Im Schatten der Klimakrise in Tansania

Abgeschlossen: Vorsorgeprojekte in Tansania

© Meru Animal Welfare Organization (MAWO)

Angesichts zunehmender Wetterextreme wie Dürren und Starkregen sind wir seit einigen Jahren in Tansania im Einsatz und retten durch Soforthilfen Tierleben – immer dann, wenn die Not am größten ist und die Tiere aufgrund von Nahrungsmangel und Schwäche besonders gefährdet sind. Um den Wetterveränderungen im Land aktiv zu begegnen und Vorsorge zu leisten, damit die Tiere und ihre Halter*innen besser gewappnet sind, gingen wir zuletzt mit zwei Präventionsprojekten weitere Wege.

Vor allem in den ländlichen Regionen Tansanias bewirtschaften die Menschen mit Hilfe der Tiere ihre Grundstücke und sichern so sich und ihren Tieren das Überleben. Doch die Wetterextreme halten seit Jahren Einzug in ihr Leben – und verändern alles. Während sich im Norden des Landes, wo viele Massai-Familien mit ihren großen Tierherden leben, in den letzten Jahren vor allem langanhaltende Dürren intensivieren, werden die Küstenregionen Tansanias vermehrt von Fluten und Starkregen erschüttert. Diese extremen Wetterbedingungen ersticken jede Ernte im Keim: Entweder trocknen die Weideflächen für die Tiere aus oder sie überschwemmen. Viele Wasserstellen versiegen gänzlich oder werden unbenutzbar.

In Folge müssen unzählige Kühe, Schafe, Ziegen, Esel und Geflügel hungern. Sie sind geschwächt und somit empfänglich für Krankheiten, die auch tödlich enden können.

Seit einigen Jahren sind wir in Tansania im Einsatz und retten durch Soforthilfen bei Dürren und Starkregen Tierleben, z.B. im Januar 2021: »https://welttierschutz.org/soforthilfe-wetterextreme-in-tansania/. Doch um Vorsorge zu leisten, damit die Tiere und ihre Halter*innen für das sich wandelnde Klima gewappnet sind, brachten wir zuletzt zwei Präventionsprojekte auf den Weg.

© Meru Animal Welfare Organization (MAWO)

Über einen Zeitraum von anderthalb Jahren waren wir mit unseren Partnern der Tanzania Animal Welfare Society (kurz TAWESO) sowohl an der Küste, im Westen und in Zentral-Tansania als auch mit der Meru Animal Welfare Organisation (MAWO) im Norden des Landes im Einsatz. Die individuellen Maßnahmen zielten vor allem auf die Sicherstellung der lebensnotwendigen Ressourcen wie Wasser und Futtermittel ab. Darüber hinaus stand in unserem Fokus die Informationsarbeit. Wir wollten den Tierhalter*innen die Herausforderungen der Klimakrise und ihrer Folgen bewusst machen und sie dabei anleiten, eigenständig Vorsorge zu betreiben. Lesen Sie im Detail, was wir leisten konnten – um Mensch und Tier bei der Bewältigung der Herausforderungen zu helfen.

Ernten, was wir säten

Wissen, Futterpflanzen, Wasser

Wir vermittelten den Tierhalter*innen die Vorteile kleinerer Herden, in denen sie das Tierwohl leichter sicherstellen können, ...

lehrten die Grundlagen des Anbaus robuster Futterpflanzen, die auch Dürren und Starkregen überstehen, ...

und leiteten bei der Heuherstellung sowie

Konservierung von Futtermitteln wie Maissilage an.

Im Norden wurde durch die gemeinsame Bewirtschaftung einer zwei Hektar großen Weidefläche das Wissen praktisch angewendet.

Beide Partnerorganisationen leisteten umfangreiche Informationsarbeit im Rahmen von Gemeindetreffen. Vor allem durch eine sehr praktische Umsetzung schufen wir so Basis, auf die die Menschen jetzt eigenverantwortlich aufbauen können. Auch verfestigten wir das Wissen in der Bevölkerung durch einen sehr vertrauensvollen Austausch mit jeweils einem lokalen Projektteammitglied, das über den gesamten Projektzeitraum den Tierhalter*innen, aber auch Tierärzt*innen, Paravets und Mitarbeiter*innen der jeweiligen Regierung als Ansprechpartner zur Verfügung stand.

Insgesamt fanden mehr als 200 Veranstaltungen in 165 Dörfern statt, von denen schätzungsweise mehr als eine Millionen Menschen und drei Millionen Tiere profitierten. Ein Riesenerfolg!

© Meru Animal Welfare Organization (MAWO)

In der Manyara-Region im Norden Tansanias, die bis 2018 von besonders verheerenden Dürren heimgesucht wurde, konnten an Wasserstellen Tränken für Tiere errichtet und fünf Wassertanks mit einem Fassvermögen von jeweils 10.000 Liter angeschafft werden. Diese sammelten bereits im Projektzeitraum das Regenwasser und schufen eine neue Wasserquelle – für Tier und Mensch.

© Tanzania Animal Welfare Society (TAWESO)

In vier weiteren Regionen quer über das Land verteilt, wurden insgesamt sechs Sanddämme errichtet, durch die Wasser in den Regenzeiten gespeichert wird. Aufgrund der nicht vorherzusehenden extremen Stärke der Regenfälle gestaltete sich der Bau und die Verfestigung der Dämme zwar als besonders herausfordernd: Drei von ihnen wurden unter den Regenmassen wieder zerstört und mussten bzw. müssen erneut gebaut werden. Wie eine Umfrage unseres Partners unter den Tierhalter*innen aber zeigte, erfüllen mittlerweile fünf Dämme ihre Zwecke: Im Rahmen einer Umfrage an zwei Dämmen berichteten die Menschen, dass sich dort sehr viel Regenwasser angestaut hat, wovon Menschen und Tieren gleichermaßen profitieren. Auch wissen wir,

- dass sich nun die durchschnittlichen Strecken zum Wasserholen maßgeblich verkürzt haben,
- dass durch die verbesserte Wasserverfügbarkeit die Tiere ausreichender versorgt werden können und,
- dass auch die Hygiene in den Ställen optimiert werden konnte und dadurch weniger Tiere und auch Menschen erkranken.

Allein in Zentraltansania, der Region mit dem Sanddamm, der bereits ein ganzes Jahr in Nutzung ist, können 2.450 Haushalte in 23 Dörfern mit ihren über 800.000 Tieren wieder auf die lebensnotwendige Ressource Wasser vertrauen.

© Tanzania Animal Welfare Society (TAWESO)

Gleichzeitig sicherten wir eine grundlegende tiermedizinische Versorgung, um die Kräfte der Tiere zu stärken: Mehr als 37.000 Behandlungen wurden geleistet.

Mit dem Abschluss unserer Präventionsprojekte endet aber keinesfalls unser Engagement in Tansania. Denn obwohl unsere geleisteten Maßnahmen für die begünstigten Halter*innen in den erreichten Dörfern von großer Bedeutung sind, werden Soforthilfen in Zeiten unvorhersehbarer Wetterextreme und auch in anderen Regionen traurige Notwendigkeit bleiben.

Wir werden, wann immer nötig mit schnellen Hilfen in größter Not im Einsatz sein – mit Ihnen, liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, an unserer Seite.

Bitte leisten Sie mit uns Soforthilfe!

Bereits mit 45 Euro können 100 Liter Wasser für die Tiere bereitgestellt werden.

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