Tierschutz rund um das zerstörte Aleppo

Erste Hilfe für in Not geratene Tiere im Kriegsgebiet

©Il Gattaro d’Aleppo

Die Bilder des Bürgerkrieges in Syrien bestimmen seit fast sieben Jahren beinahe täglich die Nachrichten – und bis heute hält der Kampf in einigen Regionen an. In Städten wie Aleppo hinterließ der Krieg ein unvorstellbares Ausmaß an Zerstörung sowie viele Tiere, die ihre Besitzer auf der Flucht nicht begleiten konnten. Die unkontrollierte Vermehrung von Hunden und Katzen sowie zahlreiche unbehandelte Krankheiten und Verletzungen sind die Folge. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Il Gattaro d’Aleppo (IGA) hilft die Welttierschutzgesellschaft den Tieren in der Provinz Aleppo sowie in der Gegend rund um Idlib.

Aleppo

Seit fast sieben Jahren herrscht in Syrien (amtlich: Arabische Republik Syrien) Krieg und eine ausweglose Situation für die Menschen – und auch die Tiere vor Ort.

»Mehr zur Situation in Aleppo lesen Sie hier.

Mohammad Alaa Abenni (kurz: Alaa), ebenfalls bekannt als der Cat Man of Aleppo (deutsch: Katzenmann aus Aleppo), kümmert sich seit Kriegsausbruch um die Tiere in der Provinz Aleppos. Finanzielle Unterstützung erhält er dabei durch unsere Partnerorganisation Il Gattaro d’Aleppo (IGA). Während des Kampfes um Aleppo verließen beinahe alle ansässigen Tierärzte nach und nach die Region, sodass keinerlei veterinärmedizinische Grundversorgung zur Verfügung stand. Mittlerweile kehren jedoch immer mehr Menschen nach Aleppo und die umliegenden Bezirke zurück, darunter auch der Tierarzt Dr. Mohammad Youssef, der jahrelang in einer Tierklinik in Damaskus gearbeitet hat und Alaa zunächst ehrenamtlich unterstützte.

Jeden Tag legt der Tierarzt eine beachtliche Strecke von 100 Kilometer zurück, um von seinem Haus in Idlib zu der provisorischen Tierarztpraxis zu gelangen. Mit unserer Hilfe erhält der Tierarzt nun ein festes Gehalt für seine Bemühungen sowie ein monatliches Budget für Medikamente, soweit diese verfügbar sind.

Der Tierarzt versorgt derzeit Tiere, die sich im Aufnahmezentrum von Alaa befinden ebenso wie in Not geratene Tiere auf der Straße - zu seinen Patienten gehören neben Katzen und Hunden auch Nutztiere wie Esel und Kühe. Zudem erreichen ihn immer wieder Anrufe von Tierbesitzern, die von der Möglichkeit einer tiermedizinischen Behandlung erfahren haben. Denn noch ist Dr. Youssef nach unserem Kenntnisstand der einzige Tierarzt in der Umgebung von Aleppo.

Trotz fortwährendem Risiko für sein Leben versorgt Dr. Youssef die Tiere an fünf Tagen in der Woche. Er behandelt er Wunden, verabreicht Vitamine zur Immunstärkung und gibt Anti-Parasitenmittel – für ihn zählt jedes Tierleben.

Die Arbeit in diesem Projekt beschränkt sich aufgrund der unsicheren Lage vor Ort derzeit auf eine tiermedizinische Basisversorgung, die durch eine akute Medikamentenknappheit zusätzlich beeinträchtig wird – erste Hilfe ist die Devise. Es ist nicht absehbar, inwieweit und mit welchem Zeithorizont die Arbeit ausgebaut werden kann.

Erste Hilfe für die Tiere in Syrien

Bitte helfen Sie uns dabei, die dringend notwendige tiermedizinische Grundversorgung in der Provinz Aleppo zu gewährleisten.

Jetzt spenden

Antworten auf Ihre Fragen:

1. Wie gelangen die Spenden nach Syrien?

Die Möglichkeiten, Geld nach Syrien zu senden, sind stark eingeschränkt. Es dürfen nur bestimmte Banken nach umfangreicher Prüfung der Herkunft der Gelder sowie des Empfängers Überweisungen nach Syrien durchführen. Da der Sitz unseres Vertragspartner Il Gattaro d’Aleppo in Italien ist, überweisen wir den Förderbetrag zunächst dorthin. Die Überweisung des Geldes seitens unserer Partnerorganisation von Italien nach Syrien ist nicht direkt möglich. Deshalb, hat diese einen Vertrag mit der Hilfsorganisation Syria Charity geschlossen. Die Syria Charity übernimmt den Transfer des Geldes nach Syrien

2. Wie kann man sicherstellen, dass Spenden nicht für Kriegszwecke verwendet werden?

Aufgrund des anhaltenden Gewalteinsatzes gegen die Zivilbevölkerung in Syrien hat der EU-Rat 2011 einige Sanktionen verhängt – unter anderem ein Waffenembargo, Handelsbeschränkungen sowie Reisebeschränkungen für Personen, die für die Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. Das Embargo umfasst auch Finanzsanktionen gegen bestimmte Personen, Organisationen und Einrichtungen. Diesen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden oder zugutekommen.
(Quelle:
https://www.geldtransfair.de/de/informationen-zu-%C3%BCberweisungen-nach-syrien)

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und die Landesjustizverwaltungen bieten ein Tool an, mit dessen Hilfe die von der EU erstellte Liste sanktionierter Personen und Organisationen durchsucht werden kann. Die Liste und das Tool sind öffentlich zugänglich unter: http://www.finanz-sanktionsliste.de/fisalis/jsp/index.jsf

Anhand dieser Liste konnten wir uns vergewissern, dass weder gegen unseren Vertragspartner noch gegen die vor Ort unmittelbar in das Projekt involvierten Personen Finanzsanktionen bestehen. (letzte Aktualisierung der Liste zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes: 18.10.2017)

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
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