© Mark Dumont / flickr

Neue Haustiertrends: Igel, Minischwein, Alpaka, Faultier und Otter

Ein Dossier von Maike Hausmann, Bundesfreiwilligendienstleistende bei der Welttierschutzgesellschaft

Immer häufiger werden die Abgrenzungen zwischen Haus-, Nutz- und Wildtieren überschritten: Tiere geraten in menschliche Obhut, die dafür ungeeignet sind. In unseren Projektländern Suriname und Vietnam sind es Faultiere und Otter, die der Wildnis entnommen und als Haustiere gehalten werden. Hierzulande gelangen Igel und Minischweine in die Haustierhaltung und auch Alpakas werden als Kuscheltiere missverstanden. In unserer Serie "Neue Haustiertrends" zeigen wir anhand dieser Tiere die jeweiligen Tierschutzproblematiken auf – von Verletzungen zu Verhaltensstörungen bis hin zum Tod der Tiere.

Faultier als Haustier

Laut des Onlineshops „Etsy“ ist 2019 das Trendjahr des Faultiers, weshalb Unmengen an Kissen, Tassen oder Kuscheltieren verkauft werden. Doch auch Wildtiere bekommen den Trend zu spüren: Neben zunehmendem Interesse am Kontakt zu den wildlebenden Tieren für Fotos oder Darstellungen in den Sozialen Medien wollen immer mehr Menschen Faultiere als Haustiere halten. Der illegale Wildtierhandel nimmt seit Jahren rapide zu.

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Otter als Haustiere

Seit Jahren erfahren Otter vor allem in asiatischen Ländern wie Vietnam oder Japan eine zunehmende Nachfrage zur Haltung als Haustier. Doch das ist nicht nur in den meisten Fällen illegal, sondern höchstgefährlich für die anspruchsvollen Tiere. Otter sind Wildtiere und keinesfalls Kuschel- oder Haustiere. Mittlerweile hat die seit der Jahrtausendwende stark zugenommene Nachfrage zur Folge, dass sich die Population einiger Otterarten um bis zu 30 Prozent verringert hat.

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Igel als Haustier

Inszenierte Videos und kuschelige Fotos mit Igeln sind in den sozialen Medien angesagter denn je – mit traurigen Folgen: Die kleinen Wildtiere werden immer öfter auch in privater Hand als Haustiere gehalten.

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Minischwein als Haustier

 In Großstädten wie Berlin ist es längst nicht mehr selten, dass Menschen ihre Minischweine, auch „Teacup Schweine“ genannt, an Leinen durch Parks führen. Schätzungen zufolge werden heute mehrere tausend dieser Tiere in Deutschland als Haustiere gehalten.

Alpaka als Haustier

Neben der Haltung von Alpakas und Lamas als Herdenschutztiere oder zur Fasergewinnung, findet immer häufiger auch die Hobbyhaltung statt. Laufend sehen wir Videos und Fotos von Menschen im Kontakt mit den Tieren sowohl in den Medien als auch in den sozialen Netzwerken werden die Tiere – fälschlicherweise – als Kuscheltiere dargestellt.

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Igel, Minischwein, Alpaka und viele weitere: Bitte nicht in Privathaushalte

Der Trend Richtung Exoten in der Heimtierhaltung ist problematisch: Die Bedürfnisse von Arten wie Igel, Minischwein und Alpaka und erst recht Wildtieren wie Ottern und Faultieren können in der Privathaltung schwer bis gar nicht erfüllt werden. Durch das erzwungene Abverlangen des „Sich-Einfügens“ in das menschliche Leben und den nahen Kontakt zwischen Tier und Mensch sind Probleme und Konflikte vorprogrammiert – in den meisten Fällen hat diese vor allem für die Tiere negative Folgen.

Auf öffentlicher Seite findet das Thema dennoch bisher kaum Beachtung. Artenabhängig gibt es oft nur begrenzt Gesetze, die die Haltung oder den Verkauf bestimmter Tiere reglementieren, weshalb private Anbieter über Online-Portale wie eBay den Verkauf der Tiere sorgenfrei vorantreiben können. Social Media hat seinen Anteil und steigert den Trend um die vermeintlich neuen Kuscheltiere.

Dringend fordern wir mehr Bewusstsein für die Problematik und bitten um Verständnis von Seiten aller Tierfreund*innen für die Bedürfnisse der vermeintlichen Kuscheltiere. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, Trends wie diesen kritisch und informiert zur hinterfragen.

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