Das Jahr 2016 im Bärenschutzzentrum

87 Bären auf 70 Hektar: Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Asociatia Milionane de Preteni (AMP) ermöglichen wir Bären aus ehemals illegaler oder schlechter Haltung ein tiergerechtes Leben im größten Bärenschutzzentrum Europas. Lesen Sie hier, welche Bären in den vergangenen zwölf Monaten dieses Glück erfuhren und heute in einem der Gehege zu Hause sind. Und nehmen Sie mit uns Abschied von Ala und Marita, die uns für immer verlassen haben.


CIERE

Ciere’s genaue Herkunft ist nicht bekannt. Erstmalig wurde die zweijährige Bärin an Heilig Abend 2015 auf ihrer Wanderung durch die Straßen von Ploiești gesehen. Da sie zuerst in der Nähe des Hauptbahnhofes gesichtet wurde, vermuteten die Behörden, dass die junge Bärin in den Bergen auf einen Güterzug gesprungen und nach Ankunft am Hauptbahnhof in Ploiesti wieder abgesprungen ist. Für uns und unsere Partner erscheint realistischer, dass sie aus der umliegenden Waldregion um Ploiești kam und sich auf Nahrungssuche in das Stadtgebiet verirrte.

Polizisten brachten Ciere nach einer zweistündigen Einfangaktion in den nahe gelegenen Bucov Zoo, denn eine Rückkehr in die Wildnis sollte es nach Entscheidung der Behörden nicht geben. Stattdessen war für sie zunächst ein Leben auf einer kleinen Fläche von 50m² im Bucov Zoo vorgesehen. Mittlerweile kann sie auch das hinter sich lassen und hat eine Unterkunft im Bärenschutzzentrums in Zarnesti bezogen – nach dem Chippen, Impfen und einem tiermedizinischen Check lebt Ciere hier in ihrem neuen, sicheren und weitläufigen Zuhause.

MASHA UND GRISHA


Das Bärenpaar Masha und Grisha hat – bevor es in das Bärenschutzzentrum kam – in einem privaten Zoo in Gymuri (Armenien) unter miserablen Bedingungen gelebt. Nach einer mehrwöchigen Quarantäne im Yerevan Zoo und einer langen Reise über Wien und Bukarest, fanden sie im April dieses Jahres im Schutzzentrum endlich ein neues und bärengerechtes Zuhause – auf Lebenszeit.
Weil Masha und Grisha im Gymuri Zoo getrennt voneinander lebten, mussten sie sich an ein gemeinsames Leben im Schutzzentrum erst noch gewöhnen. Doch bereits ein paar Tage nach ihrer Ankunft im Bärenschutzzentrum verlor Grisha, der männliche Braunbär, seine Angst vor Masha und die beiden Bären näherten sich an. In ihrem weitläufigen Gehege leben sie mittlerweile glücklich und sorglos miteinander.

MARINEL UND MOGLI


Die neuesten Zuzügler im Bärenschutzzentrum kennen Sie: »Marinel und Mogli. Marinel – ein Männchen – ist mit seinen 16 Jahren drei Jahre älter als die Bärin Mogli. Beide kommen aus dem Reșița Zoo, wo sie sich einen Käfig mit Terra und Pluto teilten. Diese, eine Mutter mit ihrem Nachwuchs, wurden bereits vor zwei Jahren ins Schutzzentrum überführt. Die Verhandlungen um Marinel und Mogli zogen sich leider bis in den Herbst 2016.
Seitdem befinden sich Marinel und Mogli im Quarantänebereich des Bärenschutzzentrums. Hier müssen sie bleiben, bis ihr gesundheitlicher Zustand sich verbessert hat und die Tiere stark genug sind, um zu den anderen Bären ins weitaus größere Gehege umzuziehen. Doch schon bald werden sie zusammen mit ihren Artgenossen spielen, in der Erde wühlen und auf Bäume klettern können – so wie sie es ihnen nie zuvor in ihren Leben erlaubt war.

BIM UND BAM


Bim und Bam – die gerade einmal vier Wochen alten Bärengeschwister hatten Glück im Unglück. Ohne Mutter, verloren in einem riesigen Waldreservat, etwa 50 km nördlich von Brasov: So fanden Ranger die Tiere. Zunächst hofften sie auf die Rückkehr ihrer Mutter und beobachteten die zwei jungen Bären drei Tage lang. Doch vergeblich: Die Mutter tauchte nicht wieder auf und so wurde das Bärenschutzzentrum in Zarnesti um Hilfe gebeten.
Unsere Partner versorgten Bim und Bam zuerst medizinisch und brachten sie anschließend in die Quarantänestation – ein separates Gehege, das ständig durch das Personal beobachtet wird. Hier werden sie von zwei Tierpflegern alle zwei Stunden mit der Flasche gefüttert. Bedenkt man, dass Bärenjunge von ihren Müttern normalerweise bis zu zwei Jahre mit Milch gefüttert werden, brauchen die Bärengeschwister noch viel Pflege und Aufmerksamkeit. Wenn Bim und Bam stark genug sind, können sie im Anschluss womöglich sogar wieder in ihre natürliche Umgebung ausgewildert werden. Lesen Sie hier ihre ganze Geschichte: »Rettung der Bärenwaisen

Ala verließ das Schutzzentrum am 15.11.2016 – für immer


Die 36-jährige Braunbärin Ala folgte ihrem Bruder Benny, der bereits vor fünf Jahren verstarb. Gemeinsam zogen die Geschwister vor rund neun Jahren, im Juli 2007, in ihr Gehege, nachdem sie ihr Leben zuvor unter miserablen Zuständen im Zoo Buhusi ihr Dasein fristeten. Die letzten Jahre fühlten sich die Tiere sehr wohl, sie genossen ihr Leben im bärengerechten Zuhause und so schlief Ala am Abend des 15. November 2016 friedlich und für immer ein. Hab’s gut, Ala.

Marita verließ das Schutzzentrum am 11. Mai 2016 – für immer


Mariţa war mit 22 Jahren die älteste der vier im August 2006 geretteten Bären, die Jahre ihres Lebens in einem rumänischen Zoo verbringen mussten. Suzi, Bobiță, Ursi und Marita kamen unterernährt und traumatisiert in das Schutzzentrum, doch sie alle erholten sich von den Qualen. Marita liebte es, Bäume hinauf zu klettern und lange Bäder in den Gewässern ihres Geheges zu halten. Am 11. Mai 2016 verstarb Marita. Gute Reise, sanfter Riese.

Bitte unterstützen Sie den Erhalt des Bärenschutzzentrums!




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