Tierschutzerfolge weltweit – ein Jahresrückblick 2019

Überall wird jetzt auf das Jahr 2019 zurückgeblickt und wir finden: Auch die weltweite Tierschutzarbeit hat diese Aufmerksamkeit verdient. Denn wenngleich noch viel zu tun bleibt, um eine Welt zu schaffen, in der Tiere mit Respekt und Fürsorge behandelt werden, schafften einige über das Jahr verteilte Nachrichten Hoffnung. Lesen Sie hier unsere Highlights der guten Neuigkeiten aus der Tierschutzwelt 2019:

Überarbeitung von Tierschutzgesetzen weltweit:

Bangladesch verabschiedet erstes strengeres Tierschutzgesetz seit 1920

Am 6. Juli 2019 verabschiedete das Parlament in Bangladesch ein Tierschutzgesetz, das deutlich härtere Strafen für Tierquälerei vorsieht als bisher. Das neue Tierschutzgesetz kommt vor allem Streunertieren zu Gute, da diese laut dem neuen Gesetz mit Mitgefühl behandelt werden müssen. Außerdem dürfen Streunertiere nicht mehr ohne Grund getötet oder mehr als 24 Stunden gefangen gehalten werden.

DhakaTribune, 16.12.2019: https://www.dhakatribune.com/bangladesh/parliament/2019/07/07/animal-welfare-bill-to-replace-cruelty-to-animal-act (englisch)

Trump unterzeichnet PACT Act für harte Strafen bei Tierquälerei

Am 26. November 2019 unterzeichnete der US-amerikanische Präsident Donald Trump ein Gesetz, das Tierquälerei zu einem schweren Verbrechen macht. Wer von nun an Tiere absichtlich verbrennt, erstickt oder auf andere Weise schwer verletzt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu sieben Jahren rechnen.

Welt, 26.11.12: https://www.welt.de/vermischtes/article203822950/Trump-unterzeichnet-Gesetz-In-den-USA-drohen-Tierquaelern-nun-bis-zu-sieben-Jahre-Haft.html

Zucht und Massentierhaltung:

Serbien verbietet Pelztierzucht

Nach Österreich, Großbritannien, Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Japan hat 2009 die Regierung Serbiens entschlossen, die Zucht von Tieren wegen ihres Felles zu verbieten. Die Auslaufzeit von 10 Jahren ist nun abgelaufen und die letzten legalen Pelzfarmen sind geschlossen.

b92, 04.01.2019: https://www.b92.net/eng/news/crimes.php?yyyy=2019&mm=01&dd=04&nav_id=105918

Kalifornien verbietet Produktion und Verkauf von Pelz

Zukünftig wird Kalifornien die Produktion und den Verkauf von Pelz verbieten. Das Gesetz wird im Januar 2020 in Kraft treten und über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren schrittweise umgesetzt. Einzelhändler können nur noch im Laufe des Jahres 2020 die vorhandenen Lagerbestände verkaufen, dann allerdings keine neuen einkaufen.

Vogue, 15.10.2019: https://www.vogue.de/mode/artikel/pelzverbot-kalifornien

Zucht von ‚kurzschnauzigen‘ Hunden in den Niederlanden ab sofort illegal

In den Niederlanden wurde die Zucht von Hunden mit zu kurzen Schnauzen verboten. Mitglieder des Commedia, dem Verband niederländischer Mopszüchter, dürfen demnach keine Hunde mehr züchten, deren Schnauzen kürzer als ein Drittel des Schädels sind. Ausführlich haben wir uns in einem Blogbeitrag der Qualzucht von Möpsen gewidmet: https://welttierschutz.org/mops/

Süddeutsche Zeitung, 6.6.2019: https://www.sueddeutsche.de/panorama/mops-zucht-verbot-niederlande-1.4477814

Der Schweizer Bundesrat verbietet das Schreddern von lebenden

In einer Sitzung am 23. Oktober 2019 entschied der Schweizer Bundesrat, dass in der Schweiz künftig keine Küken mehr geschreddert werden dürfen. Das Verbot soll am 1. Januar 2020 in Kraft treten und regeln, dass nur noch eine Tötung mit CO2 erlaubt ist.

NZZ, 23.10.2019: https://www.nzz.ch/schweiz/tierschutz-das-schreddern-lebender-kueken-wird-verboten-ld.1517239

Umgang mit Wildtieren / Wilderei:

Künstliche Befruchtung der letzten beiden nördlichen Breitmaulnashörner

Weltweit gibt es nur noch zwei nördliche Breitmaulnashörner – und beide sind weiblich. Um die Unterart zu erhalten, hat sich eine Gruppe von Wissenschaftler*innen fortschrittlichen Reproduktionstechnologien zugewandt – und einen ersten Erfolg errungen: 2019 wurden sieben Eizellen der beiden Nashörner künstlich befruchtet.

BR, 11.09.2019: https://www.br.de/rote-liste/breitmaulnashorn-noerdliches-wildtiere-aussterben-zuechtung-befruchtung-labor-100.html

Wachsende Population von Buckelwalen im indischen Ozean

In Folge des illegalen Walfangs war die Population von Buckelwalen im indischen Ozean 1970 auf weniger als 600 Tiere geschrumpft. Umso erfreulicher sind die Nachrichten, dass 2019 vor der östlichen Küste Südafrikas eine Population von schätzungsweise mehr als 30.000 Tieren gezählt wurde.

National Geographic, 18.07.2019: https://www.nationalgeographic.com/animals/2019/07/humpback-whales-recovery-south-africa/

Südafrikas Regierung meldet starken Rückgang bei gewilderten Nashörnern

Im Frühjahr 2019 verkündete die südafrikanische Regierung, dass im vorherigen Jahr erstmals weniger als 1.000 Nashörner gewildert wurden. Während 2017 noch Fälle von 1.028 getötetenNashörnern bekannt wurden, sank diese Zahl in 2018 auf 769 Nashörner. Laut der Umweltministerin Südafrikas, Nomvula Mokonyane, sei dieser Erfolg die Konsequenz von Tierschutzmaßnahmen sowie verbesserter Zusammenarbeit im In- und Ausland.

Berliner Tageszeitung, 14.02.2019: https://www.berlinertageszeitung.de/boulevard/33496-suedafrikas-regierung-meldet-starken-rueckgang-bei-gewilderten-nashoernern.html

Die Population der Meeresschildkröten ist um 980% gewachsen

Nachdem die ESA (Endangered Species Act) 1978 die Meeresschildkröte als bedrohte Art einstufte, waren die Fischerei, der Tourismus und die Abfallentsorgung aus den zu schützenden Lebensräumen der Tiere verbannt worden. Naturschützer gewährleisteten die Sicherung von Nahrungsquellen, was maßgeblich Wirkung zeigte: In den letzten Jahrzehnten erholten sich sechs verschiedene Meeresschildkröten-Populationen nicht nur. Sie sind insgesamt um sagenhafte 980 Prozent gewachsen ist.

Global Citizen, 11.02.2019: https://www.globalcitizen.org/de/content/sea-turtle-populations-increase/

Die Population der Berggorillas in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda ist gewachsen

Am 16.12.2019 wurden bei einer neuen Erhebung 1.063 Berggorillas gezählt im Kongo gezählt, über 450 Tiere mehr als noch 2011. In einem weiteren Gebiet an der Grenze von Uganda, Ruanda und dem Kongo seien weitere 604 Berggorillas ausfindig gemacht worden. Die Berggorillas gelten als stark gefährdet, da sie stark der Wilderei ausgesetzt sind.

Watson, 16.12.2019: https://www.watson.ch/international/afrika/904331081-berggorilla-population-in-afrika-steigt-auf-ueber-1000-exemplare

Kanada verbietet den In- und Export von Haiflossen

Noch im Jahr 2018 importierte Kanada über 148.000 Kilogramm Haiflossen. Nun ist Kanada die erste G20-Nation, die den Import und Export von Haiflossen verbietet, um das bedrohte Raubtier zu schützen.

BBC, 21.06.2019: https://www.bbc.com/news/world-us-canada-48714320

Kambodscha verbietet Elefantenreiten in Angkor Wat

Apsara, die Verwaltungsbehörde des Angkor Archaeological Park in Siem Reap, Kambodscha, kündigte im Juni 2019 an, Elefantenritte Anfang 2020 zu verbieten. Zukünftig werden somit nicht nur die stets in diesem Dienst verpflichteten 14 Elefanten geschützt, auch Nachkommen wird viel Leid erspart.

CNN travel, 18.11.2019: https://edition.cnn.com/travel/article/angkor-wat-elephant-ride-ban-intl-hnk/index.html

97 Prozent aller Ärzte, die in Vietnam traditionelle Medizin praktizieren, verschreiben keine Bärengalle mehr

Der Verband der Traditionellen Medizin in Vietnam hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 die Verschreibung von Bärengalle zu beenden und somit der Nachfrage nach dem illegalen Arzneimittel ein Ende zu setzen. Einem gemeinsamen Bericht von Animals Asia, dem San Diego Zoo Global und Traffic zufolge wurde nun bekannt, dass bereits 97 Prozent der Ärzte entsprechend agieren.

Bericht “Consumer demand and traditional medicine prescription of bear products in Vietnam”, Juli 2019: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0006320719301235?dgcid=author

Jagd, Zoo und Zirkus:

Das Vereinigte Königreich und die Stadt Paris beschließen „Wildtierverbote in Zirkussen“:

Im Mai 2019 kündigten die Abgeordneten Englands ein Gesetz an, das es Wanderzirkussen verbietet, Wildtiere zu halten. 2020 soll das Gesetz in Kraft treten.
Der Pariser Stadtrat verkündete am 15. November 2019, dass mit Beginn Ende 2020 kein Zirkus mehr genehmigt werden, der Wildtiere hält.

vt., 01.05.2019: http://vt.co/news/uk-government-bans-circuses-from-using-wild-animals/
The connexion, 17.11.2019: https://www.connexionfrance.com/French-news/Paris-council-votes-to-ban-authorisation-of-circuses-that-use-wild-animals-by-end-of-2020

Zukünftig dürfen keine Babyelefanten aus der Wildnis an Zoos und Zirkusse verkauft werden

Auf der CITES-Konferenz 2019, in deren Rahmen das Washingtoner Artenschutzabkommen verfeinert wird, wurde beschlossen, dass Afrikanische Elefantenbabys nicht länger der Wildnis entnommen werden dürfen, um international an Zoos und Zirkusse verkauft zu werden.

BBC, 28.08.2019: https://www.bbc.co.uk/newsround/49490106

Trotz all der negativen Nachrichten, die das Jahr 2019 im Tierschutz auch mit sich brachte, zeigen diese Highlights: Es gibt auch gute Neuigkeiten, die Hoffnung schaffen. Danke, dass Sie sich mit uns für den Tierschutz weltweit stark machen – schöpfen Sie daraus Kraft und Mut. Wir sind auf einem guten Weg!

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