© Green Heritage Fund Suriname

Aza, das starke Faultier

Immer am ersten Dienstag nach Thanksgiving (jährlich begangenes Erntedankfest in den USA) feiern Menschen weltweit im Rahmen des Aktionstages „Giving Tuesday“ das soziale Engagement. Auch bei uns in Deutschland erlangt der Tag – der sich dem grenzenlosen Konsum in der Weihnachtszeit gegenüberstellt – immer größere Beliebtheit: Viele Menschen widmen sich auf Social Media ihren Herzensthemen und tun dadurch Gutes. Ein Thema, das in diesem Jahr unsere Herzen berührt hat, ist die Geschichte vom Faultier Aza in Suriname, Südamerika.

 

Hintergrund: Wildtiere in Suriname

Mehr als 90 Prozent kaum berührter Regenwald bedeckt Suriname – noch. Denn durch die verstärkte Abholzung wird der Lebensraum zahlreicher Wildtiere vernichtet. Diese werden immer häufiger desorientiert und verletzt inmitten der Städte aufgefunden.
Die Welttierschutzgesellschaft unterstützt das bisher einzige Wildtierschutzzentrum Surinames bei der Rettung, Versorgung und Wiederauswilderung von Wildtieren.

Zum Projekt

Die Trockenzeit Anfang September machte nicht nur den Menschen Surinames zu schaffen. Mit jedem regenfreien Tag gab es auch für die Wildtiere, wie beispielsweise Faultiere, immer weniger Wasser und Nahrung. Die Tiere wurden schwächer und angesichts ihrer verzweifelten Suche nach Wasser unvorsichtiger. Doch Durst und Hunger zwingen sie immer häufiger auf unsicheres Terrain.

Zur Folge hat das zahlreiche Fälle, in denen Tiere teils schwer verletzt werden. Das Team unserer Partnerorganisation Green Heritage Fund Suriname (GHFS) rückte in dieser Zeit besonders oft aus. Ein Fall, der uns bis heute beschäftigt, ist der der Faultierdame Aza, ein Dreifinger-Faultier, das ohne unsere Hilfe wohl nicht mehr leben würde.

© Green Heritage Fund Suriname

Was genau ihr widerfahren war, ist unklar. Doch sicher ist: Ihre Rettung kam gerade noch rechtzeitig.
Das Faultier war zum Zeitpunkt des Fundes stark geschwächt – sie wies einen gebrochenen Arm auf, der ihr sichtlich Schmerzen bereitete und sie daran hinderte, auf die sicheren Wipfel der Bäume zu klettern. Sofort wurden alle nötigen Maßnahmen getroffen, das Tier ins Schutzzentrum gebracht und dort professionell untersucht und erstversorgt. Dabei fand der Tierarzt heraus, dass sie glücklicherweise einen glatten Armbruch erlitten hatte, der keiner Operation bedarf. So konnte Aza über Tage mit stärkender und faultiergerechter Nahrung sowie schmerzlindernder Medizin versorgt werden. Zur Verstärkung des Heilprozesses wurde dem Tier außerdem eine Schiene angelegt.

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Seitdem schöpft Aza in vollen Zügen Kraft und es geht ihr sichtlich mit jedem Tag besser, den sie im Schutzzentrum verweilt. Angesichts dieser Entwicklung dauerte es auch nicht lange, bis unsere Partner in Suriname den richtigen Namen für die Faultierdame gefunden hat: Aza-Sita. Denn Aza bedeutet auf Swahili stark – und das ist sie auf jeden Fall.

Die Tierärzte beobachten Aza bis heute regelmäßig und sind erfreut: Der Bruch heilt und Aza lernt trotz Einschränkung durch die Schiene wieder zu klettern. Um ihr die Möglichkeit zum Üben zu geben und sie auf eine Wiederauswilderung vorzubereiten, wurde kürzlich extra ein 4-Meter hohes Gehege um einen großen Baum herum gebaut, welches ihr die nötige Bewegungsfreiheit bietet.

© Green Heritage Fund Suriname

Um den Bau des Geheges kümmerten sich freiwillige Helfer*innen, denen der Schutz der lokalen Wildtiere besonders am Herzen liegt. Ihr Engagament möchten wir zum Giving Tuesday besonders hervorheben. Nicht zuletzt dank ihnen, hat das Faultierweibchen nun die Chance, ihren Arm wieder belasten zu lernen und Kraft aufzubauen, bevor es für sie bald zurück in die Freiheit geht.

Helfen Sie den bedrohten Waldbewohnern!

Schon mit 30 Euro stellen Sie das tiergerechte Futter für alle im Schutzzentrum lebenden Faultiere und Ameisenbären für drei Tage sicher.

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