Tiermedizinische Theorie und Praxis für Studenten

Unser erster Einsatz in Zusammenarbeit mit der lokalen Tierschutzorganisation Lilongwe Society for Protection and Care of Animals (LSPCA) fand im Juni 2015 statt.

Startschuss für den ersten Kurs, bei dem uns die ehrenamtliche Tierärztin Birgit Schnabel aus dem Rheinland begleitete, war Mitte Juni 2015. Als Teilnehmer des zweiwöchigen Workshops meldeten sich 14 Studenten, Männer und Frauen Mitte 20, des ersten Jahres vom neuen Doctor of Veterinay Medicine-Programm, einem neuen Studiengang an der Lilongwe University for Agriculture and Natural Resources (LUANAR). Der Start dieses fünfjährigen Studiums, aus dem die Studenten als Tierärzte hervorgehen, schafft landesweit Hoffnung. An ihrer Universität fanden vormittags unsere Theoriekurse statt. Für die Praxisaufgaben an den Nachmittagen besuchten wir unter anderem die Farm der Universität und begleiteten unsere mobilen Kliniken in zwei Regionen rund um Lilongwe.

Schon am ersten Tag stellte sich heraus, dass die Voraussetzungen für unseren Einsatz nicht besser sein könnten. Anders als in Gambia begegneten uns hier Studenten am Ende ihres ersten Studienjahrs und somit auf einheitlichem Niveau. Programm Manager Dr. Ruprecht Herbst sagt: „Wir trafen ein richtig fittes Team, das eines Tages tausenden Tieren Malawis das Leben retten wird!“

Die eigene Armut war für zwei Wochen wie vergessen

Am ersten Tag besuchten wir Farmen in der Umgebung der Universität. Eine der Stationen war das Heim von fünf Milchkühen, circa 700 Schafen, 3000 Masthähnchen und 50 Mastrindern. Die Studenten bekamen dort die Aufgabe, die Farm hinsichtlich der international bekannten „Five Freedoms“ zu beurteilen. Diese sind Grundlage unseres Tierschutzgedankens. Sie besagen, was jedem Tier zustehen sollte: 1. Freiheit von Hunger, Durst und Fehlernährung, 2. Freiheit von Unbehagen, 3. Freiheit von Angst und Leiden, 4. Freiheit von Schmerz, Verletzung und Krankheit und 5. Freiheit zum Ausleben normalen Verhaltens. Diese Praxiserfahrung bewegte die jungen Studenten sichtlich, denn vor allem die für Malawi untypische Größe des Betriebs kannten sie nicht. Nachdem die Studenten ihre Ausarbeitungen vorgetragen haben, sind wir die einzelnen Punkte nochmals im Hinblick auf Haltung, Gesundheit, Ernährung und Sozialverhalten durchgegangen und haben die Gegebenheiten vor Ort diskutiert.

Ein Workshop-Team, das in Zukunft vielen Tieren helfen wird

Die Studenten haben in diesen neuen Situationen eindeutig bewiesen, dass ihr Vorwissen, gepaart mit der großen Neugier nach Wissen, ideal für die Workshops von TIERÄRZTE WELTWEIT sind. Sie waren motiviert und offen. Innerhalb unseres ersten Kurses konnten sie bereits eine Menge Praxiserfahrung sammeln und theoretisches Wissen dazugewinnen. Im nächsten Kurs im Herbst werden wir noch individueller auf den Lehrplan eingehen und praktische Übungen wie Nähen und Bandagieren vertiefen. Außerdem werden wir die Arbeit im Labor ausweiten.

Letztlich war der Einsatz auch für uns eine Lektion: Die Hitze, das ständige Präsentsein und die ärmlichen Verhältnisse vor Ort zerrten stark an unseren Kräften. »Im zweiten Einsatz haben wir die Teams erweitert und auch lokales Fachpersonal in die Workshops integriert.

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