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Hunde verstehen und lieben lernen

180 Kindergarten- und Schulkinder im Alter von drei bis 15 Jahren besuchte das Team unserer Partnerorganisation CVS-SA allein im März. Ihr Ziel: Das Tierschutzbewusstsein zu stärken und die Voraussetzungen für mehr Tierwohl in den von Armut geplagten Townships rund um die südafrikanische Hauptstadt Pretoria zu schaffen. Dabei kommt es immer wieder zu herzerwärmenden Erlebnissen.

 

Hintergrund: Streuner in Südafrika

In den Armenvierteln, den sogenannten Townships, werden Schätzungen zufolge 85 Prozent aller Haustiere Südafrikas gehalten. Denn egal wie arm die Menschen auch sein mögen, für ein Haustier ist immer Platz. Gemeinsam mit unserem Partner Community Veterinary Services for Southern Africa (CVS-SA) sind wir in den Townships rund um die Hauptstadt Pretoria und am Ostkap im Einsatz. Wir stellen die tiermedizinische Grundversorgung sicher, führen mehrtägige Kastrations- und Impfaktionen durch und sorgen durch Bildungs- maßnahmen für mehr Tierschutzbewusstsein in der Bevölkerung.

Zum Projekt

Stets mit von der Partie ist Saint. Der 4-jährige Golden Retriever begleitet das Team rund um Projektleiterin und Tierärztin Renee Hornschuh bei allen Schul- und Kindergartenbesuchen. Da es vor allem die Kinder sind, die in den Familien die Tiere versorgen, setzen wir bei ihnen an und hoffen, ihr Tierschutzbewusstsein nachhaltig stärken zu können.

„Die Kinder sollen mit den Hunden Spaß, Liebe und Lachen verbinden. Viele von ihnen wissen nicht, wie man mit den Tieren richtig umgeht. Mit Hilfe von Saint erfahren sie, wieviel Freude es bereiten kann, mit einem Hund zu spielen oder um die Wette zu laufen“, so Hornschuh.

Allgemeine Aufregung, Stimmengewirr, lauter kleine, streichelnde Hände im Fell und auch mal Kinder, die vor Angst schreien oder weglaufen. Nicht für alle Hunde wäre das etwas, doch Saint macht all das nichts aus. „Er ist eine herzensgute Hundeseele und mit seiner friedlichen aber dennoch verspielten Art genau der Richtige, um den Kindern einen liebevollen Umgang mit Tieren zu lehren“, erzählt die Tierärztin weiter.

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Ganz wichtig dabei: Die Kinder lernen, dass sie gegenüber den Tieren nicht aufdringlich sein dürfen und woran sie erkennen können, ob der Hund ihre Aufmerksamkeit genießt oder lieber in Ruhe gelassen werden möchten.

Wissen um die Bedürfnisse von Hunden

Ausgehend von Saints Bedürfnissen lernen die Kinder spielerisch, was Hunde brauchen und was es bedeutet, Verantwortung für sie zu übernehmen:
Indem die Kinder Saint mit Futter und Wasser versorgen, lernen sie, dass Tieren, die unter menschlicher Obhut stehen, immer Zugang zu frischem Wasser und ausreichend tiergerechter Nahrung gewährt werden muss. Beispielhaft wird mit den Kindern eine Unterkunft aus Pappe für Saint gebaut. Dies vermittelt den Kindern die Wichtigkeit von Behausungen, die die Tiere vor der Witterung schützen und ihnen eine Rückzugsmöglichkeit bieten. Indem sie dazu animiert werden, mit Saint Stöckchen zu spielen und mit ihm herumzutoben, verstehen die Kinder, wie wichtig es für ihn ist, seinem natürlichen Bewegungsbedürfnis nachgehen zu können und dass ein Hund nicht dauerhaft an der Kette festgebunden sein darf. Ebenso wird ihnen erklärt, an wen sie sich wenden können, wenn ihr Haustier krank oder verletzt ist oder sie ein verletztes Tier finden.

Mit Respekt und Mitgefühl zum friedlichen Miteinander

Viele Kinder, die Hornschuh und Saint bei ihren Besuchen in den Schulen und Kindergärten begegnen, haben Angst vor Hunden. Ihre Ängste haben unterschiedliche Ursachen: Eine Rolle spielt die Furcht vor den Tieren als potenzielle Überträger von Krankheiten, darunter das tödliche Tollwutvirus. Des Weiteren sind insbesondere diejenigen Kinder, die in ihrem Alltag kaum Kontakt zu Hunden haben und daher nie gelernt haben, das Verhalten der Tiere zu lesen unsicher und reagieren ängstlich auf die Tiere. Dank Saint können viele der Kinder unbegründete Ängste abbauen und lernen Hunde besser einzuschätzen. So wird ein friedvoller und sicherer Umgang zwischen Mensch und Tier möglich.

„Bei einem unserer letzten Schulbesuche fiel mir ein Junge auf, der sich von den anderen Kindern abhob. Obwohl er um

8 Uhr morgens noch ganz verängstigt war, kam er fünf Stunden später still auf Saint zu und flüsterte ihm 'Ich liebe dich, Saint' ins Ohr. Damit war der Grundstein für ein liebevolles und mitfühlendes Verhältnis zu Tieren gelegt“, erinnert sich Hornschuh.

Und die Geschichte des kleinen Jungen ist kein Einzelfall: In der gleichen Gruppe gab es ein kleines, etwa sechsjähriges Mädchen, welches sich zu Beginn nicht traute, Saint zu streicheln und es vorzog, einen großen Bogen um ihn zu machen. Im Laufe des Tages traute sie sich Stück für Stück näher heran, bis sie Saint am Ende des Tages zum Abschied sogar umarmte.

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„Die Zusammenarbeit mit den Kindern macht unglaublich viel Spaß. Am Ende des Tages sind wir zwar heiser, können kaum noch sprechen und haben Bauchkrämpfe vom vielen Lachen, aber was gibt es Schöneres?“ - die Freude steht der Tierärztin ins Gesicht geschrieben.

Die engagierte Informationsarbeit von Renee Hornschuh und ihrem Team aus Tierärzten, medizinischem Fachpersonal und Studenten sowie der direkte Kontakt zu Hund Saint ermöglichen es, schon bei den Kleinsten ein Bewusstsein für den respektvollen Umgang mit Tieren und die Grundlage für mehr Tierwohl in Südafrika zu schaffen.

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