Schwere Zeiten für die Tiere in Indien

Tausende Tiere leiden unter den Folgen des erneuten Lockdowns

© Action for the Protection of Wild Animals

Die Corona-Pandemie hat Indien fest im Griff. Erschreckend hohe Infektions- und Todeszahlen haben dazu geführt, dass seit Anfang Mai 2021 im Bundesstaat Odisha, wo wir mit unserem Partner Action for the Protection of Wild Animals (APOWA) im Einsatz sind, erneut strenge Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie erlassen wurde. Das bedroht das Wohl tausender Tiere. Dringend benötigen sie unsere Hilfe!

Hintergrund: Nutztiere in Indien

Odisha ist ein wohl bekanntes Einsatzgebiet der Welttierschutzgesellschaft. Gemeinsam mit unseren Partnern der Action for Protection of Wild Animals (APOWA) sind wir mit einem umfassenden Projekt zur Stärkung des Tierwohls in den abgelegenen Dörfern aktiv. Darüber hinaus leisten wir anlässlich zunehmender Wetterextreme, wie zuletzt dem verheerenden Zyklon Amphan, Hilfen in größter Not.

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Die tiefgreifenden Not der Menschen bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Tiere

Die Bewältigung des Alltags ist für viele Menschen bereits seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 mit großen Herausforderungen verbunden: Finanzielle Einbußen, gestiegene Preise beispielsweise für Lebensmittel und Transport und die immerwährende Gefahr sich mit dem Virus zu infizieren, führen bei den Menschen zu existenziellen Ängsten. Und aus Erfahrung wissen wir: Angesichts solch tiefgreifender Nöte, rückt die Versorgung der Tiere in den Hintergrund.

Dass der südostinidische Bundesstaat Odisha nun erneut in den Lockdown versetzt und damit das gesellschaftliche Leben weitgehend lahmgelegt wurde, trifft schwer: Für viele Tiere könnte dies tödliche Folgen haben.

Denn die Tiere - Rinder und Schafe in der Obhut der Menschen, aber auch streunende Hunde und Katzen sowie Affen, die an derzeit menschenleeren touristischen Ausflugszielen leben – haben kaum eine Chance, ausreichend Futter und Wasser zu finden. Bewährte Futterquellen rund um Restaurants und Tempelanlagen sind geschlossen, Temperaturen um durchschnittlich 35 Grad zehren zusätzlich an den Kräften der geschwächten Tiere.

Und dann auch noch ein Zyklon…

Inmitten der ohnehin herausfordernden Situation für Mensch und Tier näherte sich Ende Mai auch noch Zyklon „Yaas“ der Küste Odishas und versetzte die Menschen  in Alarmbereitschaft.

„Unser Team ist seit Monaten unermüdlich im Einsatz, um die leidgeplagten Tiere zu versorgen und wird dies weiterhin tun, um möglichst vielen von ihnen das Leben zu retten. Doch allein schaffen wir es nicht.“ Bijaya Kumar Kabi, Leiter APOWA

In diesen schwierigen Zeiten leisten wir mit Mitteln aus dem WTG-Nothilfefonds  einmal mehr zusätzliche Hilfe in der Not

 

Um die Tiere bestmöglich vor dem Zyklon zu schützen, unterstützten unsere Partner, gemeinsam mit Mitgliedern der von uns gegründeten lokalen Tierschutzgruppen, die Bewohner*innen mehrerer Dörfer im Kendrapara Distrikt dabei, sich und ihre Tiere rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Zudem wurde sichergestellt, dass Futter und Wasser in ausreichenden Mengen für die Tage nach dem Zyklon bereitstanden. Diese Art der Vorsorge bei Naturkatastrophen hat sich bereits in der Vergangenheit als lebensrettend für zahlreiche Tiere in den immer wieder von zerstörerischen Naturphänomenen betroffenen Bundesstaat erwiesen. Mit Eintreffen des Zyklon überfluteten dann viele Weideflächen und Dörfer – Todesfälle gab es aber glücklicherweise keine.

Im Rahmen der Hilfsmaßnahmen für die Streuner, die von den Auswirkungen des Lockdowns betroffen sind, werden in den Distrikten Kendrapara, Cuttack und Puri im Laufe der kommenden Wochen jeden Tag rund 120 Hunde, Katzen, Affen und Streunerbullen mit Futter, Trinkwasser versorgt werden. Kranke oder verletzte Tiere versorgt das Team zudem tiermedizinisch.

© Action for the Protection of Wild Animals

Mit der Hilfe unserer lokalen Tierschutzgruppen sichern wir das Überleben der Tiere in den Dörfern

Dort, wo zuvor bereits kaum Mittel für die Versorgung der Tiere zur Verfügung standen, kämpfen die Tierhalter*innen nun darum, die Bedürfnisse ihrer Tiere nicht gänzlich vernachlässigen zu müssen – so auch in den abgelegenen Dörfern des Kendrapara-Distrikts. Hier, wo wir bereits seit mehreren Jahren laufend im Einsatz sind, um das Tierwohl nachhaltig zu verbessern, können wir auf unsere Arbeit der Vergangenheit aufbauen: Mit der Hilfe der Mitglieder von 90 lokalen Tierschutzgruppen, sogenannter Animal Welfare Groups (AWG), werden Tierhalter*innen bei der Versorgung ihrer Tiere unterstützt. Zusätzliche Futter- und Nahrungsergänzungsmittel sowie tiermedizinisches Equipment in Erste-Hilfe-Koffern, das bei der Erstversorgung kranker oder verletzter Tiere zum Einsatz kommt, stellen wir hierfür in großen Mengen bereit.

Durch diese zusätzlichen Mittel und dank der engagierten Mitglieder der Tierschutzgruppen können unmittelbar über 5000 Tiere – darunter vor allem Rinder, Schafe und Ziegen – versorgt und ihr Gesundheitsstatus gesichert werden.

© Action for the Protection of Wild Animals

„Wir appellieren bei unseren Einsätzen an die Nächstenliebe und bitten die Menschen in den Gemeinden darum, auch an die Tiere zu denken, ihnen eine Schüssel mit Wasser oder etwas Reis bereitzustellen. Schon eine kleine Geste kann für ein Tier die lebensrettende Hilfe sein.“

Bitte helfen auch Sie! Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie unsere Nothilfe in Indien und sichern die lebensrettende Versorgung tausender Tiere in großer Not.

Spenden Sie Schutz!

Mit 70 Euro stellen Sie einer Gemeinde eine Erste-Hilfe-Box für die Versorgung von Tieren zur Verfügung.

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