WTG-Nothilfefonds: Für die Wildtiere in Vietnam

© Save Vietnam's Wildlife

Die Rettung von Tieren aus dem illegalen Wildtierhandel, ihr Transport in geeignete Schutzzentren, die tiergerechte Versorgung und Wiederauswilderung: All diese Maßnahmen zum Schutz von Tieren wie Schuppentieren fanden in den vergangenen Monaten in Vietnam unter erschwerten Bedingungen statt. Denn aufgrund der Coronakrise wurden sowohl die finanziellen als auch personellen Kapazitäten bei unserem Partner Save Vietnam’s Wildlife (SVW) massiv belastet. Mit dem WTG-Nothilfefonds können wir die Lücke schließen und die Arbeit zum Schutz von Tieren wie Schuppentieren sicherstellen – gestern, heute und hoffentlich auch zukünftig.

Hintergrund: Wildtiere in Vietnam

Vietnam gilt neben China als Hotspot des illegalen Wildtierhandels. Ein gesichertes Leben in Freiheit ist für viele Tiere nicht möglich. Ob Schuppentiere, Zibetkatzen oder Marderbären, Leopardkatzen oder Tiger - gemeinsam mit der nationalen Organisation Save Vietnam’s Wildlife (SVW) setzen wir uns für den nachhaltigen Schutz der Wildtiere in Vietnam ein.

Zum Projekt

Angesichts der Coronakrise nahmen die Aufwände maßgeblich zu. Seit Monaten arbeiten die Teams unserer Partnerorganisation weit über ihre Belastungsgrenze hinaus.

Steigende Wilderei als Ausweg aus finanzieller Notlage

Angesichts der durch die Coronakrise verursachten, wirtschaftlichen Notlage vieler Menschen hat sich die Wilderei im vergangenen Jahr verändert: Zwar ist der Handel über Grenzen hinweg (insbesondere nach China) durch die geschlossenen Grenzen weitgehend inexistent, dafür erlebte aber der nationale Handel weiteren Zuwachs. Diesen Trend bestätigt auch unser Partner mit Blick auf den Pu Mat Nationalpark, eine der Kernregionen unserer Einsätze in der der illegale Wildtierhandel eine zentrale Rolle spielt.

So blieben 2020 große Konfiszierungen von 100 oder mehr Tieren aus, doch die Anzahl an Einsätzen des Bereitschaftsteams wuchs: Öfter als je zuvor rückte das Team zur »Erstversorgung und Sicherstellung der tiergerechten Unterbringung vereinzelter Tiere aus – über zigtausend Kilometer, quer über das Land.

© Save Vietnam's Wildlife

Immer mehr Wildtiere aus Privathaltung

Grundsätzlich ist die gestiegene Bereitschaft der Bevölkerung, ihre einst illegal privat gehaltenen Wildtiere an Schutzzentren auszuhändigen, eine positive Entwicklung für den Schutz der Wildtiere in Vietnam. Sie resultiert in erster Linie aus der »im Juli 2020 erlassenen staatlichen Verordnung, die weitreichende Schutzmaßnahmen und eine verschärfte Verfolgung des illegalen Wildtierhandels vorsieht.

Doch viele der staatlichen Schutzzentren, die in den vergangenen Monaten privat gehaltene Wildtiere in ihre Obhut nahmen, haben weder die Kapazitäten noch das notwendige tiermedizinische Fachwissen und Equipment, um die Tiere gut zu versorgen. Auch hier leisten unsere Partner laufend mehr Hilfestellung, die für die Tiere überlebenswichtig ist: Als landesweit anerkannter Ansprechpartner hinsichtlich der Versorgung besonders sensibler Wildtiere, wie Schuppentiere und Zibetkatzen, baten zunehmend viele staatliche Schutzzentren um Unterstützung: So wurde 2020 die Versorgung und lebensrettende Hilfe für Wildtiere in 86 Schutzzentren sichergestellt.

© Save Vietnam's Wildlife

All diese Mehraufwände haben zu immens gestiegenen Kosten geführt

Doch neben den zunehmenden Aufwänden, die die Coronakrise für unser Projekt bedeutete, brachen die finanziellen Mittel für unsere Partner massiv ein: Einige Geldgeber, darunter beispielsweise auch internationale Zoos, die selbst von den Corona-Restriktionen betroffen waren und entsprechend weniger finanzielle Mittel zur Verfügung hatten, mussten ihre Ausgaben reduzieren oder die Förderungen internationaler Partner gänzlich streichen. Auch andere Einnahmequellen, um laufende Betriebskosten des Schutzzentrums zu decken, blieben angesichts der Restriktionen aus: Darunter vor allem Eintrittsgelder für den Besuch des Schutzzentrum oder für die Teilnahme an Bildungsprogrammen.

Zudem konnte auch das Freiwilligenprogramm, durch das unser Partner neben finanziellen Mitteln vor allem auch wertvolle Arbeitskräfte generiert, nicht in gewohntem Maße umgesetzt werden. Tausende Stunden wertvoller Unterstützung durch freiwillige Helfer*innen aus aller Welt, zum Beispiel bei der Instandhaltung der Gehege oder der Fütterung und Versorgung der Tiere, fielen weg und mussten durch das feste Team von SVW zusätzlich geleistet werden – denn keinesfalls durfte die so wichtige Tierschutzarbeit stillstehen. Hunderten Tieren wäre sonst die Chance auf Rettung und eine Zukunft in Freiheit verwehrt geblieben.

© Save Vietnam's Wildlife

Die finanzielle Lücke, die diese Umstände hinterließen, ist enorm.

Damit der Schutz der Wildtiere auch in Zukunft in anhaltend großer Not sichergestellt werden kann, haben wir Mittel aus dem WTG-Nothilfefonds bereitgestellt. Wir können so sicherstellen, dass die Kosten für die lebensrettende Hilfe im zurückliegenden Krisenjahr 2020 gedeckt sind, und

  • die wichtige Erstversorgung konfiszierter Tiere und ihr Transport in geeignete Schutzzentren gewährleistet ist,
  • die Quarantänegehege in den Schutzzentren von SVW, in denen beschlagnahmte Tiere in den ersten Tagen nach ihrer Rettung untergebracht werden, laufend instandgehalten werden,
  • Tiere, die erfolgreich aufgepäppelt waren, in weitgehend sicheren Regionen wiederausgewildert werden,
  • der Bedarf an Futter in den beiden Schutzzentren im Cuc Phuong und Pu Mat Nationalpark gesichert ist,
  • in weiteren Schutzzentren landesweit, ausreichend Futter und tiermedizinisches Material zur Verfügung steht, sowie bei Bedarf Tierärzt*innen unserer Partner bei der Versorgung der Tiere unterstützen kann sowie
  • wichtige Personalausgaben, wie unter anderem die Gehälter der Tierpfleger*innen und Mitarbeiter*innen des Bereitschaftsteams, getragen werden.

So sichern wir, dass durch das Projekt – trotz größter Nöte im zurückliegenden Jahr – auch in Zukunft in gewohnt zuverlässiger und professioneller Form die Leben unzähliger Tiere gerettet werden können.

Von Herzen danken wir allen Tierfreundinnen und Tierfreunden, die den WTG-Nothilfefonds mit einer Spende unterstützen– Sie retten Tierleben!

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