© Stellar Tsang

Zurück in den Wald

Die Regenwälder Surinams haben wieder zwei neue Bewohner: Der Kleine Ameisenbär Johannes und das Zweifingerfaultier Beertje - beide als Waisen im Schutzzentrum unserer Partnerorganisation Green Heritage Fund Suriname (GHFS) abgegeben und aufgezogen - haben nun ihren Weg zurück in die natürliche Umgebung gefunden.

Hintergrund: Wildtiere in Surinam

Mehr als 90 Prozent kaum berührter Regenwald bedeckt Surinam – noch. Denn durch die verstärkte Abholzung wird der Lebensraum zahlreicher Wildtiere vernichtet. Diese werden immer häufiger desorientiert und verletzt inmitten der Städte aufgefunden. Die Welttierschutzgesellschaft unterstützt das bisher einzige Wildtierschutzzentrum Surinams bei der Rettung, Versorgung und Wiederauswilderung von Wildtieren.

Zum Projekt

Vom Brutkasten in die Wildnis

Vor gut einem Jahr erreichten uns beunruhigende Nachrichten aus Surinam. Ein nur wenige Wochen alter Kleiner Ameisenbär wurde als Waise in das Schutzzentrum gebracht, nachdem seine Mutter erschossen wurde. Glücklicherweise trafen zeitgleich zwei Brutkästen ein, die wir unserem Partner GHFS für die Aufzucht von genau solch jungen Tieren ermöglicht hatten. Johannes hatte also sprichwörtlich Glück im Unglück und entwickelte sich in Obhut der Mitarbeiter zu einem aufgeweckten Jungtier, das nach und nach immer eigenständiger wurde. 

©Stellar Tsang

Mit dem Umzug in das neue Schutzzentrum am Rand des Regenwaldes bezog Johannes ein mit unserer Unterstützung eigens für Ameisenbären konzipiertes Gehege. Dessen Tür stand von Beginn an offen, um ihm die Möglichkeit zur schrittweisen Gewöhnung an die Wildnis zu geben. Im Laufe der Zeit hielt sich Johannes immer häufiger in den Bäumen rund um das Gehege auf und kam immer seltener zurück, um sich am bereitgestellten Futter zu bedienen. Seit einigen Wochen wurde er nun gar nicht mehr gesehen. Sein Futterplatz ist zwar regelmäßig leer, aber den Vorteil der leicht erreichbaren Leckereien könnten sich auch andere Waldbewohner, wie beispielsweise die dort ebenfalls heimischen Totenkopfäffchen, zunutze machen.

Der kleine Bär vom Fußballfeld

Beertje bei der Familie, die ihn gefunden hat © Wynne Minkes

Neben Johannes fand Anfang des Jahres ein weiterer Bewohner des Schutzzentrums seinen eigenen Weg zurück in die Wildnis: das Zweifingerfaultier Beertje. 2014 wurde er, ebenfalls nur wenige Wochen alt, von einem Jungen auf einem Fußballplatz gefunden. Von der Mutter fehlte weit und breit jede Spur. Der Junge entschied, ihn als Haustier behalten zu wollen. Nachdem das Faultierjunge jedoch jegliches Futter verweigerte, trafen die Eltern die einzig richtige Entscheidung und überließen das Tier unserer Partnerorganisation, die damals noch in der Hauptstadt Surinams, Paramaribo, ansässig war.

Auswilderung mit Startschwierigkeiten

© Wynne Minkes

Sie tauften ihn auf den Namen Beertje – niederländisch für kleiner Bär – und päppelten ihn mit Ziegenmilch, Äpfeln, Kürbis und Reis auf. Die erste Zeit verbrachte Beertje mit einem Stofftier als Mutterersatz. Doch wie es der Zufall so wollte, wurde kurz darauf ein altes Dreifingerfaultiermännchen im Schutzzentrum abgegeben und auf den Namen Wimpy getauft. Dieser nahm sich dem kleinen Beertje an, der sich ohne zu zögern an den Bauch klammernd durch die Gegend tragen ließ. Aufgrund des hohen Alters verstarb Wimpy einige Zeit später in der Obhut des Schutzzentrums. Um Beertje hatte er sich bis zuletzt gekümmert, sodass dieser sich gut entwickelt hatte. Mit dem Umzug in das neue Schutzzentrum blieb auch in seinem Gehege die Tür nach kurzer Eingewöhnungszeit dauerhaft geöffnet. Doch Beertje machte keine Anstalten die Umgebung erkunden zu wollen. Die Mitarbeiter vermuteten, dass ihn das kurze Stück am Boden, das er durch den Gehegeeingang zurücklegen musste, abhielt. Kurzerhand spannten sie ihm ein Seil durch den Eingang zu einem Baum. Nach der darauffolgenden Nacht befand er sich bereits in den Bäumen rund um das Gehege. Dort blieb er zunächst ein paar Tage, wurde anschließend zwei Monate nicht gesichtet und fühlt sich nun in den Bäumen in Zentrumsnähe wohl.

Der Wald Surinams hat zwei neue Bewohner und entgegengesetzt zur menschlichen Verabschiedung sagen wir nicht „Auf Wiedersehen“ sondern hoffen, dass sich beide in den unendlichen Waldgebieten schnell heimisch fühlen.

Helfen Sie den bedrohten Waldbewohnern!

Schon mit 30 Euro stellen Sie das tiergerechte Futter für alle im Schutzzentrum lebenden Faultiere und Ameisenbären für drei Tage sicher.

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