Viele Tiere auf engem Raum: ein häufiges Bild auf chinesischen Märkten wie hier in Yunnan (© Neil Banas / CC BY-NC 2.0 via Flickr)

Coronavirus: Wildtiermärkte müssen dauerhaft schließen

Der Ausbruch des neuen Coronavirus hat eine weltweite Gesundheitskrise ausgelöst. Bei der Suche nach den Gründen für den Ausbruch ist ein Tiermarkt in Wuhan in der Provinz Hubei ins Visier von Behörden, Wissenschaftler*innen und Gesundheitsexpert*innen geraten. Auch stehen dort gehandelte Schuppentiere im Verdacht, potentielle Zwischenwirte des Wuhan-Virus zu sein.

Wir fordern: Eine dauerhafte Schließung solcher Märkte ist aus gesundheitlichen Gründen, aber vor allem auch aus Sicht des Tierschutzes unausweichlich.

Aufnahmen, die offenbar auf dem Tiermarkt in Wuhan gemacht wurden, zeigen zahlreiche Wildtiere in Mini-Käfigen, die für den menschlichen Verzehr angeboten werden – Waschbären, Stachelschweine, Schlangen, Vögel und sogar einen kleinen Hirsch. Gesundheitsexpert*innen warnen schon seit langem, dass solche Wildtiermärkte, auf denen viele Tiere unterschiedlicher Arten auf engem Raum untergebracht sind, den Ausbruch neuer Krankheiten stark begünstigen.

Ein Markt in Wuhan – die zentralchinesische Stadt gilt als Ursprungsort des neuen Coronavirus. (© Arend Küster / CC BY-NC 2.0 via Flickr)

Besonders schockierend an solchen Märkten ist ein Aspekt, der angesichts der gesundheitlichen Gefahren für die Menschen nicht untergehen darf: der grausame Umgang mit Tieren, den viele Wildtiermärkte befördern.

„Dieser beginnt bereits bei Jagdmethoden wie dem Einsatz zum Beispiel von Schlingfallen, die Wildtiere wahllos treffen und sie großen Qualen aussetzen“, erklärt Daniela Schrudde, Tierärztin und Leiterin für Tierschutzarbeit bei der Welttierschutzgesellschaft. „Tiere, die unter gesetzlichem Schutz stehen und das Einfangen überleben, erfahren weiteres Leid, da sie nur versteckt transportiert werden können. Die Situation auf vielen Wildtiermärkten, wo die Tiere eng zusammengepfercht untergebracht sind und unkontrolliert geschlachtet werden, ist dann der Abschluss in einer Kette tierschutzwidriger Ereignisse.“

In den letzten 30 Jahren gingen 70 Prozent der neu bei Menschen aufgetretenen Erreger auf Tiere zurück. Fledermäuse – hier angeboten auf einem laotischen Markt – waren 2002 der Ursprung der SARS-Epidemie. (© Neil Banas / CC BY-NC 2.0 via Flickr)

Der Ausbruch des Coronavirus in der Provinz Hubei hat die chinesische Regierung dazu veranlasst, ein temporäres Verkaufsverbot von Wildtieren auf Märkten, Online-Plattformen und in Restaurants zu erlassen. Wir befürworten diese Entscheidung und fordern, dass dieses Verbot dauerhaft fortgeführt werden muss. Denn bereits 2002, als der Ausbruch von SARS – ebenfalls ein Coronavirus, das von Fledermäusen auf den Menschen übertragen wurde – die Schlagzeilen bestimmte, wurden Tiermärkte für mehrere Monate geschlossen. Als der Verlauf der Krankheit aber weniger dramatisch wurde, öffneten die Märkte wieder und das Leid der Tiere setzte sich unvermindert fort. Dieser Fehler darf sich nicht wiederholen.

Klar ist allerdings auch, dass die bloße Schließung von Tiermärkten die Situation der Tiere allein nicht verbessern wird. Damit sich in Ländern wie China, Laos, Kambodscha oder Vietnam ein Wandel zugunsten der Wildtiere vollziehen kann, bedarf es umfassender Informationsarbeit. Diese sollte nicht nur auf die Gefahren hinweisen, die mit dem Verzehr von Wildtierfleisch verbunden sind, sondern die positiven Werte betonen, die die heimischen Tiere besitzen – wie sie leben, was sie einzigartig macht und weshalb sie als fühlende Wesen unbedingt zu schützen sind.

Bildungsprojekte, die auch im Zusammenhang mit Tiermärkten auf einen bewussteren Umgang mit Wildtieren abzielen, setzen wir derzeit in Kambodscha und Vietnam um. Ihre Spende hilft uns dabei, Einsicht und Umdenken bei den Menschen zu bewirken und so die Tiere nachhaltig zu schützen.

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