WTG auf Africa Animal Welfare Konferenz

Anfang September fand in Addis Ababa/Äthiopien die dritte Africa Animal Welfare Conference statt. Von den Vereinten Nationen mitveranstaltet, bot sie zahlreichen Tierschutzvereinen aus der ganzen Welt die Gelegenheit gegenüber Regierungsvertretern ihre Standpunkte zu äußern und Themen auf die Agenda zu setzen. Auch wir waren vor Ort und stärkten das Bewusstsein für die Situation der Esel in Ostafrika.

Hintergrund: Eselleid für Ejiao

Die Bedeutung von Traditioneller Chinesischer Medizin und somit auch die Nachfrage nach Produkten tierischen Ursprungs nehmen weltweit in rasantem Tempo zu. Insbesondere der Handel mit verarbeiteter Eselhaut floriert. Gleichzeitig sinkt die Eselpopulation weltweit, denn auch die Zucht kann den Bedarf nicht decken. So sind die Tiere zu einem raren Gut geworden – mit besorgniserregenden Folgen auch in Ostafrika.

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Eigentlich unter dem Titel „Der Zusammenhang von Tieren, Umwelt und der nachhaltigen Entwicklung Afrikas im 21. Jahrhundert“ geladen, wurde das Programm der Konferenz kurzfristig angepasst und inhaltlich den Geschehnissen rund um den Handel mit Eselprodukten nach China gewidmet. Unser Partner Dr. Solomon Onyango und unsere Leitung für Tierschutzarbeit Daniela Schrudde waren vor Ort und beteiligten sich aktiv an dieser Diskussion – unter anderem mit einem Redebeitrag, indem wir die Tierschutzproblematik in Bezug auf die Esel in Ostafrika in den Fokus rückten.

Dr. Solomon Onyango, der auch Vertreter zum Thema Tierwohl der Weltorganisation für Tiergesundheit in Kenia ist, hat dafür die Ergebnisse unserer Studie zu den stark tierschutzrelevanten Verhältnissen in den vier kenianischen Eselschlachthäusern vorgestellt. Die Erhebung zeigt, dass die Situation in den Eselschlachthöfen untragbar ist – die Esel werden häufig ohne die vorgeschriebene vorherige Betäubung unsachgemäß, in vielen Fällen brutal getötet. Kontrollen finden nicht statt. Die Ergebnisse können Sie hier im Detail nachlesen: https://welttierschutz.org/report-esel-schlachthaeuser-in-kenia/. Gegenstand unserer zweiten Studie war ein sozio-ökonomischer Vergleich in den Gemeinden von 32 der 47 Landkreise Kenias zwischen dem Einsatz der Esel in der alltäglichen Routine, wie zum Beispiel als Lasten- oder Zugtier, und dem Verkauf der Esel an die Schlachthäuser. Die Ergebnisse werden im Detail unsererseits noch ausgewertet. Die Kernaussage berichtete Dr. Onyango aber bereits auf Konferenz:

„Die einfache Mathematik zeigt uns deutlich, dass der Verkauf der Esel an die Schlachthäuser ein enormes Minusgeschäft für die Eselbesitzer ist – ganz abgesehen von den Leiden, denen die Tiere dort ausgesetzt sind“.

Im Saal wurde sichtbar zugestimmt. Auch im weiteren Verlauf der Diskussion wurde immer wieder die Problematik untermauert. Eine bedrückende Kalkulation lieferte Dr. Tabitha Karanja der Kenya Agriculture and Livestock Research Organization (KALRO):

„Die Schlachtrate der Esel in Kenia ist 5 Mal höher als die Fortpflanzungsrate der Tiere. Somit gäbe es bei einem gleichbleibenden Trend nach 2022 keine Esel mehr im Land“,

so das Ergebnis einer Studie zum Status von Eselschlachtungen und ihren Auswirkungen auf die Bevölkerung, die die Einrichtung erhob.

Insgesamt vermittelten die Redebeiträge traurige Aussichten – und untermauerten so den dringenden Bedarf nach Taten. Bei den zahlreichen informellen Gesprächen zu diesem Thema, aber auch besonders während des intensiven Austausches mit den vier Partnern der WTG aus Ostafrika, die ebenso Teilnehmer der Konferenz waren, wurde noch einmal deutlich, dass Kenias Eselschlachthäuser den Kern des Problems bei der Bedrohung der Esel in Ostafrika darstellen. Sie sind die treibende Kraft für den Eseldiebstahl in der gesamten Region. Kenia ist das Zentrum der Exporte und der Probleme für umliegende Länder.

Wir glauben, dass vor allem der Druck aus den Gemeinden am Ende die Regierung dazu bewegen kann den Handel mit Eselprodukten nach China aktiv und strikt zu verbieten. Die Arbeit von Vereinen wie uns spielt dabei eine große Rolle: Durch Informationsarbeit wird das Problem bekannt gemacht und durch den Bau von Gehegen, wie vielfach in Gemeinden Tansanias geschehen, wird von Seiten der Bevölkerung der Schutz der Esel (u.a. vor Diebstählen) gestärkt.

 

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