Herausfordernde Trockenzeit im Süden Sumatras

Die alljährliche Trockenzeit beweist sich in Sumatra aktuell als besonders intensiv und bereitet uns zunehmend Sorgen. Im Way Kambas Nationalpark leiden sowohl die wilden als auch unsere Patrouillen-Elefanten unter Wasser- und Nahrungsmangel.

Ein Beitrag von Kim Krehl, Praktikantin bei der Welttierschutzgesellschaft

Hintergrund: Elefanten in Indonesien

Im Way Kambas Nationalpark auf der indonesischen Insel Sumatra verlassen die heimischen Sumatra-Elefanten immer häufiger den Wald. Dies sorgt für gefährliche Mensch-Elefanten-Begegnungen. In und um den Nationalpark setzen wir uns gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Community for Sumatra Nature Conservation (CSNC) für ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Tier sowie eine bessere Lebensqualität der Elefanten ein - durch Elefantenpatrouillen.

Zum Projekt

Die sich verschlechternden Lebensbedingungen für die letzten wilden Elefanten im Way Kambas Nationalpark sind das eine Problem, das wir laufend durch vier Elephant Response Units (ERU) in Angriff nehmen. Die ERUs, bestehend aus zahmen Elefanten und ihren Elefantenführern, reduzieren den gefährlichen Tier-Mensch Konflikt, indem sie Wildelefanten von Menschensiedlungen fernhalten, die Lebensweise der Wildelefanten beobachten und illegale Aktivitäten von Wilderern aufspüren.

Doch nun stellt uns eine Naturgewalt vor ein neues, immenses Problem, das die wirkungsvolle Arbeit extrem erschwert.

Durch die anhaltende Trockenheit sind im Nationalpark mittlerweile viele Flüsse und Weiden ausgetrocknet: Wasser und Nahrung für die Wildelefanten fallen sehr spärlich aus. Zwar können die Wildelefanten momentan noch auf größere Flüsse innerhalb des Nationalparks ausweichen, wo sie genug Wasser und Nahrung finden. Doch hält die Trockenzeit noch länger an, besteht die Gefahr, dass zum einen Waldfeuer ausbrechen und zum zweiten die Wasser- und Nahrungsquellen gänzlich erschöpfen. Dann würden die Elefanten auf ihrer Suche nach Nahrung über die Grenzen des Nationalparks hinausgehen, in die Gebiete der Menschen vordringen und lebensgefährliche Tier-Mensch-Konflikte auslösen – eine Riesengefahr für Menschen und Tier.

Aktuell tut unser Projektpartner der Community for Sumatra Nature Conservation (CSNC) alles in seiner Macht stehende, um dies zu verhindern. Doch sie sind gleichzeitig in der Verantwortung für die Patrouillen-Elefanten, die auch von der Trockenzeit nicht verschont bleiben. In Folge der intensiven Trockenzeit ist bereits ein kleiner Fluss nahe des ERU Camps ausgetrocknet, welcher normalerweise als Wasserquelle für die Elefanten dient. Außerdem sind die Gebiete, in denen die zahmen Elefanten weiden können, weitestgehend verdorrt.

Mit unserer Hilfe konnten in dieser Not Wasser zur Versorgung der Elefanten bereitgestellt werden, welches nun in Becken für die Elefanten bereitsteht. Zweimal täglich nehmen die Elefanten die Quelle in Anspruch, um zu trinken und sich zu waschen. Zusätzlich wurde unsere Förderung eingesetzt, um Kokospalmenblätter, Elefantengras, Maisblätter und Maiskolben zu kaufen, die den Tieren in der Trockenzeit als Nahrung dienen.   

Dies sind temporär gute Lösungen und wir hoffen und bangen, dass die verheerende Trockenzeit ein baldiges Ende findet und die ERUs vor keine weiteren Herausforderungen gestellt werden. Bitte drücken Sie mit uns für die Elefanten in Sumatra die Daumen!

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