Organisierter Esel-Diebstahl in Tansania

Getötet, gehäutet, weggeworfen

+++ Nachfrage an Eselfleisch und –haut immer größer +++ Illegale Exporte nach China florieren +++ Schwarzmarkt boomt +++ Diebstähle häufen sich +++ Die Diebe kommen in der Nacht +++

Tansania

In vielen armen Ländern der Welt, bilden Esel die Lebensgrundlage für zahlreiche Menschen. Sie transportieren Waren zu den Märkten, Wasser vom Brunnen ins Dorf und sind vor allem für die Frauen eine immense Hilfe, um die schweren Alltagsarbeiten zu bewältigen. So auch in zahlreichen Gemeinden im Norden Tansanias. Doch seit einiger Zeit sind die Esel hier ihres Lebens nicht mehr sicher.

Das Fleisch als Delikatesse, die Haut als vermeintliches „Wundermittel“

Der weltweite Handel mit Eselprodukten floriert. Insbesondere die Nachfrage aus China übersteigt das vorhandene legale Angebot. Hier gilt Eselfleisch als Delikatesse, Eselhaut kommt in der Kosmetik und in der Traditionellen Chinesischen Medizin zum Einsatz. Das führt dazu, dass der Schwarzmarkt für Eselprodukte boomt und Verbrecherbanden in Nacht und Nebel Aktionen die Tiere aus den Dörfern stehlen, um ihr Fleisch oder ihre Haut illegal zu veräußern.

Die Wilderer fallen mitten in der Nacht in die Dörfer ein, um die Esel häufig noch an Ort und Stelle zu töten. Sie ziehen ihnen die Haut vom Leibe und nehmen, je nach Transport- und Konservierungs-möglichkeit, auch das Fleisch mit. Die Kadaver werden in den Büschen zurückgelassen. Da die Esel in der Regel frei umherlaufen und kaum ein Eselhalter seine Tiere nachts in gesicherten Ställen unterbringt, haben die Kriminellen hier leichtes Spiel.
Für die Bevölkerung ist dies mit weitreichenden Folgen verbunden, denn von der Arbeitskraft der Tiere hängt die Existenz ganzer Familien und Dörfer ab.

Esel müssen geschützt werden

Um das illegale Esel-Töten so schnell wie möglich zu stoppen, bauen wir gemeinsam mit der Meru Animal Welfare Organization (MAWO) in den betroffenen Gemeinden dringend benötigte Unterbringungsmöglichkeiten für die Tiere.

Mitarbeiter unserer Partnerorganisation konstruieren gemeinsam mit den Tierhaltern umzäunte Areale für jeweils 10 bis 15 Esel. Um den Schutz zu erhöhen, befinden sich diese im Herzen der Dörfer, in unmittelbarer Nähe zu den Häusern. Eine zusätzliche Sicherung schaffen Glocken, mit denen die Tore der Gehege und einige der Tiere ausgestattet sind. Die akustischen Signale helfen den Tierhaltern schneller zu bemerken, wenn sich Eindringlinge an der Stallung zu schaffen machen und die Herde in Aufruhr ist.

Erste Erfolge und weitere Einsätze

600 aktive Personen, 40 fertiggestellte Gehege, 500 geschützte Esel: Das sind die beeindruckenden Zahlen aus Mererani, Ruvu-Remit, Shambarai und Naisinyai, den ersten vier Gemeinden im Norden Tansanias, in denen wir unser Projekt im Februar 2017 starteten. Das großartige Ergebnis: Seit Bestehen der Gehege wurden hier keine neuen Übergriffe auf Esel registriert.

Aktuell sind wir in fünf weiteren ausgewählten Gemeinden, die ebenfalls von Übergriffen auf ihre Tiere betroffen sind, tätig. In Kandasikiria, Nakweni, Olbili, Lengasti und Losoito bauen wir derzeit mit tatkräftiger Unterstützung der Dorfbewohner Gehege für mehrere hundert Esel.

Bewusstsein für die Dringlichkeit des Problems schaffen

Begleitend zu den Baumaßnahmen finden in allen vier Gemeinden Treffen mit Lokalpolitikern, Gemeindevorstehern und Eselhaltern statt, denn der Schutz der Tiere muss langfristig unbedingt auf der Tagesordnung stehen. Die Problematik muss in die offiziellen Planungen mit einbezogen und jedem Tierhalter die sichere Unterbringung seiner Esel ermöglicht werden.

Zusätzlich dazu werden über die lokalen Radiosender Spots in der Nationalsprache Swahili sowie weiteren Lokalsprachen ausgestrahlt, die Kernbotschaften und Hinweise zur Sicherung der Tiere enthalten. Insgesamt wollen wir so etwa 2 Millionen Menschen für das Thema sowie die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen zum Schutz der Esel sensibilisieren und ihnen Hilfestellung bei der Umsetzung geben.

Schauen Sie nicht weg. Retten Sie Eselleben!

Schon mit 50 Euro ermöglichen Sie den Bau eines gesicherten Geheges, in dem bis zu 15 Esel Schutz finden. Bitte spenden Sie!

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Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

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