Klimakrise und die Folgen für Tiere

Die Klimakrise* bewegt die Welt: Das Artensterben, der Anstieg des Meeresspiegels, die verheerenden Hitzephasen und die Häufung von Starkregenphasen sind nur einige der weitbekannten Folgen des sich wandelnden Klimas. Wie aber wirkt sich die Klimakrise auf das Leben von Streuner-, Nutz- und Wildtieren in Schwellen- und Entwicklungsländern aus? Wir zeigen Ihnen anhand einiger unserer Tierschutzprojekte besorgniserregende Beispiele.

*Klimakrise: Wir haben uns bewusst für den Begriff entschieden, da wir der Überzeugung sind, dass dieser die Gegenwart am besten beschreibt. Wir folgen damit der Argumentation zahlreicher Medien sowie hochrangiger Umweltaktivisten und Politiker

Nie zuvor stand die Menschheit vor einer so existenziellen Gefahr: Extremwetter häufen sich, werden unvorhersehbarer und intensiver. Der jüngste Bericht der Vereinten Nationen belegt, dass die CO2-Emissionen bis 2030 mindestens halbiert, laut Experten wie Renate Christ (ehemalige Leiterin des Sekretariats des Weltklimarates) bis 2017 sogar auf Netto-Null reduziert werden müssen, damit die Schäden an der Welt nicht irreversibel, also unumkehrbar werden. Viel Hoffnung und Zeit bleibt dafür nicht mehr. Was es bedeutet, mit den katastrophalen Extremwettern angesichts der Klimakrise zu leben, lässt ein Blick auf unsere Tierschutzprojekte erahnen. Durch unseren Fokus auf Schwellen- und Entwicklungsländer wissen wir, dass die Klimakrise in vielen unserer Projektländer bereits angekommen ist. Im Hier und Jetzt haben Mensch und Tier mit den Folgen zu kämpfen.

Der Blick auf die Weltkarte zeigt das besorgniserregende Bild

Klicken Sie jeweils auf das markierte Projektland und lesen Sie, wie unsere Projektpartner vor Ort die Situation beurteilen.

Gambia

„Gambia ist als eines der ärmsten Länder der Welt auch eines der am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffenen. Langanhaltende Dürren, zerstörerische Fluten und kurze, unvorhersehbare Extremwetter haben schlimme Folgen für den Landwirtschafts- und Nutztiersektor. Besonders fehlt es an Nahrung und sauberem Trinkwasser für die Tiere, lebensbedrohliche Krankheiten breiten sich aus und kosten zahlreichen Tieren das Leben, weil es zudem an einer guten tiermedizinischen Versorgung fehlt. Sorge bereitet besonders, dass die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftsfaktor des Landes und die Existenzgrundlage vieler Menschen ist.“

Kebba Daffeh ist der Projektmanager des Programmes TIERÄRZTE WELTWEIT in Gambia. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/tieraerzte-weltweit/gambia/

Kenia

„Es gibt keine Vorhersagen mehr: Wenn der Regen kommt, hält er nur kurz an, ist aber sehr intensiv und löst Fluten aus. Die Dürren haben insbesondere auf Esel einen verheerenden Einfluss: Ihre Arbeitslast wird stetig größer, da sie immer weitere Wege zu den Weiden und Wasserflächen zurücklegen müssen. Dabei werden sie meist nur sehr schlecht versorgt. Wir denken, dass es in Zukunft noch schlimmer wird – Hungersnöte und Wassermangel werden Todesfälle bei den Menschen bringen und in Konflikte über die limitierten verbleibenden Ressourcen münden.“

Solomon Onyango setzt sich mit uns in Kenia für den Schutz der Esel ein (mehr dazu hier: https://welttierschutz.org/esel) und ist Afrika-Koordinator für das Programm TIERÄRZTE WELTWEIT, ein Gemeinschaftsprojekt mit der Welttierschutzstiftung.

Liberia

„Der Großteil der Menschen in Liberia lebt von der Landwirtschaft zur Selbstversorgung. Doch die Klimabedingungen verändern sich so schnell – mit schlimmen Stürmen und Starkregen – dass die Ernten nicht gelingen. So haben weder die Menschen noch die Tiere genügend Nahrung.“

Morris Darbo von der Organisation Liberia Animal Welfare and Conservation Society (LAWCS) ist Teil des Programmes TIERÄRZTE WELTWEIT in Liberia. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/tieraerzte-weltweit/liberia/

Malawi

„Es ist bekannt, dass Malawi in den kommenden Jahren noch schlimmer von Dürren und Fluten heimgesucht werden wird. Neben der aktuellen Nahrungs- und Wassernot erwarten wir eine Verschlimmerung der Krankheitsausbrüche im Nutztiersektor und den Verlust großer Herden. Die Konflikte um Ressourcen wie Ernteflächen, Wasser und Getreide werden folgenschwer.“

Lieza Swennen leitet als Executive Director unsere Partnerorganisation Lilongwe Society for the Protection and Care of Animals. Zum Projekt von TIERÄRZTE WELTWEIT: https://welttierschutz.org/tieraerzte-weltweit/malawi/

Südafrika

Khayelitsha: „Für die Streunerhunde und –katzen in der Township Khayelithsa sind die intensiven Hitzeperioden lebensgefährlich. Viele Tiere leben angekettet in Hinterhöfen – ohne Wasser und schattenspendende Überdachung. Im Rahmen unserer mobilen Kliniken behandeln wir immer häufiger dehydrierte und überhitzte Tiere. Gleichzeitig wird infolge des Wassermangels unangekündigt von Seiten der Regierung die Wasserversorgung unterbrochen. Du kannst keine mobile Tierklinik ohne fließend Wasser durchführen.“

Marcelle du Plessis ist Manager of Fundraising and Communications unserer Partnerorganisation Mdzananda Animal Clinic. Gemeinsam führen wir mobile Kliniken in der Township durch, in deren Rahmen Hunde und Katzen versorgt, geimpft und kastriert werden. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/streuner/mobile-haustierklinik-in-suedafrika/

Pretoria: „Der Regen kam 2019 besonders spät und hielt länger an, als erwartet, was wir als Grund für die unnormal vielen Parvovirose- und Afrikanische Pferdepest-Fälle bei den streunenden Tieren sehen. Weil sich die wirtschaftliche Situation der Menschen verschlechtert, werden viele Hunde, Katzen aber auch Pferde gar nicht mehr oder mit schlechten, nicht lizensierten Impfstoffen geimpft, was die Tiere in Lebensgefahr bringt“.

Dr. Renee van Rheede van Oudtshoorn leitet als Director unsere Partnerorganisation Community Veterinary Services Southern Africa (CVS-SA). Gemeinsam setzen wir uns durch mobile Impf- und Kastrationskliniken für eine Versorgung der unzähligen Streunerhunde und –katzen rund um Pretoria ein. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/streuner/streuner-in-sudafrika/

Blue Downs: „Frei grasende Tiere sind stark von den wiederkehrenden Dürren betroffen. Es gibt weniger Weideland, zahlreiche Wasserstellen sind ausgetrocknet und der Preis für gutes Tierfutter ist für viele Tierhalter nicht mehr erschwinglich.“

Joette Emerton ist Bequest and Major Donor Officer unserer Partnerorganisation Cape of Good Hope SPCA. Durch Workshops für Landwirte rund um Kapstadt schaffen wir die Grundlage für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Nutztieren.
Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/nutztiere/tierhaltung-in-suedafrika/

Tansania

Shinyanga-Region: „Tansania ist im Fokus der Klimakrise, da sich die Extremwetterereignisse hier stark intensivieren. Auf Dürren folgen Fluten, Wasserstellen versiegen, Felder und Weideflächen überschwemmen, die Ernten gehen verloren – und die Prognosen für die nahe Zukunft lauten, dass sich die Situation noch verschlimmern wird.“

Yohana Kashililah ist Executive Director unserer Partnerorganisation Tanzania Animals Protection Organization (TAPO) und im Norden Tansanias, in der Shinyanga-Region, im Einsatz.

Küstenregion und Märkte: Mehr als 70 Prozent der tansanischen Bevölkerung im ländlichen Raum lebt von der Landwirtschaft und steht dieser Tage stark unter Druck: „Die Auswirkungen auf unsere Projektarbeit sind schon jetzt immens. Die Menschen versuchen immer mehr Tiere zu verkaufen, transportieren sie immer längere Wege und versorgen sie dabei aus Kostengründen nur schlecht.“

Thomas Kahema ist Executive Director der Tanzania Animal Welfare Society (TAWESO). Gemeinsam ermöglichen wir in fünf Regionen Tansanias präventive Hilfe für Mensch und Tier, in dem wir eine Wasserversorgung sicherstellen, Tierhalter informieren und eine tiermedizinsche Versorgung gewährleisten. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/nutztiere/leben-mit-naturkatastrophen/

Nordosten: „Die Dürren haben schlechte Ernten zur Folge, die die Preise von Futtermitteln für die Tiere massiv steigern. Tiere hungern, müssen lange Strecken wandern, um Nahrung und Wasser zu finden. Zudem sterben viele Tiere, weil ihre Halter aus Kostengründen Krankheiten und Verletzungen unbehandelt lassen.“

Johnson Lyimo ist Director der Meru Animal Welfare Organization, mit der wir uns in einem zweiten Präventionsprojekt den Klimaveränderungen im Nordosten Tansanias stellen. Im Zentrum der Arbeit steht die Informationsarbeit, in deren Rahmen die Bevölkerung vom Anbau robuster Futterpflanzen sowie der Speicherung von Wasserreserven für die extremen Dürrezeiten erfahren. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/nutztiere/hilfe-fuer-nutztiere-in-duerrezeiten/

Uganda

„In Uganda spüren wir die Auswirkungen des Klimawandels erheblich, darunter wechselnde Wetterextreme mit Folgen wie Überschwemmungen aber auch verheerender Trockenheit. Unser Einsatz findet in zwei Regionen statt, die beide im letzten Jahr von Katastrophen heimgesucht wurden: In Buyende kamen im Sturm und den Fluten mehr als 30 Menschen und unzählige Tiere ums Leben. Kurze Zeit später wurden in Bududa viele Menschen und Tiere durch einen Erdrutsch in den Tod gezogen. Der Klimawandel ist eine große Gefahr für unser Land.“

David Balondemu ist der Director unserer Partnerorganisation Bam Animal Clinics in Uganda. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/tieraerzte-weltweit/uganda/

Bhutan

„Für ein naturbelassenes Land wie Bhutan hat der Klimawandel unberechenbare Wetterbedingungen zur Folge. Die Gletscher im Hochland schmelzen und bringen Überschwemmungen mit sich, die auch für die Tiere, die entlang der Flüsse leben, ein großes Risiko bedeuten. Zahlreiche Haustiere außerdem, die tagsüber in den Wäldern umherstreunen, sterben in Waldbränden, verdursten bei Trockenheit im Sommer oder erfrieren bei extremer Kälte im Winter. Zudem stellen wir fest, dass sich Krankheiten weitaus schneller und gefährlicher ausbreiten – Vogelgrippe und Influenza H1N1 (Schweineinfluenza) zum Beispiel.“

Lhak Bdr. Waiba ist der Programme Officer unserer Partnerorganisation RSPCA Bhutan. Hier setzen wir uns für eine Kontrolle der großen Streunerhundepopulation ein, finanzieren Kastrationen und die Informationsarbeit mit Kindern.

Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/streuner/hunde-bhutan/

Indien

„Wir erleben bereits seit zwei Jahrzehnten die schwersten Naturkatastrophen wie Wirbelstürme, Überschwemmungen, Tsunamis und Dürren – und das spüren auch die Tiere. Die starken Veränderungen von Temperatur und Niederschlag können, je nach Intensität Stress und bedenkliche Risiken für die Gesundheit der Tiere zur Folge haben. Zudem gibt es keinen wirksamen Plan für das Katastrophenmanagement, der Tiere einschließt. So kommt es zu sehr vielen Todesopfern und großem Leid der Tiere während und nach den Katastrophen. Der Klimawandel ist heute eine der größten Bedrohungen für unser Land.“

Bijaya Kumar Kabi ist der Director unserer Partnerorganisation Action for the Protection of Wild Animals (APOWA). In Odisha sind wir gemeinsam im Einsatz, um mit einem mobilen tierärztlichen Team und der Etablierung von Tierschutzgruppen das Tierwohl nachhaltig zu verbessern. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/nutztiere/nutztiere-in-indien/

Vietnam

Cat Tien Nationalpark: „Die Vereinten Nationen haben Vietnam als eines der fünf Länder kategorisiert, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Vietnam liegt im tropischen Wirbelsturmgürtel und es kommt häufig zu wetterbedingten Katastrophen. Auf Projektebene erleben wir Überschwemmungen, die den Zugang der geretteten aber auch wildlebenden Tiere zu sauberem Wasser ernsthaft beeinträchtigen. Die wahren Auswirkungen des Klimawandels auf Vietnam sind noch nicht geklärt und könnten Nahrungsmittelknappheit einschließen, da Überschwemmungen die Ernte regelmäßiger zerstören. Zu diesem Zweck werden wir in der Projektarbeit Methoden erforschen, um unseren Bedarf an Futter für die Bären im Schutzzentrum durch den Anbau bestimmter Produkte vor Ort zu ergänzen.“ Nev Broadis ist der Regional Director unserer Partnerorganisation Free The Bears. Gemeinsam setzen wir uns für ehemalige “Galle-Bären” ein, die heute in einem bärengerechten Schutzzentrum im Cat Tien Nationalpark untergebracht sind. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/wildtiere/gallebaeren-in-vietnam/

Cuc Phuong und Pu Mat Nationalpark: „Die steigenden Temperaturen beeinflussen die Tiere in ihrem Verhalten, sie lassen Bakterien wachsen und erhöhen so die Zahl der mit Infektionskrankheiten infizierten Tiere. Zudem nimmt die Anzahl der kalten Tage und Nächte, insbesondere im nördlichen und mittleren Hochland, erheblich ab, was zu vielen Todesfällen unter den wildlebenden Tieren in Vietnam führt.“

Tran Phuong Mai ist Communication Officer unserer Partnerorganisation Save Vietnams Wildlife. Im Cuc Phuong und Pu Mat Nationalpark in Vietnam unterstützen wir die Arbeit unserer Partner bei den Konfiszierungen gewilderter Schuppentiere, bei der Versorgung im Rahmen einer professionellen Tierklinik sowie bei der Wiederauswilderung gesundeter Tiere. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/wildtiere/wildtiere-in-vietnam/

Bulgarien

„In den Sommermonaten wird es früh morgens sehr heiß und die Katzen verstecken sich im Schatten, weshalb es viel länger dauert, sie zu finden. Viele Menschen in Plowdiw füttern streunende Tiere, aber es gibt nur sehr wenige, die ihnen Wasser hinterlassen. Das aber ist im Sommer extrem wichtig, besonders jetzt. Viele bulgarische Städte wie Plowdiw werden kontinuierlich so viel wärmer und die Luft immer verschmutzter, weil willkürlich Bäume gefällt werden. Das muss aufhören.“

Yana Yankova ist Mitarbeiter unserer Partnerorganisation Streunerhilfe Bulgarien, mit denen wir uns im Rahmen einer Kastrationsklinik für eine gesunde Streunerkatzenpopulation einsetzen.

Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/streuner/katzenrettung-in-bulgarien/

Rumänien

"Die Bären sind empfindlich und erleben Winter mit großen Temperaturunterschieden, was ihre Ruhephasen maßgeblich stört. Besonders für die wilden Bären ist das riskant: Kommen sie im Winter aus der Höhle, gefährden sie ihre Fortpflanzung und die Babys. Darüber hinaus bietet der Wald den Tieren nicht mehr, was die Bären brauchen, weshalb die Tiere in die Städte wandern – mit gefährlichen Folgen für Mensch und Tier. Wir sind stark verbunden mit Menschen, Tieren und der Natur, aber die Verantwortung für das Gleichgewicht liegt beim Menschen.“

Cristina Lapis ist die Präsidentin unserer Partnerorganisation Asociatia Milioane de Preteni (AMP). Wir unterstützen AMP bei dem Betrieb von Europas größtem Bärenschutzzentrum in Zarnesti. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/wildtiere/barenschutzzentrum-rumaenien/

Ukraine

„Die massive Entwaldung in der Ukraine führt zu steigenden Temperaturen und Wetterextremen. Häufige Überschwemmungen auf der einen, Wassermangel auf der anderen Seite sind die Folgen. Zudem wirkt sich die Erwärmung auf die Migration von Tieren aus und stört den Lebenszyklus der Bären. Sowohl die Bären im Schutzzentrum als auch wildlebende Tiere halten eine verkürzte Winterruhe.“

Ivanna Kudina ist Project Manager unserer Partnerorganisation Eco Halych, der wir beim Schutz und geplanten Rettung von Bären in der Ukraine zur Seite stehen. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/wildtiere/baeren-in-der-ukraine/

Suriname

„Mit 90 Prozent unserer Infrastruktur in der tief gelegenen Küstenregion wird Suriname schwer unter den großen Folgen des Anstiegs des Meeresspiegels und der Auswirkungen des Klimawandels leiden. Einiges zeigt sich schon jetzt durch extremere Wetterereignisse während der verschiedenen Jahreszeiten, wie mehr Regenfälle, die Überschwemmungen verursachen, und längere Dürren. Stärkere Winde und kleine Tornados führen dazu, dass Wälder in wenigen Minuten zerstört werden. Die Projektarbeit ist insofern betroffen, als dass es um eine Zunahme der Rettung von Faultieren geht, die sich in einem schlechten Zustand befinden. Dies erfordert großen Einsatz, um alle Tiere tiermedizinisch zu versorgen. Wir erwarten eine Zunahme von Tieren in schlechtem Zustand und auf lange Sicht auch eine Auswirkung auf die Lebensfähigkeit der Population. Wenn Mütter ihre Kinder aus Mangel an Nahrung verlieren, wird die Population allmählich sinken.“

Monique Pool ist Director unserer Partnerorganisation Green Heritage Fund Suriname. In Suriname machen wir uns für Rettungen, die Versorgung und Wiederauswilderung von Faultieren und Ameisenbären stark und unterstützen unter anderem das Schutzzentrum und die begleitende tiermedizinische Versorgung geretteter Tiere. Zum Projekt: https://welttierschutz.org/projekte/wildtiere/wildtiere-in-surinam/

Besonders arme Länder sind von der Klimakrise am stärksten betroffen

Es ist belegt, dass Schwellen- und Entwicklungsländer am stärksten von den Folgen des sich wandelnden Klimas betroffen sind. „Sie tragen die Hauptlast, obwohl sie selbst am wenigsten dazu beigetragen haben“, stellte auch Entwicklungsminister Gerd Müller im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fest. In der internationalen Klimafinanzierung bleiben Punkte wie die berichteten verhängnisvollen Auswirkungen auf die Tiere aber vollkommen unberücksichtigt, obwohl gerade in diesen Ländern beispielsweise die Arbeitskraft von Nutztieren existenziell für das Überleben der Menschen ist.

Wir fordern die Globale Anpassungskommission auf, Tiere in entsprechende Hilfeleistungen einzubeziehen. Insbesondere das Wohl von Nutztieren, die in den Entwicklungsländern eine existenzielle Rolle spielen, darf dabei nicht ausgeschlossen werden! Es bedarf der Entwicklung nationaler Evakuierungs- und Unterbringungsstrategien für Tiere in Katastrophenzeiten, die Bereitstellung tiermedizinischer Grundversorgungen und eine verlässliche Datenerhebung sowie Instanzen, die die Umsetzung kontrollieren.

Wir von der Welttierschutzgesellschaft verfolgen die Vision einer Welt, in der Tiere gerecht behandelt werden und gesund leben können – dazu zählen Nutztiere, die im Alltag der Menschen eine so große Bedeutung haben, aber auch Haus- und Wildtiere. Angesichts der Klimaveränderungen stehen wir vor neuen Herausforderungen und ergänzen unsere Projektarbeit immer häufiger durch Soforthilfen in der Not. Zudem leisten wir notwendige Vorsorge, indem wir Tierhalterinnen und Tierhalter lehren, für bevorstehende Wetterextreme wie Dürren und Fluten vorzusorgen – zum Beispiel durch den Anbau von robusten Futterpflanzen, die richtige Lagerung und der Speicherung von Wasser oder durch den Bau stabiler Ställe.

Weitere Quellen:

> Global Climate Risk Index
> 6. Global Environment Outlook (2019) der Vereinten Nationen

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