© WCS

So geht es den Vicuñas in Zeiten von Corona

Auch unser jüngstes Projekt in Peru und Bolivien – für die Stärkung des Tierschutzes während der alljährlichen Schur von Vicuñas und anderer Neuweltkameliden – ist aktuell schwer von der Coronakrise betroffen.

Hintergrund: Vicuñas, Alpakas und Lamas in Südamerika

Wenn im Zeitraum von Mai bis November in Peru und Bolivien die geschützten Vicuñas (auch als Vikunjas bekannt) eingefangen und geschoren werden dürfen, spielt Tierschutz bisher kaum eine Rolle. Ebenso kommt es bei der Schur von domestizieren Alpakas und Lamas in der Region zu tierschutzrelevanten Problemen. Gemeinsam mit unseren Partnern der Wildlife Conservation Society (WCS) wollen wir das ändern und die lokale Bevölkerung einen tiergerechten Umgang lehren.

Mehr zum Projekt

Als Lockdown-Maßnahmen in Peru und in Bolivien wurden staatliche Restriktionen getroffen, die letztlich das Einfangen und die Schur auf der einen, sowie unsere Trainings auf der anderen Seite unmöglich machen. In Peru wurde in Folge die diesjährige Schur bereits ganz ausgesetzt. Und in Bolivien wird sie zeitlich erst einmal verschoben und den Tieren damit eine längere, sehr zu befürwortende Schonzeit gewährt.

Die Tierschutz-Trainings für die Scherer und andere wichtige Akteure des Vicuña-Managements in den beiden andinen Ländern bleiben jedoch weiterhin eine dringende Notwendigkeit und müssen rechtzeitig vor der nächsten Schur nachgeholt werden: Denn die immense Stressbelastung während des Einfangens und Schur mit nur unzureichend Hygienemaßnahmen verstärken die Ausbreitung von Krankheiten wie der Räude und können schlimmstenfalls sogar zum Tod der sensiblen Tiere führen.

Sobald die Schutzmaßnahmen in Peru und Bolivien gelockert und die Schuren wieder angedacht werden, werden wir unsere Trainings nachholen und die bis dato dafür einkalkulierten finanziellen Mittel verwenden. Doch das heißt nicht, dass das Projekt für den Moment gänzlich ausgesetzt ist: Gemeinsam mit unseren Partnern sehen wir die Krise auch als eine Möglichkeit, jetzt die Erstellung der Bildungsmaterialien voranzutreiben: Statt wie ursprünglich geplant später im Jahr, werden diese von unseren Partnern – unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen – erarbeitet. Das Material zum Thema Tierschutz bei der Schur stellt eine wichtige Komponente der Informationsarbeit dar: Und je früher es fertig ist, desto eher kann es den Scherern als Leitfaden dienen.

Sie sehen: Trotz der Verschiebung der Aktivitäten kommt Ihre Hilfe also garantiert bei den Vicuñas, Lamas und Alpacas in Südamerika an! Haben Sie vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Der WTG-Nothilfefonds: Schutz für die Helfer

Futter und Wasser, Fürsorge und eine tiermedizinische Versorgung – bereits mit einer Spende von 70 Euro für den WTG-Nothilfefonds stellen Sie eine Erste-Hilfe-Box zur Erstversorgung der Tiere sicher.

Jetzt spenden

Lesen Sie auch: Tierschutz in der Coronakrise

Zum internationalen Tag der streunenden Tiere: Der gefährliche Alltag der Pferde und Ponys in Ooty

Vielen Menschen kommen bei dem Begriff Streuner zunächst Hunde und Katzen in den Sinn, doch auch andere Tiere… Weiterlesen »

Überleben trotz schwerster Krisen: Die Not der Nutztiere in Indien wächst!

Die zunehmende Not allein der letzten Monate macht noch einmal klar und deutlich: Dringend müssen wir unseren Einsatz… Weiterlesen »

#TeamTierschutz: denn Tierschutz fängt beim Menschen an!

Die Coronakrise hat es deutlich gemacht: Wachsen die Nöte weltweit für jede*n Einzelne*n, leiden vor allem die Schwächsten… Weiterlesen »

WTG-Nothilfefonds: Für die Braunbären in Rumänien

Aufgrund der Coronakrise war das Schutzzentrum zeitweise komplett geschlossen worden. Das brachte unsere Partner in existenzielle Schwierigkeiten. Weiterlesen »

WTG-Nothilfefonds: Für den Schutz der Tiere in Tansania

Wir leisten lebensrettende Hilfe für mehrere Tausend Tiere, die durch die Folgen der Coronakrise in zusätzlicher Not sind. Weiterlesen »

WTG-Nothilfefonds: Für den Streunerschutz in Südafrika

Die ersten Gelder aus dem WTG-Nothilfefonds – der eine grundlegende Tierschutzarbeit trotz Coronakrise ermöglichen soll – werden unserem… Weiterlesen »

Schuppentiere und das Coronavirus

Schuppentiere als Überträger des neuartigen Coronavirus auf den Menschen? Die These geht um die Welt und rückt das… Weiterlesen »

Das Schicksal von Schuppentieren wie Lee!

So klein und zerbrechlich liegt das junge Schuppentier Lee hier auf dem Behandlungstisch unserer Partner in Vietnam. Er… Weiterlesen »

Herausfordernder Start in Ruanda

In Folge der Coronakrise konnte das erste Training des Programms TIERÄRZTE WELTWEIT zwar nicht planmäßig stattfinden, doch unsere… Weiterlesen »