und kümmerte sich in den folgenden Wochen um ihn.

© Mdzananda Animal Clinic (MAC)

In der Zwischenzeit fand das Team heraus, dass Snoopy zu einer Familie gehört und nicht wie zunächst befürchtet aus einer illegalen Hundezucht stammt. Ohne Weiteres konnte Snoopy allerdings nicht zu seinen Besitzern zurückkehren, denn schließlich hatten sie seine schwere Unterkühlung zu verantworten. In Gesprächen wurde deutlich, dass die Familie ihn nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus Unwissenheit über Nacht draußen gelassen hatte, und ihn gerne wieder bei sich aufnehmen wollte. Damit Snoopy nicht wieder in Gefahr gerät, war allerdings die Voraussetzung dafür, dass seine Besitzer zuvor an einem Training teilnehmen, bei dem ihnen die Mitarbeiter von MAC die Grundlagen einer tiergerechten Haltung von Hunden erläutern und natürlich auch auf die speziellen Bedürfnisse von Welpen eingehen.

© Mdzananda Animal Clinic (MAC)

Die Besitzer willigten ein – und nachdem sie dieses Tierschutz-Training mit viel Engagement und Interesse absolviert hatten, konnte MAC Snoopy mit gutem Gewissen in sein altes Zuhause zurückbringen. Dass diese Entscheidung richtig war, bestätigte sich schon wenige Woche später. Snoopys Besitzer kamen mit ihm zurück in die MAC-Klinik, damit er weitere Impfungen erhält. Dabei ließen sie die Mitarbeiter wissen, wie dankbar sie für ihre Hilfe und die Rettung des Welpen sind. Inzwischen ist Snoopy ein verspielter, glücklicher und kräftiger Welpe, der hoffentlich nie wieder aufgrund von Unachtsamkeit und fehlendem Wissen leiden muss.

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