Tierschutz im zerstörten Aleppo

Erste Hilfe für in Not geratene Tiere im Kriegsgebiet

Die Bilder des Bürgerkrieges in Syrien bestimmen seit nunmehr sechs Jahren beinahe täglich die Nachrichten. Der vierjährige Kampf um die Stadt Aleppo vertrieb über 2 Millionen Menschen aus ihrer Heimat. Zurück blieb ein unvorstellbares Ausmaß an Zerstörung sowie viele Tiere, die ihre Besitzer auf der Flucht nicht begleiten konnten. Die unkontrollierte Vermehrung von Hunden und Katzen sowie zahlreiche unbehandelte Krankheiten und Verletzungen sind die Folge. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Il Gattaro d’Aleppo (IGA) hilft die Welttierschutzgesellschaft den Tieren in der zerstörten Stadt und ihrer Umgebung.

Aleppo

Seit mehr als sechs Jahren herrscht in Syrien (amtlich: Arabische Republik Syrien) Krieg und eine ausweglose Situation für die Menschen – und auch die Tiere vor Ort.

»Mehr zur Situation in Aleppo lesen Sie hier.

Mohammad Alaa Abenni (kurz: Alaa), ebenfalls bekannt als der Cat Man of Aleppo (deutsch: Katzenmann aus Aleppo), kümmert sich seit Kriegsausbruch um die Tiere in Aleppo. Finanzielle Unterstützung erhält er dabei durch unsere Partnerorganisation IGA. Während des Kampfes um Aleppo verließen beinahe alle ansässigen Tierärzte nach und nach die Stadt, sodass keinerlei veterinärmedizinische Grundversorgung zur Verfügung stand. Mittlerweile kehren jedoch immer mehr Menschen nach Aleppo zurück, darunter auch der Tierarzt Dr. Mohammad Youssef, der jahrelang in einer Tierklinik in Damaskus gearbeitet hat und Alaa zunächst ehrenamtlich unterstützte. Mit unserer Hilfe erhält der Tierarzt nun ein festes Gehalt sowie ein monatliches Budget für Medikamente, soweit diese verfügbar sind.

Der Tierarzt versorgt derzeit Tiere, die sich im Aufnahmezentrum von Alaa befinden ebenso wie in Not geratene Tiere auf der Straße. Zudem erreichen ihn immer mehr Anrufe von Tierbesitzern, die von der momentan provisorischen Tierarztpraxis sowie der Möglichkeit eines Hausbesuches erfahren haben. Noch ist Dr. Youssef nach unserem Kenntnisstand der einzige Tierarzt in Aleppo und Umgebung und so erstreckt sich sein Arbeitsradius bis ins 60 Kilometer entfernte Idlib. An fünf Tagen in der Woche impft und kastriert er, versorgt Wunden, verabreicht Vitamine zur Immunstärkung und gibt Anti-Parasitenmittel. Zu seinen Patienten gehören neben Katzen und Hunden auch Nutztiere wie beispielsweise Kühe.

Die Arbeit in diesem Projekt beschränkt sich aufgrund der unsicheren Lage vor Ort derzeit auf eine tiermedizinische Basisversorgung, die durch eine akute Medikamentenknappheit zusätzlich beeinträchtig wird. Es ist nicht absehbar, inwieweit und mit welchem Zeithorizont die Arbeit ausgebaut werden kann. Das Projekt ist ein erster wichtiger Schritt zu mehr Tierwohl in dieser vom Krieg gebeutelten Region.

Erste Hilfe für die Tiere in Syrien

Bitte helfen Sie uns dabei, die dringend notwendige tiermedizinische Grundversorgung in Aleppo und Umgebung Stück für Stück zu gewährleisten.

Jetzt spenden

Antworten auf Ihre Fragen:

1. Wie gelangen die Spenden nach Syrien?

Die Möglichkeiten, Geld nach Syrien zu senden, sind stark eingeschränkt. Es dürfen nur bestimmte Banken nach umfangreicher Prüfung der Herkunft der Gelder sowie des Empfängers Überweisungen nach Syrien durchführen. Da der Sitz unseres Vertragspartner Il Gattaro d’Aleppo in Italien ist, überweisen wir den Förderbetrag zunächst dorthin. Die Überweisung des Geldes seitens unserer Partnerorganisation von Italien nach Syrien ist nicht direkt möglich. Deshalb, hat diese einen Vertrag mit der Hilfsorganisation Syria Charity geschlossen. Die Syria Charity übernimmt den Transfer des Geldes nach Syrien

2. Wie kann man sicherstellen, dass Spenden nicht für Kriegszwecke verwendet werden?

Aufgrund des anhaltenden Gewalteinsatzes gegen die Zivilbevölkerung in Syrien hat der EU-Rat 2011 einige Sanktionen verhängt – unter anderem ein Waffenembargo, Handelsbeschränkungen sowie Reisebeschränkungen für Personen, die für die Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. Das Embargo umfasst auch Finanzsanktionen gegen bestimmte Personen, Organisationen und Einrichtungen. Diesen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden oder zugutekommen.
(Quelle:
https://www.geldtransfair.de/de/informationen-zu-%C3%BCberweisungen-nach-syrien)

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und die Landesjustizverwaltungen bieten ein Tool an, mit dessen Hilfe die von der EU erstellte Liste sanktionierter Personen und Organisationen durchsucht werden kann. Die Liste und das Tool sind öffentlich zugänglich unter: http://www.finanz-sanktionsliste.de/fisalis/jsp/index.jsf

Anhand dieser Liste konnten wir uns vergewissern, dass weder gegen unseren Vertragspartner noch gegen die vor Ort unmittelbar in das Projekt involvierten Personen Finanzsanktionen bestehen. (letzte Aktualisierung der Liste zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes: 18.10.2017)

Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin