© Action for Protection of Wild Animals (APOWA)

Eine junge Inderin nimmt das Tierwohl in die Hand

Anlässlich des Weltfrauentages möchten wir Ihnen Laxmipriya Rout aus Oliha (Odisha, Indien) vorstellen. Der Initiative der 39-jährigen Tierhalterin ist es zu verdanken, dass auch in ihrem Dorf unsere regelmäßigen mobilen Nutztierklinken stattfinden. Als aktives Mitglied in der lokalen Tierschutzgruppe trägt sie darüber hinaus maßgeblich zur stetigen Verbesserung des Tierwohls im Dorf bei.

Hintergrund: Nutztiere in Indien

Im ostindischen Bundesstaat Odisha, wo fast zwei Drittel der arbeitenden Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt ist, spielen Nutztiere eine wichtige Rolle. Sie helfen bei der Verrichtung landwirtschaftlicher Arbeiten, dienen als Nahrungsquelle oder Wertanlage. Doch wird ein Tier krank, ist tierärztliche Hilfe kaum zugänglich. Mit einem mobilen tierärztlichen Service und der Etablierung von Tierschutzgruppen verbessern die Welttierschutzgesellschaft und die lokale Organisation Action for Protection of Wild Animals (APOWA) die Lebensbedingungen der Tiere nachhaltig.

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Zusammen mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern lebt Laxmipriya Rout in einer einfachen Strohhütte. Die Familie bewirtschaftet ein kleines Reisfeld und besitzt zwei ausgewachsene Kühe, zwei Kälber und drei Ziegen, die von der jungen Frau versorgt werden.

Die Versorgung der Tiere ist Aufgabe der Frauen

Gerade in den ländlichen Gebieten Odishas herrscht noch eine strikte Rollenverteilung, in der allein die Frau für die Hausarbeit und Versorgung der Tiere zuständig ist. Und obwohl sich die junge Inderin sehr sorgfältig und liebevoll um ihre Tiere kümmerte, waren diese oft krank und geschwächt. Immer wieder verstarben Tiere, weil ihnen eine grundlegende tiermedizinische Versorgung fehlte. Das Problem: In erreichbarer Nähe gibt es in den ländlichen Gegenden des ostindischen Bundesstaates kaum Tierärzte, geschweige denn Praxen.

„Wenn unsere Kühe und Ziegen krank waren, musste mein Mann mit dem Fahrrad eine Strecke von ungefähr 18 km zurücklegen, nur, um sie von einem traditionellen Medizinmann versorgen zu lassen, der sich für seine Behandlung teuer bezahlen ließ“, berichtet sie.

Laxmipriya Rout hat die Initiative ergriffen und so das Tierwohl in ihrem Dorf nachhaltig verbessert

Die junge Frau erfuhr, dass in einem Nachbardorf das mobile Tierarztteam unserer Partner von Action for Protection of Wild Animals (APOWA) regelmäßig im Einsatz ist und machte sich auf den Weg dorthin. Mit ihren Tieren im Gepäck suchte sie den Kontakt zu den Ärzten und machte auf den Bedarf einer tiermedizinischen Versorgung in ihrem eigenen Dorf aufmerksam. Nachdem sich unsere Partner selbst ein Bild der Situation in Oliha gemacht hatten, etablierten sie unmittelbar regelmäßige mobile Klinken. Laxmipriya Rout legte mit ihrem Engagement den Grundstein für die Verbesserung des Tierwohls im gesamten Dorf.

© Action for Protection of Wild Animals (APOWA)

Mit Tierschutzgruppen Hilfe zur Selbsthilfe fördern

Darüber hinaus ist sie ein tatkräftiges Mitglied der lokalen Tierschutzgruppe. Diese Gruppen setzen sich aus Tierhaltern zusammen, die von Mitarbeitern unseres Projektpartners ausgewählt und in Themen wie tiergerechte Haltung, Tierschutzgrundlagen und Erstversorgung ausgebildet werden. Mit ihrem großen Interesse am Wohl der Tiere und ihrer engagierten Art, motiviert Laxmipriya Rout auch andere Dorfbewohner dazu, sich weiterzubilden und das Projekt zu unterstützen.

Durch ihr neu erlangtes Wissen und ihre federführende Rolle in der Gruppe trägt die Tierhalterin nicht nur einen großen Teil zum Wohlergehen der Nutztiere bei, sondern sorgt auch dafür, dass der Familie mehr Geld zur Verfügung steht, das unter anderem in die Zukunft ihrer Kinder investiert werden kann:

„Ich bin nun dazu in der Lage, den guten Gesundheitszustand meiner Tiere aufrecht zu erhalten und die Ställe so anzupassen, dass sie ausreichend Schutz bieten. Somit gebe ich weniger Geld aus und kann das Ersparte in die Bildung meiner Kinder investieren.“

Laxmipriya Rout ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie wertvoll unsere Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung in Odisha ist. Da Frauen bei der Versorgung der Tiere eine Schlüsselrolle spielen, werden sie im Rahmen der mobilen Kliniken in besonderem Maße angesprochen. Sie in die tiermedizinische Versorgung unmittelbar einzubinden, ist der nachhaltigste Weg zu mehr Tierwohl – wie das Beispiel von Laxmipriya auf beeindruckende Weise zeigt.

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