Hilfe für streunende Pferde in Südindien

Tierärztliche Versorgung und sichere Weideflächen

© Worldwide Veterinary Service

Umherstreunende Kühe sind aus zahlreichen indischen Städten nicht mehr wegzudenken. Im südindischen Bergort Ooty (indisch: Udagamandalam) ist das Straßenbild jedoch durch andere Tiere geprägt, denn dort streunen schätzungsweise 350 leidgeplagte Großpferde und Ponies auf der Suche nach Futter. Die Welttierschutzgesellschaft führt zusammen mit ihrer Partnerorganisation Worldwide Veterinary Service (WVS) kostenfreie tiermedizinische Behandlungen durch, sorgt durch Trainings und Diskussionsrunden für mehr Tierschutzbewusstsein bei den Haltern und setzt sich für eine zentrale Weidefläche ein, die den Tieren bisher verwehrt ist.

Indien

Unbehandelte Verletzungen, unpassendes Geschirr und nicht tiergerechtes Futter sorgen für unnötiges Leid bei den Großpferden und Ponies in Ooty. Das Leben auf der Straße birgt zusätzliche Gefahren - zum Teil mit tödlichen Folgen. Gemeinsam mit unserem Partner vor Ort helfen wir den geschundenen Tieren.

Die Straßen Ootys – ein mitunter tödlicher Lebensraum

In vielen Fällen handelt es sich bei den Großpferden um ehemalige Rennpferde, die wegen nachlassender Leistungen oder Verletzungen ausgemustert wurden. Für die neuen Besitzer stellen die Tiere oftmals die einzige Einnahmequelle dar. Sie werden für Touristentouren in die nahegelegenen Nilgiriberge oder auch zum Warentransport eingesetzt. Aufgrund fehlender Unterbringungsmöglichkeiten und der eigenen schlechten finanziellen Lage sind die Besitzer jedoch häufig gezwungen, die Tiere ihrem Schicksal zu überlassen, sobald sie ihre Unterstützung nicht mehr benötigen.

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Ohne Möglichkeit sich vor der brennenden Hitze der Sonne zu schützen und den jährlich immer stärker werden Regenmassen und Überflutungen des Monsuns ausgesetzt, irren die Großpferde und Ponies auf den Straßen umher. Dabei sind sie nicht nur der ständigen Gefahr von Verkehrsunfällen ausgesetzt. Auch die konstante Suche nach Futter birgt für die Tiere tödliche Gefahren. Pferde sind von Natur aus Dauerfresser, die bis zu 18 Stunden täglich mit der Futteraufnahme verbringen. Das danach folgende Zerkauen der Nahrung ist eine wichtige Beschäftigung der Tiere, die auch Wohlbefinden erzeugt. Fehlende Grünflächen sorgen jedoch dafür, dass sich die Tiere an überquellenden Mülleimern bedienen. Neben Essensresten nehmen sie dabei auch Plastikteile auf, aus denen mit der Zeit ein unverdaubarer Plastikklumpen im Magen entsteht. Die qualvolle, tödliche Folge: Darmverschluss und Darmdurchbruch.

Viele der Tiere sind darüber hinaus nicht kastriert, sodass sie sich ungehindert vermehren können. Paniksituationen oder auch Unfälle, verursacht durch den regen Verkehr, können zu einer Trennung von Mutter und Fohlen führen, die anschließend alleine auf der Straße keine Überlebenschance haben.

Mobile Kliniken und Tierschutzbildung bei den Besitzern

Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Worldwide Veterinary Service sind wir bereits seit fünf Jahren für die Lastesel in Indien im Einsatz. Durch mobile Tierkliniken, die gleichzeitig für mehr Tierschutzbewusstsein bei den Eselhaltern sorgen, hat sich der Gesundheitszustand der Tiere sichtlich verbessert. Dieses Erfolgsmodell soll nun auch den Arbeitspferden zugutekommen.

Ein sechsköpfiges Team bestehend aus drei Tierärzten, einem Hufschmied, einem angehenden Tierarzt sowie einem Tierarzthelfer bietet an zwei Tagen im Monat kostenfreie tiermedizinische Untersuchungen für Großpferde und Ponies an. Zur Durchführung dieser „Kliniktage“ haben die lokalen Behörden ein Gebäude zur Verfügung gestellt, wodurch die Behandlungen abseits des Verkehrstrubels durchgeführt werden können und hygienischere Bedingungen als auf der Straße möglich sind. Jedes gebrachte Tier wird einem gründlichen Gesundheitscheck unterzogen, geimpft, gegen Parasiten behandelt und erhält eine Hufpflege. Kastrationen und Hufschmiedetrainings sollen ebenso langfristig durchgeführt werden. Halbjährlich dienen die Kliniken ausschließlich der Auffrischung von Impfungen und Parasitenbehandlungen.

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Die Besitzer werden eng in die Behandlung ihres Tieres einbezogen und erhalten eine Einweisung in grundlegende Erste-Hilfe-Techniken. Während der Kliniktage finden zusätzlich Diskussionen und Trainings mit den Pferdehaltern zu Themen wie tiergerechter Fütterung oder Hufpflege statt. Dies dient nicht nur einer langfristigen Besserung des Gesundheitszustandes, sondern auch dem Aufbau von Vertrauen in das Team vor Ort und ihre tiermedizinische Arbeit. Halter, die ein überdurchschnittliches Interesse zeigen, werden weitere Trainings angeboten und mit Materialien wie Hufpflege-Sets ausgestattet und so Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Die Kliniktage dienen zusätzlich auch zur offiziellen Registrierung von Tieren und Besitzern.

© Worldwide Veterinary Service

Mehr Sicherheit und weniger Leid auf einer eigenen Weidefläche

Um die Lebensbedingungen der Tiere grundlegend zu verbessern und ihnen eine Umgebung zu bieten, die ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht, sollen sie langfristig auf einer sicheren Weidefläche untergebracht werden. Mitten im Stadtzentrum Ootys befindet sich ein dafür geeignetes großzügiges Gelände, das den Streunern zur Verfügung gestellt werden könnte. Gespräche mit den Besitzern der Fläche, der Stadtverwaltung sowie den Pferdehaltern sollen hier eine schnelle Einigung bringen. Angedacht ist die kostenfreie Nutzung der Fläche. Die Tierhalter wären jedoch weiterhin für die zusätzliche Fütterung sowie Pflege der Pferde zuständig. Zusätzlich sollen sie sich an zwei Tagen im Monat für Instandhaltungsarbeiten bereiterklären. Voraussetzung für die Nutzung soll eine Registrierung sowie eine bereits erfolgte Kastration männlicher Tiere sein. Darüber hinaus kann die Weidefläche auch als zentraler Anlaufpunkt für künftige Kliniktage dienen.

Lassen Sie die Pferde nicht hilflos auf der Straße stehen!

Schon mit 30 Euro können sie 100 Pferden durch eine Tetanus-Impfung das Leben retten.

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Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
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