Organisierter Esel-Diebstahl in Tansania

Getötet, gehäutet, weggeworfen

Mitten in der Nacht fallen Verbrecherbanden in die Dörfer ein, um Esel zu stehlen oder sie noch an Ort und Stelle zu erlegen und ihnen die Haut vom Leib zu ziehen. Der Grund ist „e jiao“ – ein Produkt, das aus der Haut von Eseln gewonnen wird. Die Nachfrage nach dem vermeintlichen Wundermittel steigt insbesondere in China so stark, dass auf legalem Weg nicht mehr genug Tiere beschafft werden können. In Tansania leben rund eine halbe Million Esel – die jetzt zur Zielscheibe brutaler Diebe geworden sind.

Tansania

In Tansania bilden Esel die Lebensgrundlage vieler Dorfbewohner und da die Esel in der Regel frei umherlaufen und kaum ein Eselhalter seine Tiere nachts in gesicherten Ställen unterbringt, haben die Kriminellen hier leichtes Spiel. Für die Bevölkerung ist dies mit weitreichenden Folgen verbunden, denn von der Arbeitskraft der Tiere hängt die Existenz ganzer Familien und Dörfer ab.

Esel müssen geschützt werden

Das illegale Esel-Töten begann bereits im letzten Jahr im Norden Tansanias, wo wir unmittelbar mit unseren Partnern der Meru Animal Welfare Organization (MAWO) in den betroffenen Gemeinden dringend benötigte Unterbringungsmöglichkeiten für die Tiere bauten. Innerhalb kürzester Zeit konnten gemeinsam mit den Tierhaltern rund 100 umzäunte Areale für jeweils 10 bis 15 Esel gebaut werden und somit über 2500 Esel vor dem Tod durch Diebe geschützt werden. Um den Schutz noch zu erhöhen, befinden sich all diese Gehege im Herzen der Dörfer, in unmittelbarer Nähe zu den Häusern. Eine zusätzliche Sicherung schaffen Glocken, mit denen die Tore der Gehege und einige der Tiere ausgestattet sind. Die akustischen Signale helfen den Tierhaltern schneller zu bemerken, wenn sich Eindringlinge an der Stallung zu schaffen machen und die Herde in Aufruhr ist.

Das großartige Ergebnis: Seit Bestehen der Gehege wurden hier keine neuen Übergriffe auf Esel registriert.

Unser Einsatz geht weiter

Doch nun haben sich die Diebe verlagert und so berichtete unser Partner der Tanzania Animals Protection Organization (TAPO) von Fällen im Westen des Landes – mehr als 100 Esel wurden innerhalb kürzester Zeit aus den Dörfern gestohlen oder noch an Ort und Stelle gehäutet. Die Organisation ist ein weiterer wohl bekannter Partner der Welttierschutzgesellschaft (WTG) und führte bereits in Zeiten der Dürre 2017 sowie der Flut im Frühjahr 2018 eine erfolgreiche Soforthilfe rund um die Region Kahama durch. Daher stellten wir kurzerhand die finanziellen Mittel für eine weitere Soforthilfe zur Verfügung, damit auch in dieser Region kein Esel schutzlos den Dieben ausgeliefert ist.

Mit tatkräftiger Unterstützung der Dorfbewohner wurden zunächst mehr als 30 Gehege in sechs Dörfern gebaut, die den Schutz von über 800 Eseln garantieren. Die Eselbesitzer waren sehr froh über unsere Arbeit, die sich daher schnell herumsprach. Unsere Partnerorganisation wurde von vier weiteren Dörfern um Hilfe gebeten, in denen wir nun gemeinsam Gehege für mehr als 500 Esel errichten.

Bewusstsein für die Dringlichkeit des Problems schaffen

Begleitend zu den Baumaßnahmen fanden gemeinsam mit der MAWO wie auch aktuell mit der TAPO in allen betroffenen Gemeinden Treffen mit Lokalpolitikern, Gemeindevorstehern und Eselhaltern statt, denn der Schutz der Tiere muss langfristig unbedingt auf der Tagesordnung stehen. Die Problematik muss in die offiziellen Planungen mit einbezogen und jedem Tierhalter die sichere Unterbringung seiner Esel ermöglicht werden.

Zusätzlich dazu werden über die lokalen Radiosender Spots in der Nationalsprache Swahili sowie weiteren Lokalsprachen ausgestrahlt, die Kernbotschaften und Hinweise zur Sicherung der Tiere enthalten. Insgesamt wollen wir so etwa 2 Millionen Menschen für das Thema sowie die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen zum Schutz der Esel sensibilisieren und ihnen Hilfestellung bei der Umsetzung geben.

Schauen Sie nicht weg. Retten Sie Eselleben!

Schon mit 20 Euro können zehn Esel mit Glocken ausgestattet werden, damit die Besitzer Unruhe in der Herde sofort bemerken. Bitte spenden Sie!

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin