© Mark Dumont / flickr

#KeinHaustier: Diese Haustiertrends sind problematisch!

Immer häufiger werden die Abgrenzungen zwischen Haus-, Nutz- und Wildtieren überschritten: Tiere geraten in menschliche Obhut, die dafür ungeeignet sind. In unseren Projektländern Suriname und Vietnam sind es Faultiere und Otter, die der Wildnis entnommen und als Haustiere gehalten werden. Hierzulande gelangen Igel und Minischweine in die Haustierhaltung und auch Alpakas werden als Kuscheltiere missverstanden. Die unkritische Darstellung der Tiere in menschlicher Obhut, wie sie in den sozialen Netzwerken geschieht, befördert den Trend noch – und hat traurige Folgen für das Wohl der Tiere.

In unserer Serie "#KeinHaustier" zeigen wir die individuellen Tierschutzproblematiken auf – von Verletzungen zu Verhaltensstörungen bis hin zum Tod der Tiere.

Igel als Haustier

Inszenierte Videos und kuschelige Fotos mit Igeln sind in den sozialen Medien angesagter denn je – mit traurigen Folgen: Die kleinen Wildtiere werden immer öfter auch in privater Hand als Haustiere gehalten.

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Minischwein als Haustier

 In Großstädten wie Berlin ist es längst nicht mehr selten, dass Menschen ihre Minischweine, auch „Teacup Schweine“ genannt, an Leinen durch Parks führen. Schätzungen zufolge werden heute mehrere tausend dieser Tiere in Deutschland als Haustiere gehalten.

Alpaka als Haustier

Neben der Haltung von Alpakas und Lamas als Herdenschutztiere oder zur Fasergewinnung, findet immer häufiger auch die Hobbyhaltung statt. Laufend sehen wir Videos und Fotos von Menschen im Kontakt mit den Tieren sowohl in den Medien als auch in den sozialen Netzwerken werden die Tiere – fälschlicherweise – als Kuscheltiere dargestellt.

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Faultier als Haustier

Laut des Onlineshops „Etsy“ ist 2019 das Trendjahr des Faultiers, weshalb Unmengen an Kissen, Tassen oder Kuscheltieren verkauft werden. Doch auch Wildtiere bekommen den Trend zu spüren: Neben zunehmendem Interesse am Kontakt zu den wildlebenden Tieren für Fotos oder Darstellungen in den Sozialen Medien wollen immer mehr Menschen Faultiere als Haustiere halten. Der illegale Wildtierhandel nimmt seit Jahren rapide zu.

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Otter als Haustier

Seit Jahren erfahren Otter vor allem in asiatischen Ländern wie Vietnam oder Japan eine zunehmende Nachfrage zur Haltung als Haustier. Doch das ist nicht nur in den meisten Fällen illegal, sondern höchstgefährlich für die anspruchsvollen Tiere. Otter sind Wildtiere und keinesfalls Kuschel- oder Haustiere. Mittlerweile hat die seit der Jahrtausendwende stark zugenommene Nachfrage zur Folge, dass sich die Population einiger Otterarten um bis zu 30 Prozent verringert hat.

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Savannah- und Bengal-Katzen als Haustier

Katzenrassen wie Bengal oder Savannah sind der neuste Trend in der Zuchtwelt. Die Kreuzungen aus Haus- und Wildkatze haben es ihrem majestätischen Aussehen zu verdanken, dass sie auch in Deutschland zum Objekt der Begierde vieler Tierhalter*innen avanciert sind. Doch die Haltung der Tiere ist besonders anspruchsvoll und aus Tierschutzsicht nicht zu befürworten.

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Wolfshybriden als Haustier

Von Anmut, Schönheit und Wildheit der Tiere fasziniert, interessieren sich immer mehr Tierhalter*innen für sogenannte Wolfshybriden, also Mischlinge aus Wolf und Hund. Doch die Haltung der Tiere ist teilweise illegal und auch im Hinblick auf jene, die hierzulande legal gehalten werden dürfen, extrem anspruchsvoll.

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Igel, Minischwein, Alpaka und weitere: Bitte nicht in Privathaushalte!

Die dargestellten Trendtiere in Heimtierhaltungen sind problematisch: Die Bedürfnisse von Arten wie Igel, Minischwein und Alpaka und erst recht Wildtieren wie Ottern und Faultieren können in der Privathaltung schwer bis gar nicht erfüllt werden. Durch das erzwungene Abverlangen des „Sich-Einfügens“ in das menschliche Leben und den nahen Kontakt zwischen Tier und Mensch sind Probleme und Konflikte vorprogrammiert – in den meisten Fällen hat diese vor allem für die Tiere negative Folgen.

Auf öffentlicher Seite findet das Thema dennoch bisher kaum Beachtung. Artenabhängig gibt es oft nur begrenzt Gesetze, die die Haltung oder den Verkauf bestimmter Tiere reglementieren, weshalb private Anbieter über Online-Portale wie eBay den Verkauf der Tiere sorgenfrei vorantreiben können. Social Media hat seinen Anteil und steigert den Trend um die vermeintlich neuen Kuscheltiere.

#StopptTierleid: Keine Likes für Leid

Denn auch die Verbreitung von Videos und Fotos, die die Haltung von Faultier, Otter und Co. als Haustiere zeigt, ist entschieden abzulehnen. Dies steigert die Nachfrage nach der nicht tiergerechten Haltung und befördert den Trend. Unter den entsprechenden Hashtags findet man dennoch zahlreiche Beispiele, in denen die Tiere nicht artgerecht gehalten werden. Das ist eindeutiges Tierleid.

Dringend fordern wir mehr Bewusstsein für die Problematik und bitten um Verständnis von Seiten aller Tierfreund*innen für die Bedürfnisse der vermeintlichen neuen Haustiertrends. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, Trends wie diesen kritisch und informiert zur hinterfragen.

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,

… deshalb sollten auch Sie als Nutzer*innen der sozialen Netzwerke sich keinesfalls von diesen Hypes anstecken lassen und auch nicht die Reichweite dieser Posts weiter vergrößern. Wir bitten Sie, auf Inhalte, die Haustierhaltungen von aufgezeigten Tieren darstellen, weder mit positiven noch negativen Emojis oder Kommentaren zu reagieren. Vielmehr sollten die Posts unmittelbar an die Moderator*innen-Teams des jeweiligen Netzwerkes mit dem Hinweis gemeldet werden; mit dem Hinweis, dass es sich hierbei um eine Darstellung von Tierleid handelt!

Wie Sie dabei in sozialen Netzwerken vorgehen sollten, zeigt unser Leitfaden, den wir im Rahmen der Kampagne "Stoppt Tierleid in den sozialen Netzwerken" erarbeitet haben. Unsere Forderung an die Betreiber*innen der Netzwerke, derartigen Tierleid-Inhalten Einhalt in sozialen Netzwerken zu bieten, können Sie hier mit Ihrer Petitions-Unterschrift stärken: www.welttierschutz.org/petition.

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