© Asociatia de protectia animalelor „Milioane de prieteni“

Vier Bären und ein Jubiläum

In Europas größtem Bärenschutzzentrum Libearty Bear Sanctuary, das mit Unterstützung der Welttierschutzgesellschaft (WTG) von der lokalen Tierschutzorganisation Asociatia de protectia animalelor „Milioane de prieteni“ (AMP) in Rumänien betrieben wird, hat sich in den letzten Wochen viel getan. Insgesamt vier Bären konnten in die Gehege einziehen und haben nun die Chance auf ein sicheres Leben inmitten der Karpatenwälder.

Hintergrund: Bärenschutz in Rumänien

Zahlreiche Braunbären in Rumänien führten mitunter jahrzehntelang ein trostloses Dasein in illegalen oder schlechten Haltungen. Im Schutzzentrum unserer rumänischen Partnerorganisation Asociatia Milioane de Preteni (AMP) finden diese Bären zwischen Eichenbäumen und Hügeln endlich ein bärengerechtes Zuhause.

Zum Projekt

Anca – Wiedervereint mit ihrer Schwester Ina

Die 24 Jahre alte Bärendame Anca lebte ihr gesamtes Leben in einem engen Käfig im Zoo von Piatra Neamt. Diesen teilte sie sich zudem mit ihrer Schwester Ina. 2014, nach vielen Jahren Überzeugungsarbeit, erhielt AMP von der lokalen Regierung endlich die Genehmigung eine der beiden Bärendamen, Ina, zu übernehmen und ihr im Schutzzentrum ein neues Zuhause zu geben.

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Weitere vier Jahre vergingen, in denen sich AMP unermüdlich auch für Ancas Umsiedlung einsetzte. Eine Onlinepetition zeigte schließlich Wirkung, sodass auch sie im April in ihr neues Leben starten konnte. Zusammen mit ihrer Schwester kann Anca nun endlich Bär sein.

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Pamela – Von Beton auf weichen Waldboden

Auch Pamela lebte ihr gesamtes Leben in einem Zoo. Zunächst teilte sie sich ein vergleichsweise großes Gehege mit zwei jungen Bärenmännchen. Als diese jedoch begannen Aggressionen zu zeigen und sie anzugreifen, entschied man sich, Pamela in einen eigenen Bereich zu verlegen. Viele Gitterstäbe, wenig natürliches Licht und ein Betonboden machten jeden Tag für sie zur Qual. Daher kontaktierten die Zoobetreiber unsere Partnerorganisation, die Pamela nur wenige Zeit später in das Schutzzentrum brachten. Dies zeigt, dass unsere Partnerorganisation in Rumänien als kompetenter Ansprechpartner für den Schutz und die Aufnahme von Braunbären angesehen und in Notfällen um Hilfe gebeten wird.

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Nun darf auch Pamela ein bärengerechtes Leben mit viel Licht und Gras unter den Tatzen führen. Da sie jedoch erst wieder Vertrauen zu ihren Artgenossen aufbauen muss, befindet sie sich bislang noch in einem Eingewöhnungsgehege. Dort lebt sie zunächst alleine und kann sich in Ruhe an die anderen Bären gewöhnen, zu denen sie durch den Zaun bereits ersten Kontakt aufnehmen kann.

Little Brigitte – Ein Bärenkind als Jubiläumsgast

Die kleine Bärendame Brigitte – benannt nach Brigitte Bardot, einer Unterstützerin des Zentrums – wurde im Alter von nur 2,5 Monaten am Waldrand entdeckt. Eine Gruppe von Freunden bemerkte während eines Picknicks die verzweifelte Futtersuche der kleinen Bärin, die sie aufgrund ihrer Größe zunächst für einen Streunerhund hielten, und brachten das Jungtier ins Schutzzentrum. Auch wenn die Freunde hier aus guter Absicht gehandelt haben und dem Tier helfen wollten, sollte bei der Sichtung mutmaßlicher Wildtierwaisen grundsätzlich Kontakt zu Wildtierexperten aufgenommen werden, anstatt eigenständig zu handeln.

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1,5 Monate wurde Brigitte rund um die Uhr von einem Pfleger betreut und aufgepäppelt, bevor sie am 17. Mai in ein eigenes Gehege, speziell für Bären mit besonderen Bedürfnissen errichtet, umziehen durfte. Sie ist damit der 100. Bär, der seit Eröffnung 2005 die Chance auf ein unbeschwertes und tiergerechtes Leben im Schutzzentrum hat. Mit Hilfe des Tierpflegers wird sie nun ein Jahr lang lernen, was es heißt ein Bär zu sein: auf Bäume klettern, im Gras schlafen oder im Wasser schwimmen. Der enge Menschenkontakt, der für die kleine Bärin zu Beginn überlebenswichtig war, wird im Laufe dieser Zeit schrittweise verringert. Dies ist notwendig, damit sie im Anschluss gemeinsam mit gleichaltrigen Artgenossen untergebracht werden kann.

Soni – Bei Touristen beliebt, bis es ihm zu viel wurde

In der Nähe des bei Touristen sehr beliebten See Sfânta Ana in der rumänischen Region Harghita lebte der zweijährige Bär Soni in freier Wildbahn. Den Besuchern gegenüber zeigte er wenig Scheu, sodass er unfreiwillig zur Attraktion und einem populären Fotomotiv wurde. Eine junge ungarische Touristin kam ihm dabei vor Kurzem jedoch zu nahe und verletzte sie. Die zuständigen Behörden des Landkreises äußerten sich lange Zeit nicht zu diesem Vorfall, bis sie schließlich Ende Mai unsere Partnerorganisation aufforderten, den Bären innerhalb kürzester Zeit ins Schutzzentrum zu bringen. Andernfalls würden sie ihn erschießen.

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Seitdem lebt er in der sicheren Umgebung der Libearty Bear Sanctuary. Bis zu seiner Kastration ist er getrennt von den anderen Tieren untergebracht – auch um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Anschließend kommt er in ein weitläufiges Gehege mit Bären in seinem Alter, wo er ungestört seinen natürlichen Bedürfnissen nachgehen kann.

Schenken Sie den Braunbären ein tiergerechtes Leben!

Schon mit 40 Euro unterstützen Sie die fachärztliche Betreuung eines Bären in seinen ersten drei Wochen im Schutzzentrum.

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