Esel-Diebstahl in Tansania

Unser Einsatz bleibt aktuell

Seit 2017 haben wir zusammen mit zwei Partnerorganisationen mehrmals Soforthilfe zum Schutz von Esel in Tansania geleistet. Mitten in der Nacht fallen Verbrecherbanden in die Dörfer ein, um die Tiere zu stehlen oder sie noch an Ort und Stelle zu erlegen und ihnen die Haut vom Leib zu ziehen. Der Grund ist „e jiao“ – ein Produkt, das aus der Haut von Eseln gewonnen wird. Die Nachfrage nach dem vermeintlichen Wundermittel steigt in China so stark, dass auf legalem Weg nicht mehr genug Tiere beschafft werden können. Seitdem sind die rund 500.000 in Tansania lebenden Esel zur Zielscheibe brutaler Diebe geworden.

 

Tansania

In Tansania bilden Esel die Lebensgrundlage vieler Dorfbewohner und da die Esel in der Regel frei umherlaufen und kaum ein Eselhalter seine Tiere nachts in gesicherten Ställen unterbringt, haben die Kriminellen hier leichtes Spiel. Für die Bevölkerung ist dies mit weitreichenden Folgen verbunden, denn von der Arbeitskraft der Tiere hängt die Existenz ganzer Familien und Dörfer ab.

Was bisher geschah: Schutz von 4000 Eseln im Norden Tansanias

Aufgrund der Nähe zu Kenia, wo es Schlachthäuser ausschließlich für Esel gibt, sind die in den Bezirken Simanjiro und Kahama lebenden Esel in das Blickfeld von Kriminellen geraten. Gemeinsam mit unserem Partner Meru Animal Welfare Organization (MAWO) engagierten wir uns 2017 im Rahmen von Soforthilfe-Einsätzen für den Schutz der Esel vor Diebstählen im Bezirk Simanjiro. Gemeinsam mit den Tierhaltern bauten wir 110 umzäunte Areale für jeweils 15 bis 30 Esel. Durch die Eigeninitiative der Gemeinden wurden im Anschluss neun weitere Gehege errichtet. Insgesamt konnten wir dadurch knapp 3.000 Esel vor potenziellen Diebstählen und dem damit verbundenen Tod schützen. All diese Gehege befinden sich im Herzen der Dörfer, in unmittelbarer Nähe zu den Häusern. Eine zusätzliche Sicherung schaffen Glocken, mit denen die Tore der Gehege und einige der Tiere ausgestattet wurden. Die akustischen Signale helfen den Tierhaltern, schneller zu bemerken, wenn sich Eindringlinge an der Stallung zu schaffen machen und die Herde in Aufruhr ist. Damit auch Tiere der umliegenden Gemeinden geschützt werden, wurden überdies zehn Gemeindemitglieder umfassend im Gehegebau unterrichtet, die dieses Wissen an Eselhalter weitertragen können.

Auch im Bezirk Kahama wurden 2018 innerhalb kürzester Zeit mehr als 100 Esel aus den Dörfern gestohlen oder noch an Ort und Stelle gehäutet. Daher stellten wir auch hier kurzerhand der dort arbeitenden TAPO finanzielle Mittel für eine Soforthilfe zur Verfügung. Mit tatkräftiger Unterstützung der Dorfbewohner wurden in zehn Dörfern 50 Gehege nach dem gleichen Prinzip errichtet und dadurch mehr als 1.000 Esel geschützt. Eselhalter aus umliegenden Gemeinden bauten nach unserem Vorbild ganze 43 zusätzliche Gehege.

Schutz vor dem Esel-Diebstahl: Dorfbewohner bauen Gehege, in denen die Tiere nachts untergebracht werden

Bewusstsein für die Dringlichkeit des Problems schaffen

Begleitend zu den Baumaßnahmen fanden während der vergangenen Einsätze Treffen mit Lokalpolitikern, Gemeindevorstehern, Tierärzten und tiermedizinischen Fachkräften (Paravets), der Polizei sowie Eselhaltern statt, denn der Schutz der Tiere muss langfristig unbedingt auf der Tagesordnung stehen. Die Problematik muss in die offiziellen Planungen mit einbezogen und jedem Tierhalter die sichere Unterbringung seiner Esel ermöglicht werden.

Seit Bestehen der Gehege wurden hier keine neuen Übergriffe auf Esel registriert. Stattdessen treten die Eselschmuggler mit Kaufangeboten an die Halter heran. Durch unsere Bildungsarbeit sensibilisiert für das Schicksal, das ihre Tiere dann erwarten würde, lehnen sie diese aber grundsätzlich ab.

Tierhalter erfahren, wie sie ihre Esel vor den Diebstählen schützen können

Unser Einsatz geht weiter

Von unserem Projektpartner der Tanzania Animals Protection Organization (TAPO) erreichte uns zu Beginn 2019 erneut die Nachricht über sich häufende Eseldiebstähle in weiteren Gemeinden, da sich auch die dortigen Besitzer weigern ihre Tiere zu verkaufen. In sechs Dörfern im Bezirk Kahama starten wir den Einsatz von Neuem und errichten insgesamt 30 Gehege, statten die Tiere und Gehegetore mit Glocken aus und schützen so 300 gefährdete Esel. Darüber hinaus wird auch hier die Gelegenheit genutzt, die Tiere parallel zu den Baumaßnahmen tiermedizinisch zu versorgen. Zudem werden die Bewohner, Vertreter der Lokalpolitik, Tierärzte und die Polizei im Rahmen von Gemeindetreffen über die Hintergründe und die Notwendigkeit von Vorsichtsmaßnahmen informiert.

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin